Handlungsbedarf besteht
Skifahrer verletzen sich bei Unfällen am häufigsten am Knie
publiziert: Dienstag, 28. Jan 2014 / 10:18 Uhr
Ein Grossteil der Verletzungen wird durch Stürze verursacht.(Symbolbild)
Ein Grossteil der Verletzungen wird durch Stürze verursacht.(Symbolbild)

Bern - Skifahrer verletzen sich bei einem Unfall am häufigsten am Knie, Snowboarder hingegen meist an Schultern, Armen oder Händen. Das zeigt eine Auswertung der Verletztentransporte der Wintersaison 2012/2013 der Beratungsstelle für Unfallverhütung (bfu) und der Seilbahnen Schweiz.

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Die bfu schätzt, dass sich pro Jahr etwa 66'000 in der Schweiz wohnhafte Ski- und Snowboardfahrer in Wintersportgebieten im In- und Ausland derart verletzen, dass eine medizinische Behandlung erfolgt. Rund sechs Prozent der Verletzungen ziehe einen Arbeitsausfall von mindestens drei Monaten nach sich, teilte die bfu am Dienstag mit.

Besonders schwer wiegen Verletzungen am Kopf. Diese betreffen bei Skifahrern 15 Prozent der Verunfallten, bei den Snowboardern sind es 18 Prozent. Weitaus häufiger verletzen sich Skifahrer allerdings am Knie (35 Prozent) - meistens mit langfristig schwerwiegenden Folgen.

Hier bestehe Handlungsbedarf, schreibt die bfu in ihrer Mitteilung. Eine wichtige Rolle spiele dabei die Skibindung: Bisher habe sich noch keine Technologie am Markt etablieren können, die wesentlich zur Reduktion von Kniegelenkverletzungen beitrage.

Die bfu beteiligt sich nach eigenen Angaben seit Jahren an Forschungsaktivitäten auf diesem Gebiet. Nun sei es an der Industrie, die Entwicklung dieser «intelligenten» Bindungen, von denen es bereits erste Prototypen gibt, weiter voranzutreiben, schreibt die bfu.

Acht von zehn Unfällen auf der Piste

Knapp jeder fünfte Skifahrer verletzt sich bei einem Unfall an Schultern und im Oberarmbereich (19 Prozent) oder an Unterschenkel, Sprunggelenk und Fuss (17 Prozent). Bei den Snowboardern erleidet mehr als die Hälfte der Verunfallten eine Verletzung der oberen Extremitäten (Schulter bis Hand).

Acht von zehn Unfällen ereignen sich auf Skipisten, wie die Auswertung weiter zeigt. Unfälle in Funparks, Halfpipes und anderen speziell präparierten Flächen machten in der Saison 2012/2013 7 Prozent aus. Dieser Prozentsatz hat in den vergangenen Jahren zugenommen, weil immer mehr Schneesportgebiete Snowparks anbieten.

Ein Grossteil der Verletzungen wird durch Stürze verursacht. Kollisionen zwischen Personen sind dagegen sowohl bei Skiunfällen (6-9 Prozent) als auch bei Snowboardunfällen (3-6 Prozent) seit Jahren eher selten.

Obwohl 16 Prozent aller Sportunfälle in der Schweiz Unfälle von Ski- und Snowboardfahrern sind, ist das Verletzungsrisiko deutlich geringer als bei anderen populären Sportarten, wie es in der Auswertung heisst. Besonders hoch ist die Verletzungsgefahr beim Fussball und Eishockey.

(ig/sda)

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