Weltcup-Super-G Frauen
Ski alpin: Schweizerinnen geschlagen
publiziert: Samstag, 1. Dez 2001 / 22:34 Uhr

Lake Louise - Die Schweizerinnen enttäuschten und die Beste Corrine Rey Bellet (Bild) fuhr lediglich auf den 16. Platz. Die Überraschung in Lake Louise (Ka) ist Petra Haltmayr. Die Deutsche, die am gleichen Ort vor einem Jahr die erste Abfahrt gewonnen hatte, entschied diesmal den Super-G für sich.

Im vergangenen Winter hatte sie das Kunststück fertig gebracht, Topfavoritin Isolde Kostner zu schlagen, jetzt fuhr Petra Haltmayr abermals «aus dem Nichts» zu ihrem zweiten Weltcup-Sieg. Nach ihren Darbietungen in den beiden Abfahrten mit den Rängen 28 und 33 hatte sie für den bei leichtem Schneefall ausgetragenen Super-G zum Abschluss der Nordamerika-Tournée verständlicherweise niemand auf der Rechnung. Auch die Allgäuerin selber hatte sich eine solch frappante Steigerung nicht zugetraut.

Ohne Druck am stärksten

«Nach den Abfahrten habe ich schon meine Zweifel gehabt und mich eigentlich schon mit der heutigen Abreise beschäftigt. Doch dann habe ich den Super-G doch noch als meine letzte Chance hier betrachtet», erzählte die 26-Jährige aus Rettenberg, die im Sommer in der Sportförderungsgruppe des Bundesheeres zum Oberfeldweibel befördert worden war, und die sich als selbstkritisch und sehr ehrgeizig betrachtet. «Es scheint so, dass ich dann am stärksten fahre, wenn ich mir keinen Druck auferlege und von mir selber nichts Spezielles erwarte.» Selbst das lange Warten im Ziel nahm Petra Haltmayr, die mit der Startnummer 7 ins Rennen gegangen war, gelassen hin. «Wenn eine andere Fahrerin schneller gewesen wäre, hätte ich das akzeptieren müssen. Ich hätte daran ja ohnehin nichts ändern können.» Etwas Besonderes war dieser Erfolg aber allemal. Zum einen war sie im Super-G zuvor noch nie aufs Podest gefahren und hatte 4. Plätze, unter anderem auf dieser Strecke im vergangenen Jahr, als beste Resultate ausgewiesen. Zum anderen sorgte sie für den ersten deutschen Sieg in dieser Disziplin seit Januar 1999, als Hilde Gerg in Maribor (Sln) gewonnen hatte.

Nur Rey-Bellet punktete

Im Vergleich zu Petra Haltmayr gingen die Schweizerinnen den umgekehrten Weg. Nach den beiden Podestplätzen in den Abfahrten mussten sie die Heimreise mit einer deutlichen «Abfuhr» antreten. Corinne Rey-Bellet kam als Beste nicht über den 16. Platz und holte so als Einzige Weltcup-Punkte. Catherine Borghi (33.) und vor allem Sylviane Berthod (40.) erlebten einen jener Tage, an denen «ich besser im Bett geblieben wäre», wie es die Walliserin formulierte.

Die beiden Topfahrerinnen von Maite Nadig mochten ihren «Absturz» denn auch nicht dramatisieren. «Seit dem Riesenslalom in Copper Mountain weiss ich, was Enttäuschungen wirklich sind. Zudem weiss ich, dass die Form stimmt. Verantwortlich für mein schlechtes Abschneiden war, dass ich die Ideallinie nicht halten konnte und deshalb in den bremsenden Neuschnee geraten bin», sagte Corinne Rey-Bellet. Das Gleiche war auch Sylviane Berthod widerfahren: «Ich habe schon unterwegs gemerkt, dass ich heute nicht bei den Schnellsten bin. So was kann passieren. Einmal bist du oben, dann wieder unten.»

Lalive zweite Überraschung

Für die zweite Überraschung war Caroline Lalive besorgt. Die mit der Nummer 1 gestartete Amerikanerin sicherte sich als Dritte hinter der Französin Carole Montillet ihren ersten Podestrang. Ihre stärkste Phase hatte die 22-Jährige aus Steamboat Springs bislang im Januar dieses Jahres mit den Plätzen 6 im Slalom in Flachau und 7 im Super-G in Haus im Ennstal. Während die Österreicherinnen, bei denen Michaela Dorfmeister (6.) wie schon in den Tagen zuvor die Stärkste war, nicht ihr gewohntes Rendement erreichten, rundete Hilde Gerg als Vierte die gelungene Vorstellung der DSV-Athletinnen ab.

(kil/sda)

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