Skispringer wollen Nach-Olympiasaison wieder gut machen
publiziert: Mittwoch, 26. Nov 2003 / 13:13 Uhr / aktualisiert: Mittwoch, 26. Nov 2003 / 13:59 Uhr

Die Schweizer Skispringer planen die Rückkehr zum Erfolg. Insbesondere Verbesserungen im Materialbereich lassen auf eine Wende nach den mehrheitlich missratenen Vorstellungen im letzten Winter hoffen.

Marco Steinauer, Simon Ammann, Andreas Küttel und Marc Vogel im Training.
Marco Steinauer, Simon Ammann, Andreas Küttel und Marc Vogel im Training.
Die erste Gelegenheit, mit Top-Ten-Plätzen die Zugehörigkeit zur Weltspitze zu dokumentieren, bietet sich Doppel-Olympiasieger Simon Ammann und Andreas Küttel beim Weltcup-Auftakt am Freitag in Kuusamo (Fi). Als dritter Springer geht Marco Steinauer auf Tour. Der Einsiedler will regelmässig den Finaldurchgang erreichen. Marc Vogel, der im Sommer für den zurückgetretenen Sylvain Freiholz zum Team gestossen war, vermochte nicht zu überzeugen. Er versucht sich im Continentalcup.

Zumindest der Rückstand im Materialsektor, der die Schweizer vor Jahresfrist auf die Verliererstrasse geführt hatte, sollte wettgemacht sein. Im Sommer 2002 war das Team um Trainer Berni Schödler von der Entwicklung der Anzüge auf dem falschen Fuss erwischt worden und kämpfte in der Folge den ganzen Winter um den Anschluss. Zwei von der FIS im Sommer verfügte einschneidende Änderungen sollen in diesem Winter für mehr Gerechtigkeit sorgen.

Neu wird bei den Anzügen ein Einheitsstoff verwendet. Dies wirkt der Tendenz entgegen, dass sich finanzstarke Nationen durch aufwändige Forschung Vorteile verschaffen. Weiter wurde zur Kontrolle der Anzüge das Schrittmass eingeführt, um übergrosse Anzüge mit mehr Auftriebsfläche zu verhindern.

Premiere in der Skihalle

Die Vorbereitung im sportlichen Bereich verlief vorwiegend im Ausland. Unter anderem weilte das Weltcup-Team in Kuopio (Fi), wo Kraftmessungen am Schanzentisch durchgeführt wurden. Hinzu kamen mehrere Windkanaltests in Emmen sowie als Novum ein Testtag in der Skihalle von Neuss (De).

Dort und auf einigen Schanzenanlangen wurden Messplatten in die Schuhsohlen der Athleten verpflanzt, damit diese die optimale Anlaufposition finden können. Der geringe Speed hatte im vergangenen Jahr ebenfalls für Diskussionen in der Mannschaft gesorgt.

Im Gegensatz zu 2002 entliess Berni Schödler die Springer zwischen dem Schneetraining und dem Weltcup-Auftakt nicht nochmals für ein paar Tage nach Hause. Der Bündner glaubt, im letzten Jahr einen Spannungsabfall nach der positiv verlaufenen Vorbereitung festgestellt zu haben.

Kampf um die Nummer 1

Simon Ammann war im Sommer zeitweise durch den zweiten Teil der Matura-Prüfungen absorbiert und handelte sich einen Rückstand ein. Seine Trainingsleistungen kamen nicht an jene von Andreas Küttel heran. Der Einsiedler deutete mit einem 10. und 11. Rang im Sommer-GP an, dass er den Weg aus der Negativspirale gefunden hat.

"Ich bin noch nicht dort, wo ich sein kann", erklärte der Doppel-Olympiasieger aus dem Toggenburg. Er habe zwar an Maximalkraft zugelegt, aber die Spritzigkeit gehe ihm noch ab. Trainer Schödler sieht zudem noch technische Mängel. Am Tisch sei Ammann oft zu spät.

Die gesunde Konkurrenz mit Küttel dürfte für Kämpfertyp Ammann aber den besten Ansporn bilden, sich wieder den Podestplätzen zu nähern. Rund 100 Schneesprünge und deren 500 auf Mattenschanzen bilden seine Basis für den Winter.

Malysz zum Vierten?

Als Gesamtsieger der letzten drei Jahre gehört Adam Malysz erneut zu den Favoriten. Der Pole hat auch Anfang November beim Schneetraining in St. Moritz "den Schweizern gezeigt, wo der Pfeffer wächst" (Zitat Schödler).

In den Sommerkonkurrenzen haben die Jungen den etablierten Springern das Leben schwer gemacht. Allen voran der zweifache Junioren-Weltmeister Thomas Morgenstern (Ö), der den Gesamtsieg davontrug.

Besonders unter Druck stehen Deutschlands "Adler" um Sven Hannawald und Martin Schmitt nach dem Abgang von Trainer Reinhard Hess. Dessen erfolgsverwöhnten Schützlinge hatten im Februar an den WM in Val di Fiemme (It) erstmals seit zehn Jahren keine Medaille gewonnen.

"Es gibt keine Schonfrist. Auch nicht für den neuen Chef Wolfang Steiert", liess sich DSV-Sportdirektor Thomas Pfüller zitieren. Als Emporkömmling im deutschen Team wird Maximilian Mechler gehandelt, der Hannawald im Training davongeflogen sein soll.

Die Höhepunkte der Saison konzentrieren sich aus Schweizer Sicht auf die Wochen vor und nach dem Jahreswechsel, wenn Engelberg (20./21. Dezember) und die Vierschanzen-Tournee (29. Dezember bis 6. Januar) anstehen. Im Februar stehen wie üblich die Skiflug-Weltmeisterschaften im Programm, erstmals auch mit einem Team-Wettkampf.

Die wichtigsten Termine:

Weltcup-Kalender. November: 28./29. Kuusamo (Fi), 2mal Grossschanze (G). -- Dezember: 6./7. Trondheim (No), 2mal G. 13./14. Titisee-Neustadt (De), 2mal G. 20./21. Engelberg, 2mal G. 29.12. Oberstdorf (De), G. -- Januar: 1. Garmisch-Partenkirchen (De), G. 4. Innsbruck (Ö), G. 6. Bischofshofen (Ö), G. 10./11. Liberec (Tsch), 2mal G. 17./18. Zakopane (Pol), 2mal G. 22. Hakuba (Jap), G. 24./25. Sapporo (Jap), 2mal G. -- Februar: 7./8. Oberstdorf (De), 2mal Skifliegen (SF). 14./15. Willingen (De), G, Team. 28./29. Salt Lake (USA), 2mal G. -- März: 6./7. Lahti (Fi), G, Team. 10. Kuopio (Fi), G. 12. Lillehammer (No), G. 14. Oslo (No), G.

Weltmeisterschaften: Skifliegen (19. bis 22. Februar) in Planica (Sln), Einzel und Team.

Die Schweizer Kader

Nationalmannschaft: Simon Ammann (1981, Unterwasser). -- A-Kader: Andreas Küttel (1979, Einsiedeln). Marco Steinauer (1976, Einsiedeln). -- B-Kader: Rémi Français (1989, Lausanne), Bruno Hauswirth (1983, Gstaad), Christoph Höss (1985, Hinwil), Marco Staub (1987, Unteriberg), Marc Vogel (1981, Einsiedeln). -- C-Kader: Christian Müllener (1982, Gstaad).

Weltcup 2002/2003

Weltcup-Schlussklassement (27/27): 1. Adam Malysz (Pol) 1357. 2. Sven Hannawald (De) 1235. 3. Andrea Widhölzl (Ö) 1028. 4. Janne Ahonen (Fi) 1016. 5. Florian Liegl (Ö) 986. 6. Martin Höllwarth (Ö) 925. 7. Primoz Peterka (Sln) 805. 8. Matti Hautamäki (Fi) 797. 9. Roar Ljökelsöy (No) 757. 10. Sigurd Pettersen (No) 747. -- Ferner die Schweizer: 28. Simon Ammann 202. 60. Andreas Küttel 20. 66. Sylvain Freiholz 15. 84. Marco Steinauer 1. -- 85 klassiert.

Nationen (27/27): 1. Österreich 6117. 2. Finnland 3716. 3. Norwegen 3272. 4. Deutschland 3103. 5. Slowenien 2315. 6. Japan 1869. 7. Polen 1608. -- Ferner: 10. Schweiz 238. -- 17 klassiert.

(Hans Leuenberger/Si)

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Simon Ammann gehört nächste Saison als einziger Schweizer der Nationalmannschaft an.
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