Ski alpin-WM: Cuche glaubt fest an eine Medaille
publiziert: Freitag, 31. Jan 2003 / 20:08 Uhr

(Si) Wenn es eine Disziplin gibt, in welcher die Schweizer Männer eine Medaille erwarten dürfen, so ist dies der Super-G vom Sonntag, das allererste Rennen der alpinen WM in St. Moritz. Viel dürfte aus einheimischer Sicht von diesem Start abhängen.

Didier Cuche und Didier Defago während der Pressekonferenz.
Didier Cuche und Didier Defago während der Pressekonferenz.
Dank Didier Cuche und Didier Défago, die in dieser Saison schon je einen Super-G gewannen, gehören die Schweizer zu den Favoriten auf die Medaillen, und dies ausgerechnet in jener Sparte, die so lange fast nichts als Verdruss und Probleme gebracht hatte. Zwischen 1992 (Paul Accola siegte damals in Morioka) und dem Saisonfinale von 2002 in Altenmarkt (Sieger Cuche) war nie mehr ein Schweizer erfolgreich geblieben. Das hat sich inzwischen nachhaltig geändert.

Im letzten Winter stand in jedem Weltcup-Super-G ein Schweizer auf dem Podest (fünfmal Cuche, einmal Défago). Nur einmal klappte es damals nicht: ausgerechnet beim wichtigsten Anlass in Salt Lake City, wo Défago als bester Schweizer Platz 6 belegte und Cuche in aussichtsreicher Lage ausschied. Das soll sich in St. Moritz nicht wiederholen.

Cuche jedenfalls hat jenen Zwischenfall schon längst abgehakt: "Ich habe damals alles gegeben. Das war für mich besonders wichtig. Ich brauchte mir hinterher nichts vorzuwerfen. Ich bin sowieso nicht einer, der lange an so etwas herumstudiert." Das muss er auch nicht. Sein Leistungsausweis in den letzten beiden Wintern ist zu beeindruckend. In sieben der letzten zehn Weltcup-Super-G stand er auf dem Podest, zweimal ganz oben. "Ich kann es schaffen", ist er von sich überzeugt, "ich glaube ganz fest an die Medaille, jeden Morgen schon beim Aufstehen." Eine Auszeichnung hat er ja bereits auf sicher: Die Silbermedaille von 1998 in Nagano, die er ebenfalls im Super-G errang.

Versprechen will und kann er nichts, aber Cuche ist überzeugt, "im Kopf so stark" zu sein wie noch nie, "und die Form steigt". Die Voraussetzungen für den Gewinn einer zweiten Medaille scheinen in der Tat gut: In St. Moritz wird ein Kälteeinbruch erwartet, was Cuche entgegen kommen könnte. "Tiefe Temperaturen bedeuten noch nicht, dass es auch eisig sein wird", hält der Neuenburger, der weiche Verhältnisse gar nicht liebt, fest.

Hoffentlich liegt diesmal das einzige Rennen, in dem in diesem Winter kein Schweizer auf dem Podest stand (Kitzbühel am Montag mit dem fünffachen Österreicher Triumph), schon hinter uns. Den letzten Schliff gaben sich die vier Schweizer Super-G-Starter zuletzt in Savognin, wo sie am Freitag in einem rund 50 Fahrsekunden langen Super-G bei besten Bedingungen den Ernstfall proben konnten. "Jeder Fahrer konnte in Absprache mit den Serviceleuten selber entscheiden, wie viele Fahrten er absolvieren will", erklärte Abfahrtstrainer Franz Heinzer.

Didier Défago scheint die bestechende Dezember-Form etwas verloren zu haben. Im Januar kam er in keiner Disziplin (Kombination ausgenommen) in die Top-Ten-Ränge. Dennoch spricht auch er davon, "ein gutes Gefühl zu haben." Ein besonderes Rennen steht dem Davoser Ambrosi Hoffmann bevor, der im Super-G von Beaver Creek als Fünfter überrascht hatte und dessen Fortschritte in den technischen Abschnitten besonders augenfällig sind: "Als Bündner bin ich natürlich speziell motiviert." Ähnliche Saison-Resultate wie Hoffmann bringt Bruno Kernen als Referenz. Auch er weist einen 5. Platz (in Val Gardena) als bestes Ergebnis auf. "Meine Rolle in diesem Super-G", so Kernen, "sehe ich als Joker."

Der Weg zum WM-Titel im Super-G, den als bisher einzige Schweizer Pirmin Zurbriggen (1987) und Martin Hangl (1989) errangen, führt natürlich nicht an den Österreichern vorbei. Hermann Maier will das mittlerweile bereits nicht mehr so Unmögliche probieren, und Stephan Eberharter peilt 12 Jahre nach seinem Sieg von Saalbach ein zweites Mal Gold im Super-G an. Doch die Favoriten waren die Österreicher schon zuletzt 2001 an der WM in St. Anton. Dort gewann schliesslich der Amerikaner Daron Rahlves. Und im letzten Winter an den Olympischen Spielen in Salt Lake City stand der Norweger Kjetil André Aamodt den sieggewohnten Österreichern vor der Sonne.

(Werner Eisenring/sda)

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