So viele Maikäfer wie lange nicht mehr
publiziert: Dienstag, 5. Apr 2005 / 09:45 Uhr / aktualisiert: Dienstag, 5. Apr 2005 / 15:11 Uhr

Bern - In diesem Jahr wird es so viele Maikäfer geben wie schon lange nicht mehr. Die ersten werden gegen Ende April aus der Erde kriechen, wie Pro Natura schreibt.

Der Maikäfer gehört neben dem Marienkäfer zu den bekanntesten Käfern.
Der Maikäfer gehört neben dem Marienkäfer zu den bekanntesten Käfern.
Der Maikäfer gehört neben dem Marienkäfer zweifellos zu den bekanntesten Käfern. Jedes Kind erkennt ihn an seinen braunen Flügeldecken, den schwarz-weiss gezackten Flanken und den kurzen, geblätterten Fühlern.

Diese eigenartige Antennenstruktur verleiht denn auch der ganzen Familie den Namen: Blatthornkäfer. Gegen 20 000 Arten gibt es weltweit, in Mitteleuropa gerade mal 150.

Gefürchtete Engerlinge

Schon Ende April beginnen die ersten Maikäfer aus dem Boden hervorzukriechen und auszuschwärmen. Alle dreissig bis vierzig Jahre neigen sie laut Pro Natura zu einer Massenvermehrung. Zurzeit nehmen ihre Bestände zu. Dennoch werden die Maikäfer wohl kaum mehr so häufig werden wie vor einigen Jahrzehnten.

Gefürchtet sind die Engerlinge, die Larven des Maikäfers. Diese leben mehrere Jahre im Boden, meist unter Wiesland, und knabbern an den Wurzeln der Pflanzen. Treten die Engerlinge in Massen auf, können sie die Vegetation stark schädigen.

Maikäfer ist bei Vögeln beliebt

Früher brauchten die Bauern Insektengift, um schwärmende Käfer und die Engerlinge zu töten. Dies ist heute verboten. Forscher haben allerdings eine biologische Waffe gegen die gefrässigen Käferlarven entdeckt: die weisse Muskardine. Dieser Pilz überzieht die Engerlinge mit einem weissen Geflecht und tötet sie.

Der Maikäfer ist nicht nur ein Schädling. Viele Vögel haben ihn zum Fressen gern. So tun sich etwa die seltenen Baumfalken an den schwärmenden Käfern gütlich, und der bedrohte Wiedehopf kann mit seinem langen gebogenen Schnabel die Engerlinge aus dem Boden klauben.

Doch Grossinsekten sind hierzulande immer seltener und fehlen den Vögeln auf ihrer Speisekarte.

(rp/sda)

 
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