Ski alpin: Rocca gewinnt das Regen-Derby
publiziert: Sonntag, 11. Jan 2004 / 17:02 Uhr / aktualisiert: Sonntag, 11. Jan 2004 / 17:36 Uhr

Giorgio Rocca (It) holte sich im verregneten Weltcup-Slalom in Chamonix seinen ersten Saisonsieg, Bode Miller (USA) gewann die Kombination, und Lasse Kjus (No) übernahm die Führung im Gesamt-Weltcup. Die Schweizer enttäuschten: Silvan Zurbriggen wurde nur 29.

Giorgio Rocca war schnellster in Chamonix. (Bild: Archiv)
Giorgio Rocca war schnellster in Chamonix. (Bild: Archiv)
Silvan Zurbriggen, der in den ersten drei Slaloms des Winters mit den Rängen 7, 11 und 10 konstant einem Rettungsanker für die Schweizer Bilanz gleichkam, konnte diesmal nicht überzeugen.

Der 22-jährige Briger war schon im ersten Lauf nicht optimal durchgekommen. Mit der Nummer 6 landerte er auf Platz 12. "Nun werde ich angreifen müssen", lautete das Fazit des Wallisers bei Halbzeit. In Madonna und in Flachau hatte er sich im zweiten Lauf noch stark verbessert, doch diesmal blieb es beim Vorsatz.

Zurbriggen beging im Regen von Chamonix Fehler in Serie, die ihn auf den 29. Schlussrang abrutschen liessen. Den misslichen Verhältnissen wollte und durfte er indes die Schuld nicht geben: "Die Bedingungen waren für alle gleich." Bode Miller beispielsweise, knapp nach Zurbriggen gestartet, verbesserte sich vom 10. noch auf den 3. Schlussrang.

Wenn der Walliser WM-Zweite nicht reüssiert, dann ist dieser Tage die Schweizer Niederlage fast schon perfekt. Didier Défago hatte als Kombinierer immerhin andeuten können, dass er trotz seiner aktuellen Baisse kein so schlechter Skifahrer ist. Défago setzte sich überraschend auf den 23. Platz, wurde aber später disqualifiziert: Wegen einem Fehler an Tor Nummer 23 ...

Rocca tat es seinem Trainer gleich

Giorgio Rocca, der Mann aus Livigno mit Schweizer Wurzeln (seine Mutter ist Bündnerin), fährt derzeit mit einer aussergewöhnlichen Konstanz. In den ersten drei Slaloms der Saison hatte er die Ränge 4, 2 und 3 belegt.

Da war fast logisch, dass wieder einmal ein Sieg folgen musste. Zudem hatte ihm sein heutiger Trainer Angelo Weiss, der in Chamonix vor vier Jahren seinen einzigen Weltcupsieg errungen hatte, den vielleicht entscheidenden Tipp mitgegeben: "Wenn ich hier gewinnen konnte, dann kannst du das noch viel mehr."

Rocca hatte nach dem ersten Lauf mit 53 Hundertsteln Rückstand auf den führenden Österreicher Rainer Schönfelder auf Rang 4 gelegen. Am Ende war er aber der Beste der Regen-Spezialisten. Rocca feierte seinen dritten Weltcupsieg, nachdem er letzte Saison in Wengen und in Hafjell triumphiert hatte.

Der 28-Jährige setzte sich um acht Hundertstel vor den Franzosen Pierrick Bourgeat (5. nach dem 1. Lauf) und um 0,43 Sekunden vor den Amerikaner Bode Miller. Von den ersten drei bei Halbzeit kam keiner aufs Podest: Schönfelder fiel von 1 auf 4, der zweifache Saisonsieger Kalle Palander (Fi) von 2 auf 16 und der Österreicher Manfred Pranger von 3 auf 6 zurück.

Bode Miller entschied dank seinem Vorstoss im Slalom auch die Kombination für sich, in der mit Zurbriggen (9.), Didier Cuche (12.) und Ambrosi Hoffmann (15.) auch noch drei Schweizer punkteten.

In der Abfahrt hatte der Amerikaner zwar nur den enttäuschenden 34. Platz belegt, doch da der Österreicher Benjamin Raich seinen zweiten Slalomlauf etwas gar stark verbremste und nur 18. wurde, reichte es zum Sieg. Allerdings sprachen letztlich nur drei Hundertstel für Miller. Und Lasse Kjus, der Dritte, wurde auch nur um sechs Hundertstel geschlagen.

Kjus übernahm dennoch die Spitze im Gesamt-Weltcup, der sich spannend präsentiert wie noch selten zuvor. Kjus liegt nun einen Zähler vor Raich, der sich ebenfalls am bisher führenden Hermann Maier (jetzt 26 Punkte zurück) vorbeischob.

Dahinter lauern aber noch einige andere mit Ambitionen: Die ersten acht des Rankings liegen weniger als 130 Punkte auseinander.

Resultate

Weltcup-Slalom der Männer. Schlussklassement: 1. Giorgio Rocca (It) 1:29,09. 2. Pierrick Bourgeat (Fr) 0,08 zurück. 3. Bode Miller (USA) 0,43. 4. Rainer Schönfelder (Ö) 0,49. 5. Jean-Pierre Vidal (Fr) 0,73. 6. Manfred Pranger (Ö) 0,74. 7. Heinz Schilchegger (Ö) 1,01. 8. Markus Larsson (Sd) 1,08. 9. Akira Sasaki (Jap) 1,18. 10. Kilian Albrecht (Ö) 1,24. 11. Sébastien Amiez (Fr) 1,27. 12. Mario Matt (Ö) 1,29. 13. Martin Marinac (Ö) 1,35. 14. Johan Brolenius (Sd) und Manfred Mölgg (It) 1,38.

16. Thomas Grandi (Ka) und Kalle Palander (Fi) 1,39. 18. Benjamin Raich (Ö) 1,40. 19. Chip Knight (USA) 1,42. 20. Tom Rothrock (USA) 1,57. 21. Andrej Sporn (Sln) 1,61. 22. Ivica Kostelic (Kro) 1,73. 23. Jukka Leino (Fi) 1,92. 24. Mitja Kunc (Sln) 1,95. 25. Aksel Lund Svindal (No) 2,02. 26. Mitja Dragsic (Sln) 2,06. 27. Alain Baxter (Gb) 2,28. 28. Lasse Kjus (No) 2,49. 29. Silvan Zurbriggen (Sz) 2,98. -- 29 der 30 Finalisten klassiert. -- Ausgeschieden: Tom Stiansen (No).

Die besten Laufzeiten:

1. Lauf (Piste Kandahar, 180 m HD, 54 Tore, Kurssetzer Reto Griesenhofer/Sz): 1. Schönfelder 43,80. 2. Palander 0,14. 3. Pranger 0,20. 4. Rocca 0,53. 5. Bourgeat 0,56. 6. Raich 0,80. 7. Stiansen 1,00. 8. Schilchegger 1,07. 9. Kilian Albrecht 1,18. 10. Miller 1,28. Ferner: 12. Zurbriggen 1,52. 13. Kostelic 1,61. 15. Vidal 1,77. 20. Sasaki 2,00. -- Nicht für den 2. Lauf der besten 30 qualifiziert (ausgenommen Kombinierer): 33. Michael Walchhofer (Ö) 3,21. 40. Christoph Gruber (Ö) 3,76. 45. Felix Neureuther (De) 4,42. 49. Didier Cuche (Sz) 5,09. 55. Hermann Maier (Ö) 6,23. 56. Ambrosi Hoffmann (Sz) 6,29. 57. Stephan Eberharter (Ö) 6,70. -- 82 Fahrer gestartet, 62 klassiert. -- Ausgeschieden u.a.: Urs Imboden (Sz), Bruno Kernen (Sz), Didier Défago (Sz), Alois Vogl (De).

2. Lauf (55 Tore, Kurssetzer Claudio Ravetto/It): 1. Marinac 44,14. 2. Sporn 0,04. 3. Vidal 0,11. 4. Svindal 0,28. 5. Miller 0,30. 6. Larsson und Sasaki 0,33. 8. Kunc 0,39. 9. Leino 0,51. 10. Grandi 0,53. Ferner: 14. Rocca 0,62. 17. Bourgeat 0,67. 22. Schilchegger 1,09. 23. Kilian Albrecht 1,21. 24. Kostelic 1,27. 25. Schönfelder 1,64. 26. Pranger 1,69. 27. Raich 1,75. 28. Palander 2,40. 29. Zurbriggen 2,61. -- Ausgeschieden (Kombinierer): Eberharter.

(bert/Si)

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