Ski alpin: Schweizer Nachwuchs ohne Glück und Medaille
publiziert: Donnerstag, 12. Feb 2004 / 17:07 Uhr / aktualisiert: Donnerstag, 12. Feb 2004 / 17:26 Uhr

Patrick Küng und Nadja Kamer haben an den Junioren-WM in Maribor im Super-G einen Podestplatz nur um zwei Zehntel verpasst. Die Schwyzerin vergab mit einem groben Fehler sogar den Titel, den die zeitgleichen Nadia Fanchini (It) und Andrea Fischbacher (Ö) gewannen.

Die Entscheidung fiel äusserst knapp aus. (Bild: Archiv)
Die Entscheidung fiel äusserst knapp aus. (Bild: Archiv)
Am Dienstag hatten Nadja Kamer 13 Hundertstel zu einer Abfahrtsmedaille gefehlt, im Super-G -- ihrem erst zweiten in diesem Winter -- fehlte ihr als Fünfte nur eine Viertelsekunde zum Titel. Kamer ärgerte sich schon nach der Zieldurchfahrt sichtlich, "Zu jenem Zeitpunkt dachte ich allerdings, ich sei 30. oder so."

Womöglich noch tiefer sass die Enttäuschung, als die 17-Jährige erfuhr, wie knapp sie an Gold vorbei geschrammt war. "Mir unterlief auf der Fläche ein Fehler und ich kam in den Neuschnee. Die Trainer meinten, ich hätte dort zwischen einer halben und ganzen Sekunde verloren", sagte die Schwyzerin und begann nochmals zu rechnen.

Die Entscheidung fiel äusserst knapp aus: Hinter den gemeinsamen Ersten Nadia Fanchini (17) und Andrea Fischbacher (18), die ihr erstes WM-Edelmetall gewannen, musste sich die drittklassierte Julia Mancuso (USA) um nur eine Hundertstelsekunde geschlagen geben. Mit Maria Riesch (De) schied die grosse Favoritin aus.

Zwei Schweizer in Top 10

Die Goldmedaille bei den Männern gewann der Schwede Hans Olsson. Patrick Küng (6.) klassierte sich wie schon in der Abfahrt (19.) als bester Schweizer. Dem 20-jährigen Glarner aus Obstalden gelang im Vergleich zum Dienstag eine grosse Steigerung, weshalb er sich eigentlich freuen wollte. Weil er aber die erste WM-Medaille für die Schweizer Delegation um bloss 17 Hundertstel verpasste, ärgerte er sich zugleich: "Ich hatte auf der Fahrt ein gutes Gefühl, beging jedoch kurz vor dem Ziel noch einen Fehler. Wenn ich an einer Weltmeisterschaft aufs Podest will, darf ich den nicht machen."

Um noch mehr Plätze verbesserte sich der Berner Pascal Oesch. In der Abfahrt nur 56., fuhr er mit Startnummer 49 auf Platz 8 und war der einzige Fahrer mit Jahrgang 86 unter den Top Ten. Als angenehmer Nebeneffekt dieses Exploits darf der Heimenschwander, der noch keinem nationalen Kader angehört (Interregion Mitte), heute auch den Riesenslalom bestreiten.

Olsson fuhr mehr als eine Sekunde schneller als alle andern Konkurrenz zu Tal. Der 19-jährige Schwede aus Mora hatte schon im Abfahrtstraining als Schnellster überzeugt, eher er im Rennen am Dienstag mit der besten Zwischenzeit ausschied.

Einen Schweizer Aspekt gibts bei Olssons Triumph: Seine Ski wurden von einem Schweizer Servicemann präpariert. Hinter dem überlegenen Sieger reihten sich mit Manuel Osborne-Paradis, dem letztjährigen Super-G-Weltmeister François Bourque und Brad Spence gleich drei Kanadier ein.

Resultate

Super-G

Männer: 1. Hans Olsson (Sd) 1:17,49. 2. Manuel Osborne-Paradis 1,05 zurück. 3. François Bourque (Ka) 1,14. 4. Brad Spence (Ka) 1,17. 5. Lars Myhre (No) 1,24. 6. Patrick Küng (Sz) 1,31. 7. Olof Buchar (Sd) 1,38. 8. Pascal Oesch (Sz) 1,55. 9. Kurt Pittschieler (It) 1,56. 10. Markus Maier (Ö) 1,65. -- Ferner: 32. Stéphane De Siebenthal 2,66. 34. Manuel Fässler 2,76. 66. Markus Vogel 4,82. 75. Andreas Nigg (Lie) 6,15. -- 95 klassiert.

Frauen: 1. Nadia Fanchini (It) und Andrea Fischbacher (Ö) je 1:26,79. 3. Julia Mancuso (USA) 0,01. 4. Lindsey Kildow (USA) 0,05. 5. Nadja Kamer (Sz) 0,24. 6. Alexandra Grabner (Ö) 0,26. 7. Daniela Müller (Ö) 0,81. 8. Kaylin Richardson (USA) 0,91. 9. Sophie Splawinski (Ka) 1,02. 10. Sarka Zahrobska (Tsch) 1,06. -- Ferner: 27. Miriam Gmür 2,58. 29. Jessica Walter (Lie) 2,72. 33. Monika Wenger 3,06. 36. Martina Bühler 3,23. -- 68 klassiert; ausgeschieden u.a. Valentina Flütsch (Sz) und Maria Riesch (De).

Technische Daten: Piste Habakuk, 2050 m Länge, 580 m HD, 37 Tore (Männer) und 41 Tore (Frauen); Kurssetzer G. Thomsen (Ka/Männer) und S. Kappaurer (Ö/Frauen).

(von Valentin Oetterli, Maribor/Si)

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