Ski alpin: Renate Götschl im Vorzimmer der Unsterblichen
publiziert: Samstag, 10. Jan 2004 / 16:29 Uhr

Zwei Fakten von historischer Dimension prägten Veysonnaz 04: Renate Götschl feierte ihren 30. Weltcup-Sieg und betrat das Vorzimmer der "Unsterblichen". Und mit Fränzi Aufdenblatten (7.) erlebte Swiss-Ski die "Geburt" einer neuen Abfahrerin.

Renate Götschl hat Grund zum strahlen: Ihr 30. Sieg macht sie auch statistisch zur Topfahrerin.
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Fränzi Aufdenblatten, die ziemlich widerwillig ins Abfahrtsfach einstieg, erzielte -- mit der Nummer 36 -- ihr mit Abstand bestes Resultat in dieser Sparte.

Sie fuhr die exakt gleiche Zeit wie Sylviane Berthod, und mit Nadia Styger (11.) klassierte sich eine weitere Schweizerin im ersten Dutzend. Diese Bilanz ist nicht so spektakulär wie beim letzten "Heimrennen" in St. Moritz (4 - 6 - 9), aber erneut sehr ansprechend.

Das Duo Marie-Theres Nadig/Stephan Cattin leistet gute Arbeit. Der ehemalige Von-Grünigen-Betreuer Cattin lotste mit Aufdenblatten nach Nadia Styger in St. Moritz eine zweite Athletin in die Top Ten.

Götschl auf der Höhe von Erika Hess Mit Renate Götschl (1.) und Hilde Gerg (2.) klassierten sich zwei Fahrerinnen unter den ersten drei, die schon 1998 bei den letzten Abfahrten in Veysonnaz auf dem Podest standen. Götschl, damals Dritte, feierte ihren dritten Saisonsieg und ist im Begriff, in die Top 5 der ewigen Rangliste aufzusteigen.

Von Erika Hess, die mit ihren Söhnen im Ziel das Rennen verfolgte, trennt sie noch ein Sieg, von Hanni Wenzel (Nr. 4) drei und von Katja Seizinger (Nr. 3) sechs. "Es ist für mich eine Ehre, zusammen mit solchen Namen erwähnt zu werden", meinte Götschl. "Da ich die Absicht habe, noch einige Jahre Ski zu fahren, hoffe ich diese in absehbarer Zeit einzuholen.

Vreni Schneider und Annemarie Moser werden für mich aber unerreichbar bleiben." Vreni Schneider steht mit 55 Siegen zu Buche, Annemarie Moser mit 62.

Ihren ersten Erfolg feierte Götschl (28) vor fast elf Jahren im Slalom, als sie in Hafjell mit der Startnummer 42 sensationell die Olympia-Hauptprobe gewann. Danach zog sie sich den Ruf einer Sturzpilotin zu: Ihre Ausfallequote (in allen Disziplin) betrug zeitweise über 50 Proeznt.

Nach einer schweren Knieverletzung, die sie sich im Dezember 2002 auf der Lenzerheide zuzog, feierte sie bereits in ihrem ersten Rekonvaleszenzjahr wieder drei Siege -- und nun in diesem Winter auch schon wieder drei. Aufdenblatten: "Ein Sieg über mich selbst" Das Schweizer Hightlight setzte Fränzi Aufdenblatten (22).

Die einstige "Riesen"-Spezialistin mutiert zu einer ernst zu nehmenden Speed-Fahrerin. Im letzten Winter verblüffte sie mit einem 5. Rang im Super-G, und dieser 7. Platz in Veysonnaz kam ebenso unerwartet.

"Val d´Isère war für mich die grössere Überraschung", meinte Aufdenblatten, "aber dieses Abfahrtsergebnis bewegt mich mehr. Ich hätte es nicht für möglich gehalten. Das war in erster Linie ein Kampf gegen mich selbst - und den habe ich gewonnen."

Aufdenblatten war wohl vor vier Jahren Junioren-Weltmeisterin in der Abfahrt geworden, "aber", wie sie einschränkt "mit ziemlich Glück. Ich wollte eigentlich nie Abfahrten bestreiten und hatte Angst davor, das Tempo nicht richtig einschätzen zu können."

Nach dem Unfall von Silvano Beltrametti stand fest: "Nie mehr Abfahrt". Cheftrainer Angelo Maina überredete sie und übte sanften Druck aus. "Bis letzten Winter fuhr ich eigentlich Abfahrten aus Zwang. Erst in diesem Winter bekam ich allmählich Freude." Ein 28., 20. und 24. Rang waren die ersten Vorboten (und zugleich die ersten Weltcuppunkte).

Und nun der für sie selbst kaum verständliche Exploit. "Wenn ich jemals in dieser Disziplin einen Podestplatz schaffen sollte, widme ich diesen Angelo Maina", lachte Aufdenblatten, der die technisch schwierige, durch den Neuschnee aber entschärfte Piste entgegen kam. Einmal mehr bewies die Zermatterin: Wenn sie Lunte riecht, ist sie zu enormen Steigerungen fähig.

Sylviane Berthod holte auf ihrer "Hauspiste" (sie ist am Fusse der Piste de l´Ours aufgewachsen) ihr drittes Top-Ten-Resultat in diesem Winter (nach einer völlig verpfuschten Saison 2002/03).

Auch Nadia Styger bestätigte sich mit ihrem 11. Platz: "Ich möchte, dass der Eindruck entsteht, ich sei mit diesem Resultat unzufrieden. Trotzdem hätte ich noch das eine oder andere besser machen können." Das ist das Fazit einer Athletin, die sich selbst sehr hohe Ziele gesteckt hat.

(von Richard Hegglin, Veysonnaz /Si)

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