Solana versucht zu vermitteln
publiziert: Montag, 13. Feb 2006 / 13:13 Uhr

Dschiddah - Der EU-Aussenbeauftragte Javier Solana hat eine Vermittlungsreise in den Nahen Osten begonnen.

Javier Solana will die Wogen glätten.
Javier Solana will die Wogen glätten.
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Dort will er die Wogen der Empörung über die Mohammed-Karikaturen in europäischen Zeitungen glätten.

Zum Auftakt der viertägigen Reise traf er im saudiarabischen Dschiddah mit dem Generalsekretär der Organisation der Islamischen Konferenz (OIC), Ekmeleddin Ihsanoglu, zusammen.

In Riad wollte Solana mit König Abdullah und Aussenminister Prinz Saud el Faisal zusammentreffen.

Intolerant und gefühllos

Solanas Worten zufolge wurde mit dem Streit um die Mohammed- Karikaturen und den gewaltsamen Reaktionen darauf nicht nur der Ruf Europas in der muslimischen Welt beschädigt, sondern auch der Ruf des Islams und der Araber in Europa.

Beide Seiten nähmen einander als intolerant und gefühllos war.

«Ich hoffe, es wird in beide Richtungen zu einer Erholung kommen», sagte Solana.

Holocaust-Karikatur

Im Iran wurde eine erste Holocaust-Karikatur auf der Internetseite des Hauses der Karikatur veröffentlicht.

Die Zeichnung habe ein Mann aus Melbourne «aus Solidarität mit der moslemischen Welt» und als Beitrag zur Meinungsfreiheit eingeschickt, teilte die zur iranischen Zeitung «Hamschari» gehörende Institution mit.

Die Karikatur zeigte auf einem ersten Bild mit dem Titel «Auschwitz 1942» einen Juden mit Davidstern und einem Bündel. Er betritt das Konzentrationslager durch das Tor mit der Inschrift «Arbeit macht frei».

Auf einem zweiten Bild mit dem Titel «Israel 2002» ist derselbe Mann zu sehen. Dieses Mal strebt er mit einem Gewehr auf ein Tor ähnlich dem KZ-Eingang zu, das die Inschrift «Krieg bringt Frieden» trägt.

Wettbewerb

Das Massenblatt «Hamschari» hatte am 7. Februar einen Holocaust- Karikaturen-Wettbewerb ausgerufen.

In der islamischen Welt gingen die Proteste gegen die Mohammed- Karikaturen weiter. In der Haupstadt der indonesischen Provinz Sulawesi, Makassar, protestierten rund zweihundert strenggläubige Muslime für harte Massnahmen gegen Dänemark.

In Bangladesch verurteilte einem Bericht der staatlichen Nachrichtenagentur BSS zufolge das Parlament einstimmig die Mohammed- Karikaturen als Provokation.

In der am Sonntagabend verabschiedeten Resolution forderten die Abgeordneten die Staaten, in denen die Zeichnungen abgedruckt wurden, auf, sich für ihre «Missetaten» zu entschuldigen.

(rr/sda)

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