Snowboardcross vor der Premiere
publiziert: Mittwoch, 15. Feb 2006 / 00:02 Uhr

Der Snowboardcross erlebt morgen Donnerstag in Bardonecchia als jüngste Disziplin seine olympische Feuertaufe.

«Es ist schon schwierig genug, allein runterzufahren», sagt Nate Holland.
«Es ist schon schwierig genug, allein runterzufahren», sagt Nate Holland.
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Die ersten Rennen auf dem europäischen Kontinent wurden 1994 in Les Deux Alpes (Fr) ausgetragen. Noch immer gibt es (Fach-)Leute, die behaupten, die olympische Snowboard-Premiere 1998 mit Halfpipe und dem Riesenslalom habe zu früh stattgefunden und dem Sport nicht genützt, sondern durch die darauf folgende kommerzielle Ausschlachtung vielmehr geschadet.

Der Machtkonflikt zwischen dem inzwischen nicht mehr existierenden Internationalen Snowboardverband (ISF) und dem Internationalen Skiverband (FIS) war für einige Spitzenfahrer wie den legendären Norweger Terje Haakonsen stets unverständlich, darum stand für sie eine Olympia-Teilnahme auch nie zur Diskussion. Viele der damaligen Kritiker sind aber inzwischen entweder aus der (europäischen) Medienpräsenz verschwunden oder haben sich einer Industrietour angeschlossen -- und widersprechen sich insofern selber.

Erste Heroen in Übersee

Dass der Boardercross, wie das Snowboarden im Generellen, seinen Ursprung in Nordamerika hat, erstaunt wenig. Trotz der vergleichsweise kurzen Vergangenheit schaffte es die wohl spektakulärste und vielseitigste Sparte zumindest auf dem US-Markt schnell, sich zu etablieren. An den X-Games, dem vom Fernsehsender ESPN veranstalteten Treffen der weltbesten Winter-Trendsportlern, ist der Snowboardcross seit 1997 fixer und überaus populärer Bestandteil des Programms. Auch die ersten Heroen der Szene sind in Nordamerika zu finden.

Der mittlerweile 37-jährige Shaun Palmer kann durchaus als Superstar bezeichnet werden und hat in den USA den grösseren Bekanntheitsgrad als zum Beispiel der mehrfache Ski-WM-Medaillengewinner Daron Rahlves. Palmer stand nicht weniger als sechs Mal an den X-Games zuoberst auf dem Podest und schuf sich darüber hinaus als Trendsetter in anderen Disziplinen (z.B. Ski- oder Motocross) einen Namen. In Bardonecchia wird der idolisierte Kalifornier, der lange Zeit mit Suchtproblemen zu kämpfen hatte, zum Leidweisen diverser Spitzenfahrer wegen einer gerissenen Achillessehne nicht starten können. «Schade, dass die bekannteste Figur der Szene nicht dabei ist», bedauerte der Schweizer Marco Huser kürzlich.

An Palmers Stelle werden sich bei der olympischen Premiere andere Fahrer den künstlichen Parcours hinunterstürzen, der je nach Anlass zwischen 150 und 200 Meter Höhenunterschied aufweist und aus Steilkurven (Fachbegriff Banks), Buckeln (Whoops), Bodenwellen (Waves) und Sprüngen (Kicker) besteht. «Man fühlt sich wie auf einer Motocross-Piste. Es ist schon schwierig genug, allein runterzufahren», erklärt der im Weltcup derzeit viertklassierte Amerikaner Nate Holland. «Wenn man nun noch drei weitere Fahrer zur gleichen Zeit auf dem Kurs hat, wird das eine extrem schwierige Aufgabe. Und genau dies macht den Sport für die Zuschauer so spektakulär.»

Wichtige erste Sekunden

Von besonderem Unterhaltungswert sind vor allem die Ausscheidungsrunden, die in denen sich bei den Männern die 32, bei den Frauen die 16 stärksten Athleten der Qualifikation, die aus zwei allein bestrittenen Läufen besteht, rundenweise vorwärtskämpfen. Weil die meisten Kurse kaum Gelegenheit zum Überholen bieten, kommt den ersten Rennsekunden im Snowboardcross eine besonders wichtige Bedeutung zu. «Der Schlüssel zum Sieg ist es, als Schnellster aus dem Starttor zu kommen», erklärt der langjährige ISF- und FIS-Fahrer Drew Neilson.

Etwas anders sieht es allerdings in Bardonecchia aus. Der Kanadier Seth Huksley gestaltete den äusserst anspruchsvollen olympischen Kurs breit und schnell genug, um Manöver zu erlauben. «Man merkt, dass sich Huksley viel Zeit für die Gestaltung genommen hat», lobte die Österreicherin Doris Günther. Schnellstarter wie Neilson oder auch Marco Huser sind also zumindest bei Olympia nicht von Beginn weg im Vorteil.

(von Stefan Baumgartner, Bardonecchia/Si)

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