Snowboader auf Medaillenjagd
publiziert: Mittwoch, 22. Feb 2006 / 07:00 Uhr / aktualisiert: Mittwoch, 22. Feb 2006 / 09:26 Uhr

An den olympischen Snowboard-Wettkämpfen im Alpinsektor führt kein Weg zum Medaillensatz am Schweizer Quartett vorbei.

Philipp Schoch gilt als heisser Anwärter auf Olympia-Gold.
Philipp Schoch gilt als heisser Anwärter auf Olympia-Gold.
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Diverse sportliche Gründe sprechen für die Schochs, für Inniger und Jaquet.

Die Entwicklung der vier Favoriten ist interessant - zumal beim Umstand, dass sie teils erhebliche private Rückschläge zu verkraften hatten.

Philipp Schoch - Olympiasieger

Innerhalb von vier Jahren entwickelte sich der Tösstaler zum uneingeschränkt akzeptierten Teamleader. Siege fuhr der kräftigste Athlet im Schweizer Team en masse ein.

«Er ist einer der wichtigsten Charakterköpfe unserer Sportart.» Dieser Ausdruck der Wertschätzung von Sigi Grabner, dem Weltmeister von 2003, ist ohne Frage repräsentativ. Im letzten Winter fuhr der Olympiasieger in einer eigenen Kategorie.

Mit über 4000 Punkten Vorsprung gewann der Rekordsieger den Gesamtweltcup. Er habe unerhört viel gelernt seit dem olympischen Goldrausch in den USA - gelernt zu siegen, gelernt die Ruhe zu bewahren. Der 26-jährige besitzt die Klasse, sich als erster Snowboarder überhaupt zum zweiten Mal Gold zu sichern.

Simon Schoch - Weltcupleader

An der WM in Kreischberg vor drei Jahren trat der um ein Jahr ältere Bruder von Philipp aus dessen Schatten. Jener 2. Platz beschleunigte den Prozess der Fortschritte markant. Dem Aufschwung im Schnee folgte ein selbstbewussteres Auftreten in dere Öffentlichkeit.

Seine Voten verhallen nicht ungehört. Zur Teambildung trägt er Massgebliches bei. Den Respekt erarbeitete sich Simon Schoch gleichwohl zur Hauptsache an den Rennen. Seine Konstanz auf hohem Niveau verhalf ihm zum Sprung an die Spitze des internationalen Rankings.

Er gilt als bester Carver unter den Alpin-Spezialisten. Und wie sein Bruder und Grabner fährt er mit einer so genannten «Hangl-Platte», die eine optimale Übertragung der Kräfte aufs Brett zulässt und die Bremswirkung verringert.

Heinz Inniger - Späteinsteiger

In seiner Jugend belastete den 25-jährigen Frutiger eine körperliche Behinderung schwer. Inniger litt an der seltenen Hüftkopf-Nekrose «morbus perthes». In der Hüftpfanne starben Knochenzellen ab.

Zwei Jahre lang trug Inniger am linken Bein zur Korrektur der Deformierung eine Prothese. An Sport war nicht zu denken. Mit Hilfe seiner Eltern meisterte Inniger die härteste Zeit seines bisherigen Lebens, er entdeckte den Spass an der Bewegung - und das Alpinboarden.

Erst im Jahr nach der olympischen Premiere der Sportart in Nagano 1998 stand er erstmals auf einem Snowboard. Kometenhaft schnell verlief der Aufstieg. 2003 - vier Jahre nach der ersten Lektion im Berner Oberland - nahm er auf Weltcup-Niveau einen Siegercheck in Empfang. Das zweite Rennen gewann der Späteinsteiger vor einem Jahr auf der Olympia-Piste in Bardonecchia. Ein Coup ist ihm zuzutrauen.

Gilles Jaquet - Dauerbrenner

Der Chaux-de-Fonnier ist im übertragenen Sinn olympischer Dorfältester. Seit der Aufnahme der Snowboarder ins Programm der Winterspiele verpasste der 31-Jährige kein Rendez-vous. Nun will der mehrfache Weltmeister seine Laufbahn am mit Abstand wichtigsten Event mit einer Medaille krönen.

Diese würde der smarte und mehrsprachige Romand seinem 1997 tödlich verunglückten Vater widmen. Der passionierte Bergsportler war damals von einer Tour nicht mehr zurückgekehrt. Gilles pflegte ein enges Verhältnis zum Vater.

«Er übertrug mir die Begeisterung für die Berge.» Lange habe sein Papa den Snowboardsport belächelt, erzählte Jaquet. «Erst wenn du an Olympischen Spielen teilnimmst, nehme ich das ernst, sagte er mir immer wieder.» Gilles Jaquet war dreimal dabei. Der Vater wäre stolz.

(Sven Schoch, Bardonecchia/Si)

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Die vier Jahre seit dem Olympiasieg waren für Schoch eine gute Lebensschule.
 
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