Ski nordisch: Malysz, wer denn sonst?
publiziert: Freitag, 28. Feb 2003 / 21:30 Uhr

Val di Fiemme - Adam Malysz (Pol) hat überlegen das WM-Springen von der Normalschanze gewonnen und als sechster Athlet an einem Grossanlass das Double geschafft. Für Doppel-Olympiasieger Simon Ammann fanden die Titelkämpfe im Val die Fiemme (It) mit Rang 10 einen versöhnlichen Abschluss.

Nach einem Flug auf 102,5 m im zweiten Umgang strecke der Toggenburger die Faust freudenstrahlend in die Höhe. Von Position 25 hatte er sich mit der viertbesten Weite noch in die Top Ten vorgearbeitet. "Ich habe an den WM wieder aus dem Tief gefunden und konnte mich zum Schluss in Topform präsentieren", zog der Schweizer Teamleader Bilanz.

Allerdings verbarg Ammann seine zwiespältige Gefühlslage nicht, denn die 20. Schweizer WM-Medaille an Nordischen Weltmeisterschaften seit 1925 wäre in Predazzo möglich gewesen. Im Probedurchgang hatte der 21-Jährige bereits die zweitbeste Weite gestanden.

Doch die Medaillenträume blieben von kurzer Dauer. Wütend, mit gehässigem, stur geradeaus gerichtetem Blick stapfte Ammann nach dem ersten Versuch auf 93 m durch den Zielraum. "Ich hätte weinen können", erklärte er hinterher. Er habe zu viel gewollt, sei in der Anlaufposition zu tief gewesen und habe deshalb das optimale Timing verpasst. Andreas Küttel habe ihn in der Pause wieder aufrichten können.

"Simon ist noch nicht stabil genug, um zwei Topsprünge aneinander zu reihen", urteilte Trainer Berni Schödler. "Doch die Tatsache, dass er sich in diesen zwei Wochen mit eigener Kraft aus dem Tief hochgerappelt hat, verdient meinen Respekt". Auf die Resultate zum Saisonabschluss dürfe man jedenfalls gespannt sein.

Ammanns Kollegen Sylvain Freiholz (41.), Küttel (47.) und Marco Steinauer (48.) mussten sich wie schon beim Wettkampf auf der Grossschanze mit einem Umgang begnügen. "Reicht der Blick auf die Rangliste oder braucht ihr noch einen Kommentar", fragte Steinauer beim Medientermin lakonisch.

Malysz unantastbar

Adam Malysz blieb auch auf dem kleinen Bakken eine Klasse für sich. Das Festsetzen der Schanzenrekord-Weite von 107,5 m im zweiten Durchgang schien die einfachste Sache der Welt zu sein, nachdem der 25-Jährige zuvor mit 104 m bereits für eine klare Zäsur gesorgt hatte.

"Ich bin überglücklich. Insbesondere für meine Landsleute, die so zahlreich angereist sind", sagte der Weltcup-Gesamtsieger der letzten zwei Saisons. Die Anlage in Predazzo erküre er nun definitiv zu seiner Lieblingsschanze, zumal ihm wie schon am vergangenen Wochenende zwei perfekte Sprünge geglückt seien, fügte der erfolgreiche Titelverteidiger und 21-fache Weltcup-Sieger an.

Seit den WM 1962 in Zakopane (Pol) erküren die Springer sowohl einen Weltmeister auf der grossen als auch auf der kleinen Schanze. Olympische Spiele ab 1964 eingerechnet, haben nun an 28 Grossanlässen sechs Springer doppeltes Gold nach Hause gebracht. Vor Malysz und Ammann waren die Matty Nykänen (Fi/1999 Calgary), Hans-Georg Aschenbach (DDR/1974 Falun), Gari Napalkow (Russ/1970 Hohe Tatra) und Björn Wirkola (No/1966 Oslo).

Silber ging an Tommy Ingebrigtsen, den Überraschungs-Weltmeister von 1995 in Thunder Bay (Ka). Der 25-jährige Norweger sprach davon, Silber gewonnen und nicht Gold verloren zu haben. Malysz in der jetztigen Verfassung sei praktisch unbezwingbar, meinte der Hobby-Musiker.

Ingebrigsten bildete auf dem Podest die einzige personelle Änderung im Vergleich zur Grossschanze. Der Japaner Noriaki Kasai liess sich erneut Bronze umhängen. "Ich hoffte auf Gold, aber gegen Malysz lässt sich fast nichts ausrichten."

Niederlagen für Österreich und Deutschland

Die im Weltcup dominierenden Österreicher kehren mit den Spezialspringern erstmals seit 1974 in Falun von Weltmeisterschaften ohne Medialle nach Hause. Martin Höllwarth lag als Vierter nach dem 1. Umgang in aussichtsreicher Position, fiel aber noch um drei Ränge zurück. Den deutschen Adlern wurden mit Michael Uhrmann als Bestklassiertem im 13. Rang (Weltcup-Leader Hannawald bloss 24.) die Flügel ebenfalls gestuzt.

Val di Fiemme (It). WM. Springen. Normalschanze.

Schlussklassement: 1. Adam Malysz (Pol) 279,0 (104/107,5). 2. Tommy Ingebrigtsen (No) 263,0 (100,5/105). 3. Noriaki Kasai (Jap) 259,5 (99/104). 4. Hideharu Miyahira (Jap) 259,0 (101/101). 5. Tami Kiuru (Fi) 258,5 (100/102). 6. Arttu Lappi (Fi) 253,5 (99/102). 7. Martin Höllwarth (Ö) 250,5 (100,5/98). 8. Veli-Matti Lindström (Fi) 249,0 (98/101). 9. Matti Hautamäki (Fi) 247,0 (101/95,5). 10. Simon Ammann (Sz) 241,0 (93/102,5) und Björn Einar Romoeren (No) 241,0 (99/96,5).

12. Lars Bystoel (No) 240,5 (98/97). 13. Michael Uhrmann (De) 240,0 (96/98,5). 14. Jakub Janda (Tsch) 237,5 (95,5/98). 15. Kazuyoshi Funaki (Jap) 235,5 (94,5/99). -- Ferner: 24. Sven Hannawald (De) 226,5 (95/94). -- Nicht im Final: 41. Sylvain Freiholz 91,0 (85). 47. Andreas Küttel 87,0 (83). 48. Marco Steinauer 84,5 (82).

1. Durchgang: 1. Malysz 135,5 (104). 2. Miyahira 130,0 (101). 3. Hautamäki 129,5 (101). 4. Höllwarth 128,0 (100,5). 5. Kiuru 127,5 (100). 6. Ingebrigtsen 126,5 (100,5). 7. Kasai 124,5 (99). 8. Romoeren 123,5 (99) und Lappi 123,5 (99). 10. Bystoel 121,5 (98). -- Ferner: 25. Ammann 110,5 (93).

Final: 1. Malysz 143,5 (107,5). 2. Ingebrigtsen 136,5 (105). 3. Kasai 135,0 (104). 4. Kiuru 131,0 (102,5). 5. Ammann 130,5 (102,5). 6. Lappi 130,0 (102). 7. Miyahira 129,0 (101) und Lindstroem 129,0 (101). 9. Höllwarth 122,5 (98) und Uhrmann 122,5 (98,5).

Si

(Hans Leuenberger/sda)

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