Ski nordisch: Lebenszeichen von Simon Ammann
publiziert: Donnerstag, 23. Jan 2003 / 15:11 Uhr

(Si) Doppel-Olympiasieger Simon Ammann hat im Land des Lächelns sein eigenes Lachen wieder gefunden. Der Toggenburger erreichte beim Weltcup-Springen in Hakuba (Jap) als 10. seine zweite Top-Ten-Klassierung der Saison.

Das Training in St.Moritz hat sich für Ammann offensichtlich gelohnt.
Das Training in St.Moritz hat sich für Ammann offensichtlich gelohnt.
Ammann verbesserte sich im zweiten Umgang mit 121 m vom 17. auf den 10. Rang und blieb im Finaldurchgang bloss 2,5 m hinter den Spitzenathleten zurück. "Dieses Resultat gibt mir viel Moral", sagte der Schweizer Teamleader. Beim Neujahrsspringen in Garmisch-Partenkirchen war Ammann Sechster geworden.

Bezüglich Anlaufgeschwindigkeit hielt der Schweizer Sportler des Jahres 2002 den Schaden in Grenzen, und den Absprung erwischte er im zweiten Versuch perfekt. "Simi hat mit dem Ski gearbeitet und zuerst genügend Höhe gewonnen, bevor er die Flugposition eingenommen hat", erklärte Trainer Berni Schödler, der den Wettkampf im kommenden WM-Ort Predazzo (It) vor dem TV-Gerät verfolgte.

Rang 10 wird einzig durch die Tatsache getrübt, dass das gesamte deutsche WM-Team inklusive Sven Hannawald und Martin Schmitt sowie die starken Österreicher Thomas Morgenstern, Andreas Höllwarth und Andreas Goldberger die Japan-Tour nicht bestreiten. Zudem nutzte Ammann die günstigen Bedingungen im ersten Umgang -- der Wettkampf musste wegen wechselhaften Windverhältnissen bei Schneetreiben mehrmals unterbrochen werden -- nicht konsequent. "Hätte ich die Anlaufposition besser gefunden, wäre mehr drin gelegen", gab sich der Olympiasieger selbstkritisch.

Dem Oympia-Sechsten Andreas Küttel (Sz) fehlten als 31. 0,4 Zähler für den vierten Finaleinzug nach 17 Weltcup-Springen.

Nagiller neunter Saisonsieger

Der Überraschungssieger des ersten von drei Springen in Japan heisst Christian Nagiller. Der 18-jährige Österreicher landete bei 132,5 und 122 Metern, feierte seinen ersten Weltcupsieg -- den sechsten für Österreich in dieser Saison -- und fand als neunter Athlet Eingang in die Siegerliste dieses Winters.

Nagiller, der am vergangenen Wochenende in Zakopane Fünfter geworden war, hatte anlässlich der Vierschanzentournee seine Möglichkeiten bereits angedeutet. Nach den Flügen des Tirolers, der damals noch der nationalen Gruppe angehörte, musste der Anlauf in der Qualifikation jeweils verkürzt werden. Nagiller gewann mit 11,7 Zählern Vorsprung deutlich. Mit dem im bisherigen Saisonverlauf schwachen Matti Hautamäki (Fi) und dem Japaner Hideharu Miyahira landeten zwei weitere Aussenseiter auf dem Podest.

Hannawald hat im Kampf um den Gesamtweltcup durch seine Abwesenheit wie erwartet an Boden verloren. Leader Janne Ahonen holte als Sechster wertvolle Punkte. Der Finne verspielte im Final mit 118,5 m den dritten Rang nach dem 1. Durchgang hinter dem Österreicher Duo Nagiller und Reinhard Schwarzenberger. Adam Malysz, der Weltcupsieger der Jahre 2001 und 2002, wahrte mit Rang 5 seine Chance auf den Hattrick.

Den Springern steht nun die zwölfstündige Reise mit Bus, Zug und Flugzeug von Hakuba nach Sapporo bevor. Zwei Springen stehen dort am Samstag (Nachtspringen) und Sonntag auf dem Programm.

(bsk/sda)

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