Skinhead Pascal Lobsiger kommt vor Gericht
publiziert: Dienstag, 12. Mrz 2002 / 10:40 Uhr / aktualisiert: Dienstag, 12. Mrz 2002 / 11:20 Uhr

St. Gallen - Der 27-jährige Pascal Lobsiger und drei weitere Skinheads stehen am 20. März wegen einer Attacke auf zwei Schwarze vor dem St. Galler Bezirksgericht. Ihr Angriff im August 2000 hatte eine Massenschlägerei zwischen Skinheads und Schwarzen zur Folge. Der Thurgauer Pascal Lobsiger gilt als einer der Anführer der Schweizer Skinheads.

Nach Angaben der Stiftung gegen Rassismus und Antisemitismus (GRA) leistete er jahrelange Aufbauarbeit in rechtsextremen Kreisen. Er trat wiederholt bei gewaltsamen Übergriffen in Erscheinung.

Die Anklage fordert für Lobsiger eine unbedingte Gefängnisstrafe von sechs Monaten. Einem zweiten Skin drohen vier Monate Gefängnis unbedingt. Für die beiden anderen Rechtsextremen sind bedingte Strafen von je vier Monaten beantragt, wie die zuständige Untersuchungsrichterin auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda sagte.

Von den vier Skinheads wohnen heute drei im Kanton Zürich, einer in St. Gallen. Mitangeklagt ist auch eines der Opfer der Attacke, ein 39-jähriger Schweizer schwarzer Hautfarbe. Ihm wird ein Faustschlag in den Bauch eines Skinheads vorgeworfen. Die Anklage fordert für ihn eine bedingte Gefängnisstrafe von drei Wochen.

50 rechtsextreme Skinheads und 80 Schwarze hatten sich in der Nacht auf den 27. August 2000 in der St. Galler Innenstadt eine Massenschlägerei geliefert. Auslöser war ein Angriff einer kleineren Gruppe von Skinheads auf zwei Schwarze. Beide Schwarzen wurden durch Faustschläge und Fusstritte verletzt. Einer erlitt mehrere Rippenbrüche.

Die Schwarzen riefen Verstärkung herbei und gingen zum Gegenangriff über. Dabei wurden mehrere Skinheads verletzt.  

(dev/sda)

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