Snowboard: Schweizer an FIS-WM top
publiziert: Dienstag, 14. Jan 2003 / 14:34 Uhr / aktualisiert: Dienstag, 14. Jan 2003 / 17:30 Uhr

(Si) Die Erfolgswelle der Schweizer Snowboarder ebbt an der FIS-WM 2003 in Murau-Kreischberg nicht ab. Nach dem Silbergewinn im Riesenslalom am Sonntag errang Simon Schoch im Parallel-Slalom hinter Weltmeister Sigi Grabner (Ö) und Mathieu Bozzetto (Fr) seine zweite Medaille.

Der Oesterreicher Siegfried Grabner ist Goldmedaillengewinner
Der Oesterreicher Siegfried Grabner ist Goldmedaillengewinner
Nach vier ungefährdeten Siegen in Folge gegen Rok Flander (Sln) sowie Harald Walder (Ö) erwies sich Bozzetto im Halbfinal als unüberwindbare Hürde. Der im ersten Run eingehandelte Rückstand von lediglich zwei Hundertsteln wuchs im zweiten Durchgang auf 0,60 Sekunden an. Schoch bot sich nach etwas schwächerem Start keine Chance mehr, den Ende Saison zurücktretenden Weltcup-Leader Bozzetto vom Finalkurs abzubringen.

Schoch verneinte, sich wegen der entgangenen Möglichkeit, binnen drei Tagen nochmals nach Gold zu schürfen, gross aufzuregen. Er akzeptierte das klare Verdikt "gegen den schnellsten Starter der Tour" sportlich und führte lediglich an, dass er zu Beginn durchs Touchieren einer Torflagge zu viel Zeit verloren habe. "Und auf diesem kurzen Kurs ist das leider kaum mehr wettzumachen", bedauerte der Zürcher Oberländer.

Unverhofft verschwand Philipp Schoch (10.) an diesen Titelkämpfen bei Sonnenschein (und bedeutend höheren Temperaturen) ein zweites Mal im Schatten seines Bruders. Der Olympiasieger war dem beträchtlichen Druck wieder nicht gewachsen und schied gegen den französischen Doppel-Weltmeister Nicolas Huet erneut schon in den Achtelfinals aus. Gilles Jaquet (7.) blieb in der Runde der letzten acht gegen den nachmaligen Finalisten Bozzetto ohne jegliche Chance.

Nur Urs Eiselin war im Feld der besten 16 abermals nicht mehr vertreten. Eine einzige Hundertstelsekunde hatte den Luzerner aller Möglichkeiten beraubt. Sein Malheur trübte die Bilanz der Schweizer Snowboarder allerdings nicht im Geringsten. Dank Ursula Bruhins Goldfahrten tags zuvor und dem Silber- sowie Bronze-Gewinn Schochs verteidigten sie ihre Leaderstellung im Medaillenklassement erfolgreich vor Frankreich.

Grabners Erlösung Für die Gastgeber endete am dritten Wettkampftag das nervtötende Warten auf positive Schlagzeilen. Grabner, der aus Kärnten stammende Wahl-Andorraner, wurde den hohen Ansprüchen als erster Österreicher vollauf gerecht. Die erst zweite Goldmedaille eines Austria-Boarders seit dem Erfolg von Helmut Pramstaller 1997 in Innichen hat sich der zuletzt immer wieder von schweren Knieverletzungen gestoppte Grabner verdient.

Auf der ehemals konkurrenzierenden ISF-Tour hatte sich der fünfmalige Europameister ungewollt den Status des ewigen Zweiten geschaffen. Nun endete die Odyssee des vom ÖSV in der Olympia-Qualifikation schikanierten Topathleten ausgerechnet vor eigenem Publikum und im offiziellen rot-weiss-roten Renndress.

Familieninterner Rollentausch

Dass Simon Schoch (24) am Kreischberg eine derartige Erfolgsgeschichte schreiben würde, damit hatte im Vorfeld wohl nicht einmal er selber gerechnet. Jahrelang verkörperte der Steger im Vergleich mit der Weltelite allenfalls gehobenen Durchschnitt. Hochs und Tiefs wechselten sich in reger Folge ab; im FIS-Weltcup mühte er sich Saison für Saison ohne Podestplatz ab. Vom Olympia-Triumph seines Bruders profitierte er vor allem im Sponsoringbereich.

In der öffentlichen Wahrnehmung spielte Simon Schoch nur die Rolle des weniger erfolgreichen Bruders. Mangelnde Nervenstärke, ab und an auch das ausgebliebene Glück im Wettkampf hinderten den an sich vorzüglichen Techniker lange am Durchbruch. Mit zwei persönlichen Glanztagen hat der gelernte Maurer das vermeintlich in Stein gemeisselte Urteil nachhaltig korrigiert.

"Ich wusste seit langem, dass ich gut auf dem Brett stehe. Dass hier alles so perfekt aufgegangen ist, hatte ich natürlich nicht geglaubt. Aber nach der Silbermedaille verspürte ich eine grosse Motivation und konnte praktisch ohne Druck antreten", liess Schoch in seiner ihm eigenen Gelassenheit die grossartigen WM-Auftritte revue passieren.

Auf der ungewohnten Position des Verlierers kommentierte der Olympiasieger die Geschehnisse und sprach von zwei bitteren WM-Niederlagen. "Man kann sich auch zu stark auf Zielsetzungen versteifen", forschte Philipp Schoch nach Gründen. Im Gegensatz zum nun plötzlich ungleich erfolgreicheren Bruder hat er im bisherigen Verlauf des Weltcups regelmässige Spitzenklassierungen erreicht, sich aber offenkundig selber eine zu grosse Last aufgebürdet.

Finals. Männer: 1. Sigi Grabner (Ö). 2. Mathieu Bozzetto (Fr). 3. Simon Schoch (Sz). 4. Nicolas Huet (Fr). 5. Dejan Kosir (Sln). 6. Harald Walder (Ö). 7. Gilles Jaquet (Sz). 8. Ryan McDonald (USA). 9. Ascan Barone Pitscheider (It). 10. Philipp Schoch (Sz). 11. Michael Dabringer (Ö). 12. Jasey Jay Anderson (Ka). 13. Richard Rikardsson (Sd). 14. Rok Flander (Sln). 15. Markus Ebner (De). 16. Alexander Lien (No).

Ferner in der Qualfikation ausgeschieden: 17. Urs Eiselin (Sz); verpasste Platz 16 um eine Hunderstelsekunde.

(Sven Schoch, Murau-Kreischberg /sda)

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