Ski nordisch: Skiflug-WM - Roar Ljökelsöy im siebten Skiflug-Himmel
publiziert: Samstag, 21. Feb 2004 / 12:27 Uhr / aktualisiert: Samstag, 21. Feb 2004 / 16:14 Uhr

Der neue König der Skiflieger heisst Roar Ljökelsöy. Der Norweger gewann an den Weltmeisterschaften in Planica vor den Finnen Janne Ahonen und Tami Kiuru Gold. Simon Ammann (14.) und Andreas Küttel (23.) fielen am zweiten Tag zurück.

Für das Schweizer Highlight sorgte gestern Andreas Küttel. Im Probedurchgang (204,5 m) war dem 24-jährigen Schwyzer endlich der erste Flug über die 200-m-Marke gelungen. Nach dem Hüpfer auf 101 m im letzten Durchgang ärgerte sich Küttel, dass er wegen eines Neustarts noch einmal springen musste, als schon sämtliche Entscheidungen gefallen waren.

Auch Simon Ammann war unzufrieden. "Ich habe es heute einfach nicht auf die Reihe gekriegt, mir fehlte die Kaltblütigkeit." Die schlechte Tagesform mit Sprüngen auf 191,5 und 192,5 m stand einer Verbesserung vom 12. Zwischenrang im Weg.

Es nervte Ammann, dass der Abstand zu den Besten in Planica so gross war. Er hatte sich vor der WM eine Medaille zugetraut. Die Erkenntnis, dass die Crème de la Crème noch ausser Reichweite liegt, schmerzte den Toggenburger. Das Swiss-Ski-Duo blieb auch am dritten und letzten Höhepunkt des Winters weit hinter den Zielsetzungen zurück.

Für Trainer Berni Schödler kein Grund, die Ansprüche nach unten zu korrigieren. "Wer nicht mit der Vision eines Medaillengewinns an eine WM reist, hat im Spitzensport nichts zu suchen. Wir wollen uns nicht am Mittelmass orientieren." Allerdings müssten sie sich künftig vermehrt Gedanken darüber machen, wie die Ziele in der Öffentlichkeit formuliert werden sollen.

Erstes Gold eines Kojonkoski-Schützlings Roar Ljökelsöy meisterte die Favoritenrolle doch noch mit Bravour. Weil in den Durchgängen 3 und 4 nur je einer weiter flog als er (222 und 210,5 m), schaffte der Trondheimer den Sprung von Platz 4 auf den Skiflug-Thron. Halbzeit-Leader Georg Späth missriet der dritte Sprung gründlich (202,5 m).

Das Thema Gold war für den knapp 23-jährigen Deutschen damit abgehakt; im Final fiel Späth sogar noch vom 3. auf den 4. Platz zurück. Der letztlich souveräne Erfolg (18 Punkte Vorsprung) von Roar Ljökelsöy ist eng an den Namen Mika Kojonkoski geknüpft. Unter dem Finnen ist Ljökelsöy im letzten Jahr zum Siegspringer gereift.

Jetzt bescherte er dem vielleicht besten Coach im Weltcup die ersehnte Titel-Premiere und Norwegen die erste Skiflug-Medaille, seit Espen Bredesen vor zehn Jahren Silber gewonnen hatte. Kojonkoski schätzt an seinem Captain vor allem dessen Lernfähigkeit und Motivation. "Und last but not least ist er der Talentierteste des ganzen Teams."

Ljökelsöy, der im Mai erstmals Vater wird, hatte in Planica schon andere Premieren erlebt: den ersten Top-Ten-Platz (10. 1993), die erste WM-Teilnahme (42. 1994) und den ersten Podestplatz (2. 1995).

Mit Tommy Ingebrigtsen (5.), Björn Einar Romören (6.) und Tournee-Sieger Sigurd Pettersen (9.) greift Ljökelsöy heute im erstmals ausgetragenen Teamwettkampf nach einer weiteren Goldmedaille. Nur Finnland, das im Einzel ebenfalls ein Quartett unter die ersten zehn brachte, scheint die Norweger am Triumph hindern zu können.

Die finnischen Medaillengewinner Janne Ahonen und Tami Kiuru verbindet eine langjährige Freundschaft. Als Ahonen Erfolge am Laufband zu produzieren begann, unterstütze er seinen stagnierenden Trainingspartner Kiuru auch finanziell.

Nach WM-Gold mit der Mannschaft im Vorjahr gewann Kiuru in diesem Winter erstmals im Weltcup und nun die erste Einzelmedaille. Dass er die Führung (nach drei Durchgängen) nicht verteidigen konnte, vermochte seine Freude nicht zu trüben.

Ahonen ist im Sammeln von Medaillen wesentlich routinierter. Der Weltcup-Leader schaffte gestern schon die zehnte Top-3-Klassierung an einem Grossanlass, die dritte an Skiflug-Weltmeisterschaften.

Schlussklassement: 1. Roar Ljökelsöy (No) 832,1 (191,5 m/221,5 m/222 m/210,5 m). 2. Janne Ahonen (Fi) 814,1 (190/225/216,5/201,5). 3. Tami Kiuru (Fi) 813,0 (197,5/218,5/220/191,5). 4. Georg Späth (De) 808,0 (203,5/225/202,5/195,5). 5. Tommy Ingebrigtsen (No) 807,2 (204,5/225/219/200). 6. Björn Einar Romören (No) 798,7 (177,5/215,5/207/218,5). 7. Matti Hautamäki (Fi) 794,9 (185/217,5/214/200,5). 8. Veli-Matti Lindström (Fi) 783,7 (183,5/219/206,5/204,5). 9. Sigurd Pettersen (No) 781,5 (185,5/216/213,5/200). 10. Michael Uhrmann (De) 778,9 (178,5/214,5/204,5/209,5). 11. Adam Malysz (Pol) 777,1 (187,5/215,5/203,5/196,5). 12. Robert Kranjec (Sln) 773,7 (186,5/214/216/182). 13. Thomas Morgenstern (Ö) 757,8 (170/205,5/209,5/204). 14. Simon Ammann (Sz) 744,0 (180/211/191,5/192,5). 15. Wolfgang Loitzl (Ö) 713,0 (180,5/203,5/186/182,5). -- Ferner: 17. Sven Hannawald (De/TV) 701,9 (176/197,5/191/182,5). 19. Martin Höllwarth (Ö) 624,5 (151,5/179,5/200/161,5). 23. Andreas Küttel (Sz) 594,8 (173/197/193/101).

Stand nach dem 3. Durchgang: 1. Kiuru 630,2. 2. Ljökelsöy 623,5. 3. Späth 620,7. 4. Ahonen 618,3. 5. Ingebrigtsen 612,7. 6. Kranjec 602,3. 7. Hautamäki 599,3. 8. Pettersen 588,0. 9. Malysz 587,3. 10. Lindström 584,8. Ferner: 13. Ammann 560,0. 20. Küttel 536,1.

(von Philipp Bärtsch, Planica /Si)

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