Ski nordisch: FIS-Springen statt Weltcup
publiziert: Sonntag, 14. Dez 2003 / 18:35 Uhr

Kein Skisprung-Weekend wie jedes andere: Simon Ammann bestritt ein drittklassiges FIS-Springen, auf Stufe Weltcup liess starker Wind nur einen Durchgang zu. Der Finne Tami Kiuru gewann ihn und feierte seinen ersten Weltcup-Sieg.

Ammann konnte in St. Moritz Moral tanken. (Bild: Archiv)
Ammann konnte in St. Moritz Moral tanken. (Bild: Archiv)
Die verpasste Qualifikation am Freitag für das erste von zwei geplant gewesenen Weltcup-Springen in Titisee-Neustadt hatte für Simon Ammann Konsequenzen. Trainer Berni Schödler schickte ihn wie die beiden Einsiedler Marco Steinauer und Marc Vogel nach St. Moritz, wo das Trio zu Trainingszwecken am Sonntag am FIS-Springen teilnahm. Eine Woche vor dem Heimspiel auf der Titlis-Schanze in Engelberg zog Schödler die Notbremse. Die Massnahme unterstrich seine zu Saisonbeginn geäussserte Absicht, nur konkurrenzfähige Springer im Weltcup einzusetzen.

Ammann nahm die Versetzung ohne Murren hin. "Wenn ich nicht mehr springen kann, muss ich es halt wieder lernen." Ein erster Schritt ist gemacht. Am Nachwuchs-Wettkampf vor drei Dutzend Zuschauern auf der Olympia-Schanze gelangen "Simi" zwei solide Sprünge auf 96 m. Den angestrebten Sieg musste er mit dem Österreicher Nicolas Fettner teilen. Dennoch zog Ammann ein positives Fazit. "Da war Drive drin. So tanke ich Moral", sagte der 22-jährige Toggenburger. Er reiste noch am Sonntagabend zurück nach Titisee-Neustadt, wo er heute Montag trainieren wird. Ab Mittwoch springen die Schweizer in Engelberg.

Kiuru nutzte Gunst der Stunde

Im Weltcup hat Ammann nicht viel verpasst. Zum einzigen Durchgang am Sonntag durften nur jene Athleten antreten, die sich für den am Samstag abgesagten Wettkampf qualifiziert hatten. Grosser Profiteur der unsteten Bedingungen war der routinierte Finne Tami Kiuru. Er verdankte seinen Sieg nicht zuletzt dem Umstand, dass sich von den mit hohen Nummern gestarteten Favoriten einzig Landsmann Janne Ahonen als Dritter in den vordersten Positionen einreihen konnte.

Zu den Geschlagenen gehörte der einheimische Hoffnungsträger und Superstar Sven Hannawald, der als 37. nur drei Ränge vor Andreas Küttel klassiert war. Der einzige Swiss-Ski-Vertreter machte aus verhältnismässig günstigen Bedingungen zu wenig und setzte so den Punkt auf das "i" der Schweizer Tr-i-stesse.

Tami Kiuru hatte es bis gestern erst einmal auf das Podium eines Weltcup-Springens geschafft -- im letzten Winter auf seiner Heimschanze in Lahti. Als er die Umstände seines ersten Siegs beschreiben musste, kam er am Begriff "Lotterie" nicht vorbei. Dennoch gab es wohl keinen, der dem 27-jährigen den Erfolg nicht gegönnt hätte. Gemäss seinem früheren Trainer Hannu Lepistö hatte Kiuru fünf Jahre gebraucht, bis er den schweren Sturz von 1996 (in Lahti) verarbeitet hatte. A propos Lepistö: Dessen schwach in den Winter gestarteten Austria-Adler schafften dank Andreas Widhölzl (Zweiter) den 400. Podestplatz im Weltcup -- und den ersten in dieser Saison.

Am Samstag konnte lediglich der Deutsche Stefan Pieper einen Wettkampfsprung absolvieren; danach wurde die Konkurrenz unterbrochen und nach einer guten Stunde Wartezeit schliesslich auf Sonntag verschoben. Der Plan, am Sonntag auch einen Qualifikatinons- und zwei weitere Wettkampfsprünge durchzupauken, scheiterte am Veto des Windes.

Dieser tritt in der ersten Saisonphase als grosser Spielverderber auf. Bereits zum Saisonauftakt in Kuusamo (Fi) war ein Springen in einem Durchgang entschieden worden, bereits vor Wochenfrist in Trondheim hatte ein Wettkampf abgesagt werden müssen. In Engelberg kann es fast nur besser kommen.

Resultate

Titisee-Neustadt (De). Weltcup-Springen (1 Durchgang): 1. Tami Kiuru (Fi) 145,8 (136 m). 2. Andreas Widhölzl (Ö) 140,8 (133,5). 3. Janne Ahonen (Fi) 139,9 (133). 4. Anders Bardal (No) 137,4 (133). 5. Björn Einar Romören (No) 137,3 (133,5). 6. Noriaki Kasai (Jap) 127,7 (126,5). 7. Georg Späth (De) 126,3 (126). 8. Andreas Kofler (Ö) 126,2 (126,5). 9. Stephan Hocke (De) 125,8 (126). 10. Hideharu Miyahira (Jap) 125,4 (125,5).

11. Henning Stensrud (No) 124,7 (126,5). 12. Adam Malysz (Pol) 124,5 (125). 13. Sigurd Pettersen (No) und Matti Hautamäki (Fi), je 123,0 (125). 15. Alexander Herr (De) 122,1 (124,5). -- Ferner: 37. Sven Hannawald (De) 104,2 (116,5). 40. Andreas Küttel 99,3 (113,5).

Bemerkungen: Simon Ammann, Marco Steinauer und Marc Vogel in der Qualifikation (am Freitag) gescheitert und am FIS-Springen in St. Moritz (am Sonntag) eingesetzt. -- Wegen starken Windes nur ein Weltcup-Springen (am Sonntag).

WC-Stand (4/26): 1. Malysz 211. 2. Roar Ljökelsöy (No) und Ahonen, je 188. 4. Pettersen 156. 5. Veli-Matti Linström (Fi) 152. 6. Kiuru 140. 7. Matti Hautamäki 136. 8. Hannawald 127. -- Ferner: 37. Ammann und Küttel, je 18. -- 53 klassiert.

< St. Moritz. FIS-Springen. Normalschanze: 1. Simon Ammann (Sz) 233,0 (96 m/96 m) und Nicolas Fettner (Ö) 233,0 (97,5/95). 3. Manuel Fettner (Ö) 225,5 (95/94). 4. Marc Vogel (Sz) 220,5 (93/96). 5. Marco Steinauer (Sz) 218,5 (92/96). 6. Michael Nagiller (Ö) 212,0 (91/92).

(von Philipp Bärtsch, Titisee-Neustadt/St. Moritz/Si)

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