Ski nordisch: Wettkampf nach Morgenstern-Salto abgebrochen
publiziert: Samstag, 29. Nov 2003 / 20:40 Uhr

Das zweite Weltcup-Skispringen in Kuusamo (Fi) ist nach einem schlimmen Sturz von Thomas Morgenstern abgebrochen worden. Kurz vor dem 17-jährigen Österreicher war bei misslichen Bedingungen auch dessen Landsmann Andreas Kofler gestürzt. Das Springen wird heute Sonntag um 7 Uhr (MEZ) nachgeholt.

Thomas Morgenstern, dem Junioren-Weltmeister des letzten Winters und Weltcup-Siegers von Liberec (Tsch), drückte es kurz nach dem Absprung den rechten Ski nach unten. Danach schlug der Villacher einen Salto, landete auf dem Rücken und blieb im Auslauf liegen. Nach kurzer Bewusstlosigkeit war die österreichische Nachwuchshoffnung ansprechbar. Morgenstern bekam eine Halskrause zur Stabilisierung der Wirbelsäule angelegt und wurde umgehend ins Spital überführt.

Die Diagnose am Samstagabend ergab, dass der Österreicher glimpflich davongekommen war. "Er hat keine Brüche, nur Prellungen und wahrscheinlich eine Gehirnerschütterung", sagte der österreichische Teamchef Toni Innauer. Morgenstern musste über Nacht zur Beobachtung im Spital bleiben. Das Springen wurde für Sonntag neu angesetzt, vorausgesetzt, die Bedingungen in Kuusamo haben sich bis dahin gebessert.

Zuviel Risiko genommen?

Unter den Fachleuten herrschten unterschiedliche Auffassungen darüber, ob es sich um einen technischen Fehler handelte oder ob eine Windböe zum Zwischenfall führte. FIS-Renndirektor Walter Hofer wollte den Sturz nicht kommentieren, wies eine Mitschuld aber zurück. "Wir haben ihn bei gleichen Bedingungen wie die anderen Springer runter gelassen."

Der deutsche Trainger Wolfgang Steiert, der wie alle Beobachter an der Schanze schockiert war, stützte Hofers Aussage. "Ich möchte nicht in der Verantwortung der Jury stecken. Das ist ein schwieriger Job. Bis zum Zeitpunkt des Sturzes gab es kein grosses Risiko. Morgenstern ist brutal abgesprungen und bei diesen Bedingungen wohl ein zu hohes Risiko eingegangen", sagte Steiert, der zuvor allerdings Stephan Hocke aus Sicherheitsgründen aus dem Wettbewerb genommen hatte. "Für mich war das schwer, aber es war mein bester Entscheid als Trainer, wie sich jetzt gezeigt hat", erklärte Steiert.

Es herrschten den ganzen Tag sehr unterschiedliche Windverhältnisse. Deshalb war die Qualifikation abgesagt und ein erster Wertungsdurchgang mit allen 73 Springern angesetzt worden. Dieser erste Umgang dauerte mit zahlreichen Unterbrüchen bis zum Sturz Morgensterns schon zwei Stunden. Die Wettkampfleitung trug sich wohl mit der Absicht, diesen einen Durchgang durchzuziehen und danach ein Schlussresultat zu verkünden. Zum Zeitpunkt des Abbruches lag Martin Höllwarth (Ö/137,5 m) in Führung. Noch sieben Springer standen oben.

Simon Ammann und Andreas Küttel lagen in den Weltcup-Punkterängen. Mit ihren Weiten von 106,5 m (Ammann) und 108 m (Küttel) waren sie einigermassen bei den Leuten. Der Doppel-Olympiasieger Ammann hatte die Vorgabe von Trainer Berni Schödler erfüllt, die Warterei gut wegzustecken und flüssig vom Schanzentisch zu kommen.

Nur in technischer Hinsicht gelang dem Toggenburger noch immer kein Supersprung: "Sonst wäre ich weiter geflogen." Küttel hatte auf dem Tisch Dampf drauf, musste aber zu Beginn seines Fluges korrigieren: "Als guter Flieger habe ich es nach dem Tisch versiebt." Trainer Schödler warf sogar die scherzhafte Frage in die Runde, weshalb Küttel während seines Fluges unbedingt die Sprungrichter grüssen musste...

(fest/Si)

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