
Sieben Studien der Universität von Ann Arbor haben gezeigt, dass die Angehörigen von höheren gesellschaftlichen Klassen sich unethischer verhalten als jene der unteren sozialen Ränge. Dieses schlechte Benehmen zieht sich quer durch das gesamte Alltagsleben.
Link zu den erwähnten Studien
Eingangsseite zu den Studien bei der National Academy of Sciences
pnas.org
Fünf «lustige» Anektiten zu Steve Jobs
Der Jobs, an den sich niemand gern erinnert
socialissuesandstuff.com
Nun mag das schon fast wie Klassenkampf tönen, aber scheinbar waren die Studienergebnisse ziemlich schlüssig und wer den Weg zur Wirtschaftskrise, in der wir momentan alle Stecken (und von der diverse Reiche immer noch profitieren), ansieht, muss wohl oder übel zugeben, dass alle aktiv und gestalterisch daran beteiligten Akteure aus den oberen Gesellschafts-Schichten stammten, seien dies nun Banker, Politiker, Versicherungschefs oder Lobbyisten.
Eine Frage wurde in den Studien aber nicht gestellt und daher auch nicht beantwortet: Sind die reichen Psychopathen aufgestiegen, weil sie gierig und unmoralisch sind oder sind sie unmoralisch und gierig geworden, weil sie aufgestiegen sind?
Natürlich lässt sich nur darüber mutmassen... aber das ziemlich gut. Nehmen wir zum Beispiel den prominentesten neuen Superreichen, der momentan gerade in allen Schlagzeilen steht: Mark Zuckerberg, Chef von Facebook und schon bald Multimilliardär nach dem Börsengang seiner Social Media Platform.
Zuckerberg wird generell als soziophob, skrupellos gegenüber Geschäftspartnern, machtgierig und brillant in allem, was geschäftliche Entscheidungen betrifft, weniger so, was den Umgang mit Menschen betrifft beschrieben. Sein bisheriger Erfolg beruht nicht zuletzt darauf, dass er seinen Weg ging, ohne Rücksicht zu nehmen.
Oder nehmen wir noch eine, ja DIE Ikone aus dem Computer-Business, Steve Jobs. Er zeigte zum Teil absurde Verhaltensweisen, akzeptierte zum Beispiel nicht die Vaterschaft einer unehelichen Tochter (behauptete gar, er sei unfruchtbar), so dass deren Mutter von Sozialhilfe leben musste, er liess Angestellte für lächerliche Vergehen rausschmeissen, beschiss den Apple-Mitbegründer Steve Wozniak bei der Firmengründung um über 2000$ für einen Auftrag, der 50/50 hätte abgerechnet werden sollen und - das kostete ihn sogar das Leben - verweigerte, als ein Erfolg noch möglich gewesen wäre, die Behandlung seines Krebsleidens, da er sich nicht aufschneiden lassen wollte - und machte stattdessen eine Diät, die nichts brachte.
Zuckerberg und Jobs sind keine Ausnahmen in den Gefielden der Führungskräfte und Eliten, was ihre sozialen Defizite angeht. Sie sind, bzw. waren aber Ausnahmen was ihre Geschäftstalente angeht. Dafür mag man ihnen ihre Defekte zwar nicht verzeihen, aber für tolerierbar betrachten.
Es zeigt sich ziemlich eindeutig, dass der Unternehmensolymp nicht von netten Typen erobert werden kann. Doch offenbar sind nicht nur jene ganz oben ziemlich amoralisch, sondern auch ein guter Teil jener, die den Unterbau ausmachen, denen aber die Brillanz der Top-Psychos abgeht und daher eigentlich nichts anderes als Psychos sind, die Mitarbeiter belügen, die eigene Firma bescheissen und keine Skrupel kennen, das Gesetz zu brechen, wenn es dem eigenen Vorteil dient.
Natürlich kommen diese Ekel nicht nur in Firmen vor und es wählen von denen auch nicht alle rechts. Auf der linken Seite macht sich diese Sorte gerne in Parteien und Behörden breit, wo sie dann einfach die Steuerzahler betrügen und daran arbeiten, ihr eigenes Gärtchen möglichst zu bestellen, egal was die negativen Konsequenzen für die Allgemeinheit sind. Prominente Mitglieder der Links-Psychos sind zum Beispiel Toni Blair und Gerd Schröder, aber auch der Lafontaine ist nicht von schlechten Eltern.
Bleibt die Frage, warum wir als Gesellschaft dies tolerieren. Zum einen, wie in einer meiner letzten Kolumnen ausgeführt, weil wir grundsätzlich anderen Menschen vertrauen müssen. Zum anderen, weil unserer Gesellschaft massgeblich von diesen Menschen geformt und bestimmt wird. Die Strukturen bevorteilen jene, die keine Skrupel kennen. Und wenn die Eliten erst einmal von dieser Sorte durchdrungen sind, werden auch mehr von diesen nachkommen. Und der Erfolg gibt ihnen recht.
Um die Fragen von oben zu beantworten: Ja und Ja ... sowohl Aufstieg als auch Verbleib in der Elite erfordern vermutlich eine erhebliche Skrupellosigkeit ... ein Goldfisch im Haifischbecken macht es ja auch nicht lange. Fragt sich nur, ob es sich diese Gesellschaft noch leisten kann, von Haien beherrscht zu werden.
(et/news.ch)
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