Ski nordisch: Schweizer Flieger suchen günstigen Landeplatz
publiziert: Mittwoch, 18. Feb 2004 / 14:35 Uhr

Simon Ammann und Andreas Küttel wollen an den Skiflug-Weltmeisterschaften in Planica (Sln) eine gute Rolle spielen. Für Ammann heisst das, im Kampf um die Medaillen ein Wörtchen mitzureden.

Harrachov, Tschechien, im März 2002. Zweieinhalb Wochen nach dem historischen Auftritt an den Winterspielen in Salt Lake City wagt sich Simon Ammann, der Doppelolympiasieger aus heiterem Himmel, erstmals auf eine Flugschanze. Schwierige Bedingungen halten ihn nicht davon ab, auf Anhieb WM-Fünfter zu werden.

Es ist bis heute Ammanns bestes Skiflug-Resultat. Das soll sich auf der grössten Schanze der Welt ändern. Ammann nimmt in Planica Mass am Podest. "In Oberstdorf (6.) habe ich gezeigt, dass ein Medaillengewinn ein realistisches Ziel ist", sagt Ammann. Dem missglückten Auftritt in Willingen, wo er am letzten Samstag den Final verpasst hatte, misst Ammann keine Bedeutung zu. "In der Luft hat alles gestimmt. Ich habe halt den Absprung verschlafen."

Wenn einer Weitenjagd kein Wind oder Niederschlag im Weg steht und Ammann nach je zwei Sprüngen am Freitag und Samstag ganz vorne dabei sein will, muss er wohl seinen Schweizer Rekord knacken. Vor zwei Jahren war "Simi" in Planica 218 m weit gesprungen. "Diese Marke ist fällig."

Küttel: Endlich im 200er-Klub?

Bevor er in ähnlichen Dimensionen denken kann, muss Andreas Küttel endlich einmal die 200-m-Grenze überschreiten. Wo, wenn nicht in Planica? Die Verantwortlichen haben die Schanze wieder leicht modifiziert -- schliesslich soll Matti Hautamäkis im Vorjahr aufgestellter Weltrekord (231 m) die nächsten Tage nicht überdauern.

Wenn Küttel, dem wie Ammann aussergewöhnliches Flugtalent attestiert wird, sein aktuelles Potenzial abrufen kann, wird er die 200 m im Vorbeigehen (und als erst zweiter Schweizer) schaffen. Der 24-jährige ETH-Student ist im Januar in Liberec (Tsch) erstmals aufs Weltcup-Podest und insgesamt konstanter gesprungen als Ammann. Küttel hat allerdings eine Schwäche, die bei einem Wettkampf mit vier Durchgängen besonders ins Gewicht fallen könnte: Es gelingen ihm zu selten zwei sehr gute Sprünge am Stück. Ändert sich das, kann der Einsiedler in Planica locker in die Top 10 vorstossen. Mit dem Skiflug-Mekka hat er ohnehin noch eine Rechnung offen. Im letzten Jahr war seine Form so schlecht, dass er den Weltcup-Final in Planica sausen liess.

Mit dem anderen gegen den anderen

Weil Berni Schödler um die Stärken und Vorlieben seiner Athleten weiss, hat er der Skiflug-WM in diesem Winter oberste Priorität eingeräumt. Eine interne Favoritenrolle mag der Trainer nicht verteilen. Er stuft Ammann und Küttel gleich ein, legt sich aber nicht auf Platzierungen fest. "Sonst werde ich daran aufgehängt", sagt der Bündner. Schödler gefällt an seinem Duo vor allem das Wechselspiel von miteinander und gegeneinander. Ammann profitiert davon, dass ihm im Gegensatz zur letzten Saison einer aus den eigenen Reihen die Stirn bieten kann. So spornen sie sich gegenseitig an und können der First Class zumindest an guten Tagen zünftig einheizen.

Damit das auch in Planica passiert, haben die Schweizer den Schwerpunkt seit Sonntag auf die Erholung gelegt. "Wenn man nicht frisch ist, macht Skifliegen keinen Sinn", sagt Schödler. Tatsächlich stellt die Hardcore-Version deutlich höhere Anforderungen an Geist und Körper. Die Adrenalin-Produktion zum Beispiel übersteigt den obersten Normwert um das Vierfache. Da muss sich ein Skiflieger beim Bungee-Jumping vorkommen wie an einem Kindergeburtstag.

(Philipp Bärtsch, Planica/Si)

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Simon Ammann gehört nächste Saison als einziger Schweizer der Nationalmannschaft an.
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