Ski alpin: Vierter Saisonsieg für den Finnen Kalle Palander
publiziert: Sonntag, 25. Jan 2004 / 16:32 Uhr

Als Fünfter des Slaloms von Kitzbühel fuhr der Walliser Silvan Zurbriggen das beste Weltcup-Resultat seiner Karriere heraus. Gleichzeitig belegte er Rang 5 in der Kombination. Kalle Palander (Fi) errang seinen dritten Slalomsieg in dieser Saison.

Kalle Palander feiert den 8. Sieg seiner Karriere.
Kalle Palander feiert den 8. Sieg seiner Karriere.
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Schneetreiben herrschte wie vor einer Woche im Slalom von Wengen (wo Silvan Zurbriggen Rang 9 belegt hatte), als sich der 22-jährige Schweizer vom 7. Zwischenrang noch um zwei Plätze steigerte. Eine Parallele zu den WM vom letzten Februar in St. Moritz, wo Silvan Zurbriggen überraschend Silber erobert hatte: Der Deutsche Felix Neureuther (19), der Sohn von Christian Neureuther und Rosi Mittermaier, erzielte wiederum im zweiten Durchgang Bestzeit (und verbesserte sich in Kitzbühel von Rang 29 auf 12). Vor genau 25 Jahren hatte Christian Neureuther am gleichen Ganslern-Hang den Slalom gewonnen.

"Supertag" für Zurbriggen

Silvan Zurbriggen freute sich: "Das ist ein Supertag für mich." Hemmende Gedanken an die Kombinationswertung hatte er diesmal beiseite schieben können. "In Chamonix war mir dies nicht gelungen", sagte er. Vor zwei Wochen belegte er dort im Slalom den 29. Rang, sein einziger Ausreisser im Verlauf dieser Saison mit fünf weiteren Resultaten in den Rängen 5 bis 11. In Kitzbühel konnte sich der Walliser nun auch wieder in die Top-Siebnergruppe (Startreihenfolge) zurückkämpfen; aus dieser Position, die er in Chamonix verloren hatte, kann er bereits morgen Abend beim Nachtslalom von Schladming wieder starten.

Seine Steigerung führt Zurbriggen auf "ständige, beharrliche Arbeit" zurück. Er erinnerte sich an seinen guten 7. Rang vom Vorjahr in Kitzbühel und hatte "schon am Morgen ein gutes Gefühl." Als Siebter nach dem ersten Durchgang sagte er: "Jetzt ist mein Ziel Platz 5" -- und damit übertraf er auch sein bestes Weltcup-Ergebnis aus dem Vorjahr (6. im Slalom von Lillehammer). Nur 14 Hundertstel betrug sein Rückstand auf Rang 3 -- ein baldiger Podestplatz ist auch aus der Sicht von Zurbriggen selbst in Reichweite gerückt.

Die übrigen beiden Schweizer Slalom-Spezialisten schafften den zweiten Durchgang nicht. Marco Casanova belegte mit der hohen Nummer 72 immerhin den bemerkenswerten 33. Rang, nur 2/10 von einem Finalplatz entfernt, Urs Imboden wurde 42.

Ein "Traum" ging auch für den letztjährigen Slalom-Weltcupsieger Kalle Palander (27) in Erfüllung. "Nach meinem schwachen Abschneiden in Chamonix und dem Ausfall in Wengen war es für mich unheimlich wichtig, wie im letzten Winter den bedeutendsten Weltcup-Slalom zu gewinnen", sagte er. Neben den Slalom-Erfolgen von Park City und Flachau hat der Finne diese Saison auch den Riesenslalom von Alta Badia gewonnen. Insgesamt feierte er vor 15 000 Zuschauern den 8. Sieg seiner Karriere.

Grandi wie in Wengen

Um 19/100 lag Palander am Ende vor dem überraschenden Kanadier Thomas Grandi (31), der nach seiner Bestzeit im zweiten Durchgang von Wengen erneut Laufschnellster wurde. Der in Bozen im Südtirol geborene Grandi war als Zweijähriger mit seinen Eltern nach Kanada ausgewandert und hat nun seiner neuen Heimat den ersten Slalom-Podestplatz in der Geschichte des Weltcups beschert. In Wengen war er Fünfter.

Im Riesenslalom allerdings hatte der Kanadier 1998 als Dritter von Park City schon einmal auf einem Weltcup-Podest gestanden. Grandi, der die Weihnachtsfeiertage mit seiner aus Andermatt stammenden Freundin im Gotthard-Dorf verbracht und dort auch seinen 31. Geburtstag gefeiert hatte, war "verunsichert und verärgert" zum ersten Lauf gestartet. "Auf dem Weg zum Skilift rutschte ich aus und fiel auf den Hinterkopf", erzählte er.

Für die zweite Kombinationswertung des Jahres zählte die von Lasse Kjus gewonnene Abfahrt vom Donnerstag. Bode Miller (USA), der sonst in diesem Winter "erst" zwei Riesenslaloms gewonnen hatte, gewann wie in Chamonix auch diese Kombination (7. in der Abfahrt und 4. im Slalom, nur 2/100 vor Zurbriggen). Trotzdem liegt er in der Weltcup-Gesamtwertung mit 701 Punkten noch hinter Lasse Kjus (824), Benjamin Raich (818) und Hermann Maier (732).

Neben Zurbriggen, der als zweifacher Fünfter des Tages insgesamt 90 Weltcup-Punkte eroberte, punkteten in der Kombination auch Didier Défago (7.), Bruno Kernen (19.), der Abfahrtsdritte vom Samstag Ambrosi Hoffmann (12.) sowie Didier Cuche (15.).

Kitzbühel. Weltcup-Kombination der Männer (Abfahrt Donnerstag/Slalom Sonntag): 1. Bode Miller (USA) 3:31,43. 2. Benjamin Raich (Ö) 1,01 zurück. 3. Lasse Kjus (No) 3,24. 4. Michael Walchhofer (Ö) 4,05. 5. Silvan Zurbriggen (Sz) 4,48. 6. Pierrick Bourgeat (Fr) 4,83. 7. Didier Défago (Sz) 6,42. 8. Aksel Lund Svindal (No) 6,44. 9. Peter Fill (It) 6,91. 10. Bruno Kernen (Sz) 7,41.

11. Ondrej Bank (Tsch) 7,72. 12. Ambrosi Hoffmann (Sz) 7,81. 13. Bjarne Solbakken (No) 8,01. 14. Hermann Maier (Ö) 8,08. 15. Didier Cuche (Sz) 9,48. 16. Stephan Eberharter (Ö) 10,50. 17. Patrik Järbyn (Sd) 12,76. 18. Pawel Tschestakow (Russ) 16,58. -- 18 Fahrer klassiert.

Kitzbühel (Ö). Weltcup-Slalom der Männer in Kitzbühel: 1. Kalle Palander (Fi) 1:30,63. 2. Thomas Grandi (Ka) 0,08 zurück. 3. Rainer Schönfelder (Ö) 1,06. 4. Bode Miller (USA) 1,18. 5. Silvan Zurbriggen (Sz) 1,20. 6. Mario Matt (Ö) und Benjamin Raich (Ö) 1,23. 8. Truls Ove Karlsen (No) 1,43. 9. Tom Rothrock (USA) 1,52. 10. Ivica Kostelic (Kro) 1,57. 11. Kilian Albrecht (Ö) 1,60. 12. Felix Neureuther (De) 1,75. 13. Giorgio Rocca (It) 1,84. 14. Martin Marinac (Ö) 1,87. 15. Kurt Engl (Ö) 2,03. 16. Pierrick Bourgeat (Fr) 2,09. 17. Jean-Pierre Vidal (Fr) 2,12. 18. Heinz Schilchegger (Ö) 2,20. 19. Manfred Mölgg (It) 2,21. 20. Julien Cousineau (Ka) 2,23.

21. Rene Mlekuz (Sln) 2,24. 22. Hannes Paul Schmid (It) 2,26. 23. Jure Kosir (Sln) 2,31. 24. Giancarlo Bergamelli (It) 2,58. 25. Andreas Nilsen (No) 2,84. 26. Chip Knight (USA) 3,14. 27. Johan Brolenius (Sd) 3,39. 28. Jukka Leino (Fi) 7,64 (ohne Weltcuppunkte). -- 28 der 30 Finalisten klassiert. -- Ausgeschieden: Alain Baxter (Gb) und Mitja Dragsic (Sln).

Die besten Laufzeiten:

1. Lauf (Piste Ganslern, 180 m HD, 54 Tore, Kurssetzer Skavik/No): 1. Grandi 44,23. 2. Palander 0,19. 3. Schönfelder 0,29. 4. Kostelic 0,64. 5. Raich 0,73. 6. Bourgeat 0,77. 7. Zurbriggen 0,84. 8. Miller 0,86. 9. Schilchegger 0,91. 10. Karlsen 1,02. Ferner: 16. Matt 1,30. 29. Neureuther 2,08. -- Nicht für den 2. Lauf der 30 Besten qualifiziert (Kombinierer ausgenommen): 33. Marco Casanova (Sz) 2,30. 38. Markus Ganahl (Lie) 2,61. 42. Michael Walchhofer (Ö) und Urs Imboden (Sz) 2,80. 44. Lasse Kjus (No) 2,84. 49. Aksel Lund Svindal (No) 3,29. 53. Didier Défago (Sz) 3,46. 59. Alois Vogl (De) 3,86. 64. Bruno Kernen (Sz) 4,54. 66. Ambrosi Hoffmann (Sz) 4,83. 67. Hermann Maier (Ö) 5,37. 69. Stephan Eberharter (Ö) 6,09. 70. Didier Cuche (Sz) 6,23. -- 96 Fahrer gestartet, 73 klassiert. -- Ausgeschieden u.a.: Manfred Pranger (Ö), Tom Stiansen (No), Markus Larsson (Sd), Akira Sasaki (Jap) und Sébastien Amiez (Fr).

2. Lauf (53 Tore, Kurssetzer Martin/Fr): 1. Neureuther 46,07. 2. Palander 0,14. 3. Matt 0,26. 4. Grandi 0,41. 5. Kosir 0,55. 6. Miller 0,65. 7. Schmid 0,66. 8. Zurbriggen 0,69. 9. Engl 0,72. 10. Rothrock 0,73. Ferner: 14. Raich 0,83. 17. Schönfelder 1,10. 21. Kostelic 1,26.

Männer. Gesamtwertung (nach 24 von 40 Prüfungen): 1. Lasse Kjus (No) 824. 2. Benjamin Raich (Ö) 818. 3. Hermann Maier (Ö) 732. 4. Bode Miller (USA) 701. 5. Stephan Eberharter (Ö) 682. 6. Michael Walchhofer (Ö) 638. 7. Hans Knauss (Ö) 565. 8. Kalle Palander (Fi) 564. 9. Daron Rahlves (USA) 556. 10. Andreas Schifferer (Ö) 492. 11. Bjarne Solbakken (No) 426. 12. Rainer Schönfelder (Ö) 359. 13. Didier Cuche (Sz) 326. 14. Giorgio Rocca (It) 320. 15. Aksel Lund Svindal (No) 314. 16. Ambrosi Hoffmann (Sz) 307. 17. Christoph Gruber (Ö) 277. 18. Ivica Kostelic (Kro) 271. 19. Thomas Grandi (Ka) 265. 20. Heinz Schilchegger (Ö) 252. 21. Patrik Järbyn (Sd) 243. 22. Manfred Pranger (Ö) 240. 23. Fritz Strobl (Ö) und Silvan Zurbriggen (Sz) 236. 25. Pierrick Bourgeat (Fr) 232. 26. Antoine Dénériaz (Fr) 226. 27. Davide Simoncelli (It) 216. 28. Bruno Kernen (Sz) 200. 29. Frédéric Covili (Fr) 190. 30. Massimiliano Blardone (It) 186.

Ferner: 40. Didier Défago 131. 47. Tobias Grünenfelder 92. 50. Paul Accola 84. 53. Franco Cavegn 74. 84. Rolf von Weissenfluh 29. 95. Marco Casanova 21. 102. Urs Imboden 16. 122. Konrad Hari 6.

Abfahrt (nach 7 von 12 Rennen): 1. Stephan Eberharter (Ö) 431. 2. Michael Walchhofer (Ö) 390. 3. Daron Rahlves (USA) 355. 4. Hermann Maier (Ö) 318. 5. Lasse Kjus (No) 316. 6. Hans Knauss (Ö) 294. 7. Antoine Dénériaz (Fr) 226. 8. Andreas Schifferer (Ö) 212. 9. Fritz Strobl (Ö) 193. 10. Ambrosi Hoffmann (Sz) 166. 11. Klaus Kröll (Ö) 150. 12. Johann Grugger (Ö) 146. 13. Bjarne Solbakken (No) 136. 14. Hannes Trinkl (Ö) 132. 15. Kristian Ghedina (It) 128. Ferner: 16. Bruno Kernen 126. 18. Didier Cuche 107. 22. Franco Cavegn 74. 30. Didier Défago 38. 33. Paul Accola und Rolf von Weissenfluh 29. 46. Tobias Grünenfelder 10.

Slalom (nach 6 von 11 Rennen): 1. Kalle Palander (Fi) 315. 2. Giorgio Rocca (It) und Rainer Schönfelder (Ö) 310. 4. Benjamin Raich (Ö) 282. 5. Manfred Pranger (Ö) 240. 6. Ivica Kostelic (Kro) 195. 7. Thomas Grandi (Ka) 170. 8. Silvan Zurbriggen (Sz) 162. 9. Pierrick Bourgeat (Fr) und Mario Matt (Ö) 142. 11. Manfred Mölgg (It) 120. 12. Kilian Albrecht (Ö) und Heinz Schilchegger (Ö) 118. 14. Bode Miller (USA) 110. 15. Johan Brolenius (Sd) 98. Ferner: 42. Urs Imboden 16.

(rr/Si)

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