Ski alpin: Schweizer Team groggy, bevor der K.o.-Slalom begann
publiziert: Montag, 16. Dez 2002 / 19:17 Uhr / aktualisiert: Montag, 16. Dez 2002 / 21:05 Uhr

(Si) Kamen bei den Frauen mit Sonja Nef und Marlies Oester wenigstens zwei in die 1. Runde, so schieden im ersten K.o.-Slalom der Männer in Sestriere alle Schweizer schon in der Qualifikation aus. Als Sieger ging Ivica Kostelic hervor, 0,01 vor Giorgio Rocca.

Der Kroate Ivica Kostelic.
Der Kroate Ivica Kostelic.
Das ist die erste Nullnummer im Slalom seit dem 10. Dezember 2001 in Madonna di Campiglio, als sämtliche Schweizer die Qualifikation für die zweiten Durchgang verpasst hatten. Ebenfalls leer gingen die Schweizer beim Weltcup-Finale 2001 in Flachau aus, aber in diesem Rennen (der 25 besten) war gar keiner startberechtigt.

Im K.o.-Slalom von Sestriere kam Urs Imboden (Nr. 20) einer Qualifikation am nächsten. Als 35. verpasste er diese um 21 Hundertstel. Der Bündner litt in den letzten zwei Tagen an Fieber und hatte, wie er sich ausdrückte, "keinen Power und langsame Beine". Er wollte das aber nicht als Entschuldigung gelten lassen: "Das wäre nur eine Ausrede. Tatsache ist, dass die Leistung nicht gestimmt hat."

Zurbriggen: "Rückschlag für das Team"

Ähnlich reagierte Silvan Zurbriggen (Nr. 35), dem neben Imboden am ehesten die Qualifikation zugetraut worden war. Als 47. wurde der Walliser weit unter seinem Wert geschlagen, zumal der 13. Rang im Weltcup-Slalom in Park City und die Europacup-Exploits (1. und 2. Platz) Hoffnungen genährt hatte: "Ich habe geschlafen und zuviel Respekt gehabt. Das ist mir einer Lehre. Dabei wäre es so leicht gewesen, sich zu qualifizieren." So kamen zwei Fahrer mit 40er-Nummern, drei mit 50er- und sogar zwei mit 60er-Nummern weiter. "Dieses Rennen war ein Rückschlag für das ganze Team", meinte Zurbriggen. Die Grippe, die ihn während fast einer Woche ans Bett fesselte, wollte er nicht als Grund für die mässige Leistung anführen.

Marco Casanova (mit bandagierter rechter Hand wegen einer Bänder- und Sehnenverletzung) und Daniel Defago blieben schon nach wenigen Toren hängen, so dass Weltcup-Neuling Marc Gini der einzige Lichtblick blieb, obwohl er sich nur als 57. klassierte. Ein Trapezakt beim 5. Tor kostete ihn wertvolle Zeit, ansonst er nahe an an die ersten 30 herangekommen wäre. "Das war mein Ziel", meinte der selbstbewusste Debütant, der bei seiner "Schnupperlehre" sich für weitere Weltcup-Einsätze empfahl. Als 18-jähriger war er mit zwei Jahren Abstand der jüngste im Teilnehmerfeld -- und Silvan Zurbriggen übrigens der drittjüngste.

Frehsner: "Bei FIS-Rennen Selbstvertrauen tanken"

Trotz Krankheit und kleineren Verletzungen einiger Teammitglieder wollte Cheftrainer Karl Frehsner die Bilanz in keiner Weise beschönigen: "Das war weniger, als wir erwarten konnten. Sie können die Leistung nicht bringen, zu der sie imstande wären. Da müssen wir den Hebel ansetzen." Das heisst mit andern Worten: Zurück in den Europacup oder in FIS-Rennen, um dort wieder Selbstvertrauen zu tanken. "Das ist keine Strafversetzung", präzisiert Frehsner, "sondern eine Massnahme zu ihren Gunsten, damit sie zu Erfolgserlebnissen kommen."

Die Schweizer Weltcup-Teams werden deshalb nicht kleiner, aber im Januar vielleicht etwas anders aussehen. "Die Besten aus den FIS- und Europacuprennen kommen mit", sagt Frehsner, und ausser Zurbriggen hat praktisch noch keiner den Start im nächsten Weltcup-Slalom Anfang Januar in Kranjska Gora auf sicher. Marco Casanova wird am nächsten Sonntag einen weiteren Abstecher zum Riesenslalom in Alta Badia machen.

Nach 3 x Janica Kostelic nun Ivica Kostelic

Wie am Vortag bei den Frauen machten auch bei den Männern die Asse den Sieg weitgehend unter sich aus. Nur Bode Miller, der erste K.o.-Sieger im letzten Winter beim Testrennen in Madonna di Campiglio, sowie Rainer Schönfelder, der Gewinner des ersten Slaloms in Park City, scheiterten bereits in der Qualifikation. Nach zwei K.o.-Läufen ohne grössere Überraschungen gewann der Kroate Ivica Kostelic den Finaldurchgang eine Hundertstelsekunde vor dem Italiener Giorgio Rocca.

Rocca hatte seinen Glücksbonus bereits in der 1. K.o.-Runde eingezogen, als er, als Qualifikationsbester, dem Aussenseiter Reinfried Herbst (Ö) unterlag, als "Lucky Loser" (Verlierer mit der besten Zeit) aber wie Olympiasieger Jean-Pierre Vidal trotzdem weiterkam. So muss der Lokalmatador mit einer Schweizer Mutter weiterhin auf seinen ersten Weltcupsieg warten. Und Ivica Kostelic, der dreifache Saison- und Disziplinensieger von 2001/02, sorgte dafür, dass nach dreimal Janica Kostelic nun der Name Kostelic auch in der Siegerchronik des Männer-Slaloms von Sestriere aufgeführt ist.

Schlussklassement: 1. Ivica Kostelic (Kro). 2. Giorgio Rocca (It). 3. Truls Ove Karlsen (No). 4. Hans-Petter Buraas (No). 5. Jean-Pierre Vidal (Fr). 6. Chip Knight (USA). 7. Harald Christian Strand Nilsen (No). 8. Heinz Schilchegger (Ö). 9. Kevin Page (Fr). 10. Manfred Pranger (Ö).

11. Tom Stiansen (No). 12. Kalle Palander (Fi). 13. Reinfried Herbst (Ö). 14. Kilian Albrecht (Ö). 15. Florian Seer (Ö). 16. Rene Mlekuz (Sln). 17. Andreas Nilsen (No). 18. Ales Gorza (Sln). 19. Markus Larsson (Sd). 20. Mitja Kunc (Sln).

21. Markus Ganahl (Lie) und Benjamin Raich (Ö). 23. Sébstien Amiez (Fr). 24. Tom Rothrock (USA). 25. Markus Eberle (De). 26. Johan Brolenius (Sd). 27. Kjetil André Aamodt (No). 28. Hannes Paul Schmid (It). 29. Pierrick Bourgeat (Fr). 30. Edoardo Zardini (It).

Qualifikation (die ersten 30 in der 1. K.o.-Runde): 1. Rocca 45,77. 2. Pranger 0,30. 3. Vidal 0,88. 4. Palander 1,00. 5. Kunc 1,05. 6. Schilchegger 1,14. 7. Karlsen 1,22. 8. Buraas 1,23. 9. Kostelic 1,25. 10. Mlekuz 1,65. Ferner: 19. Page 2,26. 26. Ganahl 2,53. 28. Strand Nilsen und Knight 2,54. -- Nicht qualifiziert: 35. Urs Imboden (Sz) 2,85. 37. Andrzej Bachleda (Pol) 2,90. 39. Drago Grubelnik (Sln) 2,92. 46. Silvan Zurbriggen (Sz) 3,13. 50. Matjaz Vrhovnik (Sln) 3,46. 56. Thomas Geisser (Sz) 3,97. 57. Marc Gini (Sz) 4,09. 58. Thomas Grandi (Ka) 4,38. -- 72 Fahrer gestartet, 63 klassiert. -- Ausgeschieden u.a.: Marco Casanova (Sz), Daniel Defago (Sz), Rainer Schönfelder (Ö), Bode Miller (USA), Mitja Dragsic (Sln) und Alain Baxter (Gb).

1. K.o.-Runde (die 15 Sieger plus die drei schnellsten Verlierer* in der 2. Runde): Herbst (35,42) s. Rocca (35,73*). Pranger (35,20) s. Knight (35,97*). Strand Nilsen (35,98) s. Vidal (36,23*). Palander (35,43) s. Ganahl (36,59). Seer (36,19) s. Kunc (36,45). Schilchegger (36,37) s. Larsson (36,40). Karlsen (37,22) s. Zardini (39,45). Buraas (35,96) s. Rothrock (36,78). Kostelic (37,05) s. Schmid (37,16). Mlekuz (36,82) s. Brolenius (37,11). Gorza (36,56) s. Amiez (36,67). Page (36,92) s. Aamodt (37,13). Albrecht (36,52) s. Raich (36,59). Stiansen (36,80) s. Bourgeat (37,31). Nilsen (36,27) s. Eberle (37,03).

2. K.o.-Runde (die 9 Sieger im Final): Karlsen (34,26) s. Pranger (34,32). Kostelic (34,00) s. Herbst (34,86). Page (34,38) s. Palander (34,84). Rocca (34,45) s. Mlekuz (35,62). Buraas (34,70) s. Stiansen (34,77). Knight (36,36) s. Gorza (out). Strand Nilsen (34,93) s. Albrecht (35,04). Schilchegger (34,81) s. Seer (35,46). Vidal (39,19) s. Nilsen (out).

Final: 1. Kostelic 34,32. 2. Rocca 0,01. 3. Karlsen 0,25. 4. Buraas 0,37. 5. Vidal 0,40. 6. Knight 0,57. 7. Strand Nilsen 0,62. 8. Schilchegger 0,70. -- Ausgeschieden: Page. Technische Daten: Piste Giovanni A. Agnelli, 155 m HD, 41 Tore, Kurssetzer Meynet (Ka).

(Richard Hegglin/sda)

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