Soldat belastet England in Folteraffäre
publiziert: Montag, 30. Aug 2004 / 22:12 Uhr

Fort Bragg - Bei den Anhörungen zur Folteraffäre von Abu Ghraib hat der verurteilte Militärpolizist Jeremy Sivits die US-Soldatin Lynndie England und weitere Kameraden belastet. Sivits wurde in Fort Bragg telefonisch befragt.

Der Soldat habe England beim Quälen der Soldaten gesehen.
Der Soldat habe England beim Quälen der Soldaten gesehen.
Sivits verbüsst am Stützpunkt Camp Lejeune eine einjährige Haftstrafe. Er sagte aus, er habe England bei der Misshandlung irakischer Gefangener gesehen. So hätten die 21-Jährige und Sergeant Javal Davis Häftlingen auf Finger und Zehen getrampelt.

Zudem habe England Bemerkungen über die Grösse ihrer (der Gefangenen) Penisse gemacht, sagte der bereits zu einem Jahr Haft verurteilte Sivits. Die von dem ebenfalls beschuldigten US-Militärpolizisten Charles Graner schwangere England hörte sich die Anschuldigungen ohne sichtbare Regung an, wie Reporter sagten.

England ist auf mehreren veröffentlichten Fotos von den Misshandlungen zu sehen. Sie posiert unter anderem hinter einer Pyramide nackter Gefangener. Auf einem anderen Foto deutet sie auf das Geschlecht eines Häftlings, der mit anderen zur Masturbation gezwungen wurde.

England habe auch selbst fotografiert und gelacht, sagte Sivits. Sergeant Ivan Frederick und Graner hätten Gefangene geschlagen. Einmal seien die Misshandlungen so schwer gewesen, dass eine Ärztin habe kommen müssen.

Nach einer Pause von mehreren Wochen wurden die Anhörungen wieder aufgenommen. Sivits ist der erste Zeuge, der aussagte, England bei Misshandlungen beobachtet zu haben. Insgesamt wurden England und sechs weitere Soldaten angeklagt, in die Misshandlungen verwickelt zu sein.

Bei einer Verurteilung drohen England bis zu 38 Jahre Gefängnis. Höhere Ränge der Militärpolizei und Geheimdienste, die das Gefängnis leiteten, wurden bisher nicht zur Verantwortung gezogen.

Die Folteraffäre von Abu Ghraib war im April durch die Veröffentlichung von Fotos mit misshandelten irakischen Gefangenen bekannt geworden. Die Aufnahmen hatten weltweit Empörung ausgelöst.

(rr/sda)

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