Ski nordisch: WM - Zahlreiche Anwärter auf Medaillen
publiziert: Freitag, 14. Feb 2003 / 14:31 Uhr

(Si) Kaum jemals zuvor war die Ausgangslage im Männer-Langlauf vor Titelkämpfen so offen wie diesmal vor der WM im Val di Fiemme (It). Der Kreis der Medaillenkandidaten reicht von den Norwegern über die Esten bis zu den Russen und den Deutschen.

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In früheren Wintern hatten Seriensieger das Geschehen geprägt. Die Hierarchie war auf Jahre festgeschrieben. Schaffte es ein Aussenseiter auf das Podium, galt dies beinahe schon als Sensation.

In dieser Saison zeigte sich ein völlig anderes Bild. In den 13 Weltcup-Wettkämpfen bis Ende Januar -- bis zum Unterbruch zwecks Vorbereitung der WM -- gab es zwölf verschiedene Sieger. 26 verschiedene Athleten brachten es auf das Podest. Sie gehörten nicht weniger als zehn verschiedenen Nationen an.

Eine wichtige Ursache für diese Öffnung sind die neuen Wettkampfformen. Der Sprint ist hinzugekommen und erweist sich zusehends als eine Angelegenheit der Spezialisten. Die im mitteleuropäischen Raum sehr attraktiven Massenstarts zwingen die Athleten zu einem Umdenken; plötzlich sind Rennintelligenz und taktisches Geschick gefragt. Gleiches gilt für die Doppel-Verfolgung, die ihre WM-Premiere erlebt. Und gewiss nicht unterschätzt werden darf der Effekt der intensivierten und strikteren Dopingkontrollen.

Die Schweden überraschten

In den letzten beiden Wintern wurde der schwedische Langlauf nur durch Per Elofsson repräsentiert. Die Viruserkrankung im vergangenen Sommer, die den zweifachen Weltcup-Gesamtsieger zu einem vorsichtigen Wiederaufbau zwang, schien Elofssons Teamkollegen eine Last von den Schultern zu nehmen. Plötzlich liefen sie an der Spitze mit, Mathias Fredriksson kam gar zu zwei Weltcup-Erfolgen. Diesen Schwung wollen die Schweden in die Titelkämpfe mitnehmen.

Ihren Aufwärtstrend fortgesetzt haben die Deutschen, die durch Axel Teichmann und René Sommerfeldt bei zwei Weltcup-Anlässen den Sieger stellten und die mit Andreas Schlütter, Tobias Angerer und Jens Filbrich über eine starke zweite Garde verfügen. Bedenken, seine Athleten könnten nach den vielen Einsätzen ausgerechnet während der wichtigsten Periode der Saison ausgelaugt sein, verwarf Nationalcoach Jochen Behle ohne Zögern. Erfolg gebe Selbstvertrauen, und im letzten Sommer sei die Basis gelegt worden, um den ganzen Winter durchzustehen, argumentierte er.

Zwei Weltcupsiege durch Sprint-Olympiasieger Tor Arne Hetland sowie ein Erfolg durch Frode Estil sowie weitere fünf Podestplätze bildeten die im Vergleich zu früheren Wintern kümmerliche Ausbeute der Norweger. Früher oft dynamisch in eine neue Saison gestartet, beschritten sie nun den Weg eines kontinuierlichen Aufbaus. Im Val di Fiemme müssen sie beweisen, dass dieser Weg richtig war.

Andrus Veerpalu, Jaak Mae (beide Est), Michail Iwanow und Wassili Rotschew (beide Russ) in der klassischen Technik sowie Vincent Vittoz (Fr) und Lukas Bauer (Tsch) im Skating sind weitere aussichtsreiche Medaillenanwärter. Unter einigem Druck vor dem eigenen Publikum stehen die Italiener. Bei der WM im Heimatland muss der neue Chefcoach Marco Albarello den Beweis antreten, dass er seine Athleten richtig auf den wichtigsten Anlass des Winters vorbereitet hat.

Wer schlägt Bente Skari?

Bei den Frauen ist Bente Skari stärker denn je. Die Norwegerin siegte sogar im Skating. Sie hat ihr Sauerstoff-Aufnahmevermögen verbessert und in der Lauftechnik im Diagonalstil weitere Fortschritte erzielt. Weil sie im Sprint nicht qualifiziert ist und möglicherweise auf die 30 km verzichtet, wird mindestens eine Goldmedaille für eine andere Athletin übrig bleiben.

Die Estin Kristina Smigun, die Italienerin Gabriella Paruzzi und die Deutsche Evi Sachenbacher sind Skaris bekannteste Gegnerinnen. Im ersten Winter nach dem Dopingfall Lasutina/Danilowa werden es die Russinnen schwer haben, Medaillen zu gewinnen. Wenn sie es selbst in der Staffel nicht schaffen, würden sie erstmals seit 1952 und der Aufnahme des Frauen-Langlaufes bei Olympia und Weltmeisterschaften bei einem Grossanlass leer ausgehen.

(bert/sda)

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