Ski alpin/WM03: Auch der zweite Riesen-Trumpf stach nicht
publiziert: Donnerstag, 13. Feb 2003 / 18:30 Uhr

(Si) Einen Tag nach Michael von Grünigen hat auch der zweite grosse Schweizer Trumpf nicht gestochen. Titelverteidigerin Sonja Nef musste sich im Riesenslalom mit Platz 8 bescheiden. Dagegen wurde die Schwedin Anja Pärson ihrer Favoritenrolle gerecht.

Anja Pärson feierte ihren Sieg wie immer mit einer Bauchlandung.
Anja Pärson feierte ihren Sieg wie immer mit einer Bauchlandung.
Es war nicht der Tag von Sonja Nef. Im ersten, von ihrem persönlichen Trainer ausgeflaggten Lauf, hatte sie sich nach einem schweren Fehler im oberen Teil einen Rückstand von anderthalb Sekunden eingehandelt - das neuerliche "Riesen"-Gold war bereits in unerreichbare Ferne gerückt. Im zweiten Durchgang verlor sie auf halbem Weg den rechten Stock.

Verdammt blöd gelaufen

Damit war auch der letzte Funken Hoffnung erloschen, Sonja Nef könnte es Erik Schlopy gleich tun und das Feld nach dem 12. Zwischenrang von hinten aufrollen. Am Ende fehlten trotzdem nur 52 Hundertstel auf Bronze. "Es ist verdammt blöd gelaufen. Im ersten Lauf war ich selber schuld, im zweiten war die Leistung mit einem Stock nicht so schlecht."

Vom Schweizer Quintett figurieren neben Sonja Nef nur noch Marlies Oester (14.) und Nadia Styger (20.) im Klassement. Die Kombinations-Dritte aus Adelboden ("Ich muss mich trotz Müdigkeit bis zum Slalom am Samstag durchbeissen") und die Schwyzerin zeigten Leistungen, die aufgrund der Weltcup-Platzierungen erwartet werden konnten. Für die 18-jährige Fabienne Suter endete die WM-Premiere im Fangnetz, die fieber- und grippegeschwächte Fränzi Aufdenblatten ("Ich weiss nicht, wann ich letztmals krank war") trat am Nachmittag nicht mehr an. Nach der achtbesten Zwischenzeit war die Zermatterin nach einem groben Schnitzer hoffnungslos zurückgefallen (41.).

Anja Pärsons Rekordvorsprung

Anja Pärson überragte wieder einmal alle; die Schwedin nutzte ihren ersten Auftritt an dieser Weltmeisterschaft mit zweimal Laufbestzeit und dem in einem WM-Riesenslalom noch nie erreichten Vorsprung von 1,55 Sekunden zu einer Machtdemonstration. Die krasse Überlegenheit überraschte die neue Weltmeisterin selber. Unerwartet kam das klare Verdikt aber nicht, zumal sie schon die letzten zwei Riesenslaloms im Weltcup (in Cortina 1,10 vor Janica Kostelic, in Maribor 1,22 vor Nicole Hosp) in ähnlichem Masse dominiert hatte.

Noch im Dezember hatte bei Anja Pärson im Riesenslalom wenig zusammengepasst. Einen der Gründe, weshalb sie im Januar auch in ihrer zweiten Disziplin zur Siegfahrerin geworden ist, sieht die 21-Jährige, in einem kurzen Aufenthalt über Neujahr zu Hause in Tärnaby. "Nach den missglückten Rennen am Semmering musste ich etwas Distanz nehmen zum Skifahren. Ich konnte gut abschalten und mich in Ruhe auf die nächsten Aufgaben vorbereiten", berichtete die Skandinavierin, die nach dem Slalom vor zwei Jahren in St. Anton ihren zweiten WM-Titel und die bereits fünfte Medaille an einem Grossanlass errang.

Dass sie die Kraft für ihre Grosstaten in heimischen Gefilden tankte, überrascht nicht. Anja Pärson weist immer wieder darauf hin, wie wichtig ihr das private Umfeld ist. In St. Moritz kann sie nicht nur auf ihren Vater und Trainer Anders, sondern auf den Support der ganzen Familie zählen. Im Engadin ist ausserdem Ingemar Stenmark zugegen. "Schön, dass er dabei war. Ingemar ist ein guter Freund von uns", sagt Anja Pärson über den ehemaligen Superstar, der im 600-Seelen-Ort Tärnaby nur einen Steinwurf von den Pärsons entfernt aufgewachsen ist. Kann Anja Pärson von Ratschlägen Stenmarks profitieren? "Er hilft mir, wenn ich ihn darum bitte. Allerdings bin ich ganz zufrieden mit meinem Vater."

Zufrieden mit sich und der Welt waren auch Denise Karbon und Allison Forsyth, die überraschend Silber und Bronze gewannen. Die Südtirolerin, 1999 Junioren-Weltmeisterin im Riesenslalom, hatte im Weltcup bislang erst einmal, am Semmering als Dritte, den Sprung aufs Podest geschafft. Die Kanadierin war wohl schon viermal Zweite, in diesem Winter aber über zwei 8. Plätze nicht hinaus gekommen. Auf eine WM-Medaille mussten die Kanadierinnen in einem technischen Wettbewerb 33 Jahre warten - seit dem Riesenslalom- Sieg von Betsy Clifford 1970 in Val Gardena.

(David Bernold, St. Moritz /sda)

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