Slowakei will Euro einführen
publiziert: Montag, 7. Apr 2008 / 08:37 Uhr

Bratislava - Die Slowakei fühlt sich reif für die Euro-Einführung. Von der Regierung über Wirtschaftsexperten bis hin zu Medien und breiter Bevölkerung dominiert Zuversicht, dass das Wunschdatum 1. Januar 2009 relativ mühelos zu schaffen sei.

Die Slowakei fühlt sich reif für die Euro-Einführung.
Die Slowakei fühlt sich reif für die Euro-Einführung.
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Auch gibt es im Land keinen nennenswerten innenpolitischen Widerstand dagegen. Beim EU-Finanzministertreffen im slowenischen Brdo hatten EU-Währungskommissar Joaquín Almunia und EZB-Präsident Jean-Claude Trichet am Samstag bekanntgegeben, dass die Slowakei um Aufnahme in den Euro-Club ersucht habe.

Risiko Inflation

Als grösstes mögliches Hindernis für die Euro-Einführung nennen slowakische Ökonomen übereinstimmend das Inflationsrisiko. Der harmonisierte Verbraucherpreisindex stieg im Februar auf 3,4 Prozent gegenüber 3,2 Prozent im Januar.

Die Slowakische Nationalbank (NBS) beteuerte aber zuletzt in mehreren Stellungnahmen, es bestehe «kein Anlass zur Befürchtung, die Inflationsrate könnte den laut Maastricht-Kriterien erlaubten Wert überschreiten», da die Teuerung zugleich auch in der Eurozone angestiegen sei.

Inflationsschub

Laut NBS-Gouverneur Ivan Sramko werde die Euro-Einführung zwar einen zusätzlichen Inflationsschub bringen. Dies weil der bisher durch den Anstieg der Slowakischen Krone gegenüber dem Euro erzielte Ausgleichseffekt für Preissteigerungen wegfalle. Dies werde aber nicht mehr als 0,2 bis 0,4 Prozentpunkte pro Jahr ausmachen.

Dass sich die slowakische Wirtschaft seit mehreren Jahren trotz ihres weitaus höheren Wachstums in parallelen Zyklen zur Eurozone entwickle, bezeichnete Sramko in slowakischen Medien als zusätzliches Argument für einen raschen Euro-Beitritt.

Kronen-Aufwertung stoppen

Als wichtigen positiven Effekt des Beitritts zum gemeinsamen Währungsraum betrachtet Sramko, dass damit der seit Jahren anhaltende und für die Exportwirtschaft längst schädliche Anstieg der slowakischen Landeswährung gegenüber dem Euro gestoppt werde.

Auch Umfragen unter Unternehmern und ausländischen Investoren zeigen seit Monaten eine überwältigende Zustimmung zur Euro-Einführung. In der breiten Bevölkerung bestehen zwar Ängste über zusätzliche Preissteigerungen, die meisten Umfragen zeigen aber dennoch eine Mehrheit von Euro-Befürwortern.

Die vom Sozialdemokraten Robert Fico geführte Regierung hat sowieso die Euro-Einführung zur Priorität erhoben. Fico ist laut eigenen Worten zu jeder notwendigen Ausgabenkürzung bereit, um auch die geringsten Zweifel am zuletzt klar im erlaubten Rahmen liegenden Haushaltsdefizit auszuräumen.

(Von Christoph Thanei, dpa/sda)

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