Ski alpin: Startverzicht und Rücktrittsgedanken von Sonja Nef
publiziert: Samstag, 28. Feb 2004 / 21:17 Uhr

Levi - Nachdem Sonja Nef (31) im ersten von zwei Weltcup-Slaloms in Levi (Fi) als 35. die Qualifikation für den Final der besten 30 verpasst hatte, beschloss sie auf die Teilnahme am zweiten Rennen zu verzichten. Die Appenzellerin hegt sogar Rücktrittsabsichten.

Sonja Nef denkt auch laut über einen Rücktritt nach.
Sonja Nef denkt auch laut über einen Rücktritt nach.
Sonja Nef fällte den Verzichtsentscheid selber, sprach sich aber mit ihrem österreichischen Privattrainer Sepp Brunner und Frauen-Cheftrainer Angelo Maina ab. "Am Anfang habe ich noch versucht, Sonja umzustimmen", sagte Brunner.

"Dann habe aber ich gemerkt, dass sie sich nicht in der Lage fühlt, im zweiten Slalom etwas Positives zu erreichen. Einer erfahrenen Athletin wie Sonja muss man diesen Entscheid zugestehen können." Brunner arbeitet seit fast sieben Jahren mit der Riesenslalom-Weltmeisterin von 2001 zusammen.

Wie ursprünglich vorgesehen kehrt Sonja Nef am Sonntagabend mit einem Charterflug nach München und danach mit dem Auto nach Unken in ihre Wahlheimat Österreich zurück. "Sonja wird am Weltcup-Finale in Sestriere ganz bestimmt an den Start gehen", sagte Trainer Brunner.

Das Programm der nächsten zwei Wochen sei aber noch unklar. "Darüber haben wir noch nicht gesprochen, vielleicht ist es besser, wenn wir die geplanten zwei Skitage von nächster Woche ausfallen lassen."

Auch Rücktritt ein Thema

Gemäss ihrem Trainer kämpft Sonja Nef bereits seit dem verpassten Podestplatz in Zwiesel mit Motivationsproblemen. Diese haben sich mit den Nicht-Qualifikationen in Are und nun in Levi noch akzentuiert.

Sie erwäge momentan sogar den Rücktritt, sagte Brunner weiter. "Sie ist unsicher, ob es nächste Saison wirklich besser laufen werde. Ich hoffe aber stark, dass sie den Mumm findet, nochmals zurückzukommen. Sie hat das Potenzial, den Karriereabschluss würdig und erfolgreich zu gestalten."

Der Schweizer Verband und auch er selber, erklärte Brunner, stünden mit allem bereit, um Nef zu unterstützen. Der Trainer rät ihr vom Rücktritt ab. "Sonst wird sie sich das ganze Leben fragen: Hätte ich es nicht nochmals versuchen sollen? Sonja weiss, dass sie es besser kann. Nun muss sie in den kommenden paar Ruhetagen ihren starken Willen wieder finden."

Nach dem Riesenslalom-WM-Gold in St. Anton (2001) holte sich Sonja Nef ein Jahr später an den Olympischen Spielen in Salt Lake City die Bronzemedaille. In ihrer Karriere gewann sie 15 Weltcup-Rennen (13 Riesenslaloms, 2 Slaloms), das letzte Anfang Januar 2003 in Bormio. Zwei Wochen nach der nicht nach Wunsch verlaufenen Heim-WM in St. Moritz erlitt Nef beim Training in Österreich einen Kreuzbandriss im linken Knie, weshalb sie einen grossen Teil der Saisonvorbereitung verpasste.

Ausser im Slalom in Park City, wo sich die langjährige Schweizer Teamleaderin Ende November als Zweite klassierte, stand Nef nie auf dem Podest. "Bis auf das gestrige Rennen war ihre Slalom-Saison gar nicht so schlecht. Momentan sieht halt alles sehr negativ aus", sagte Trainer Brunner. Auch in ihrer Spezialdisziplin Riesenslalom blieb die 31-Jährige in diesem Winter weit unter den Erwartungen.

(bsk/Si)

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