Social Web: «Einwegkommunikation hat ausgedient»
publiziert: Freitag, 21. Sep 2012 / 09:43 Uhr / aktualisiert: Freitag, 21. Sep 2012 / 10:14 Uhr
«Ohne Kunden haben Sie keinen Umsatz, sondern nur ein teures Hobby.» (Archivbild)
«Ohne Kunden haben Sie keinen Umsatz, sondern nur ein teures Hobby.» (Archivbild)

Wien - «In der Unternehmenskommunikation gibt es keine Einbahnstrassen mehr, denn der Kunde übernimmt die Initiative.» Zu diesem Schluss kommt Anton Meyer, Ordinarius für Betriebswirtschaftslehre und Marketing an der Ludwig-Maximilians-Universität München, im Rahmen seiner Keynote auf der heute, Mittwoch, in Wien stattfindenden Social Media Convention 2012.

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«In sozialen Medien geht es um Wertschöpfung. In der Wissenschaft heisst es immer noch, dass der Konsument der Vernichter von Wertschöpfung ist - das ist längst nicht mehr wahr. Das Internet ist das erste Massenmedium, bei dem das Produktionsmittel gleichzeitig das Distributionsmittel und das Konsummittel ist», ergänzt Meyer in seinem Vortrag über die zentralen Herausforderungen der «neuen Welt».

Der renommierte Marketingprofessor, der sich seit Beginn des neuen Jahrtausends intensiv mit sozialen Medien beschäftigt, verortet eine «verkehrte Welt» der Unternehmenskommunikation im sozialen Netz. In seinem Vortrag wies er auf den Paradigmenwechsel im Marketing und die Charakteristika der neuen Medien hin.

In der Marketingbranche vollzieht sich Meyer zufolge derzeit ein fudamentaler Wandel. Es sei wichtig umzudenken. Das, was man bisher an den Universitäten gelernt hat, müsse infrage gestellt werden. «Die neuen Herausforderungen erfordern es, interaktiv und kundengetrieben zu handeln.» «Ohne Kunden haben Sie keinen Umsatz, sondern nur ein teures Hobby», erläutert Meyer, der einen Abschmelzungsprozess bei traditionellen Kommunikationsmodellen feststellt. «Die Gatekeeper-Funktion ist weg und die Unternehmen müssen sich neu erfinden.»

Geänderte Beziehung zu Stakeholdern

Wichtig ist vor allem das Umdenken weg von bisheriger Einwegkommunikation. Meyer sieht auch einen «vertikalen Vertrauensverlust» gegenüber Institutionen und Unternehmen: «Während früher noch ein Grundvertrauen vorherrschte, muss heute oft erst einmal Misstrauen abgebaut werden.» Die «neue Logik» werde von den Unternehmen erst langsam umgesetzt. Auch die Beziehung zu den Stakeholdern ändere sich.

«Es sind diese Augenblicke der Wahrheit, die unsere langfristigen Beziehungen zu den Unternehmen und ihren Marken prägen», so Meyers Fazit. Neben dem Münchner konnten die Organisatoren der Social Media Convention 2012 neun weitere Experten aus dem Bereich der sozialen Medien und Unternehmenskommunikation als Referenten gewinnen. Zum Abschluss der Veranstaltung werden besonders interessante Projekte und Agenturen mit dem «Best of Social Media Award 2012» ausgezeichnet.

(bert/pte)

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