Soldaten misshandeln österreichischen Rekrut
publiziert: Freitag, 31. Dez 2004 / 11:42 Uhr / aktualisiert: Freitag, 31. Dez 2004 / 13:42 Uhr

Bern/Wien - Ein österreichischer Rekrut soll bei einer KFOR-Übung in Österreich von Schweizer Soldaten misshandelt worden sein. Die schweizerische und österreichische Militärjustiz haben zu dem Vorfall von Ende März 2004 jeweils Untersuchungen aufgenommen.

Die Swisscoy Soldaten hatten für den KFOR-Einsatz im Kosovo geübt.
Die Swisscoy Soldaten hatten für den KFOR-Einsatz im Kosovo geübt.
Der Rekrut war als "Feinddarsteller" für die Übung abkommandiert worden, an der Soldaten aus Österreich, Deutschland und der Schweiz teilnahmen. Er musste zuerst einen friedlichen Einheimischen mimen und dann einen Hausbesitzer, bei dem eine Waffe gefunden wurde. Dabei musste er sich unter anderem komplett entkleiden und nackt von den Berufssoldaten abtasten lassen. Ausserdem wurden ihm trotz Fiebers und Mandelentzündung Medikamente und Wasser verweigert. Der Mann im Alter von 18 oder 19 Jahren wurde in einem Baucontainer ohne Strom und Heizung bei völliger Dunkelheit gefangen gehalten.

Von Unteroffizier befreit

Erst als er nach Stunden durch Zufall einen österreichischen Unteroffizier herbeirief, befreite ihn dieser. Entsprechende Angaben des österreichischen Nachrichtenmagazins "profil" in der Online-Ausgabe vom Freitag hat Österreichs Verteidigungsministerium gegenüber der österreichischen Nachrichtenagentur APA bestätigt.

Der Leiter der Disziplinar- und Beschwerdestelle im Verteidigungsministerium, Brigadier Harald Leopold, sagte, seine Stelle habe gegen die Vorgesetzten des Rekruten Ermittlungen wegen Verletzung der Dienstaufsichtspflicht eingeleitet, weil sie den jungen Mann offenbar einfach bei den Schweizern "abgegeben" hätten.

Beschwerde schon im März

Zu klären ist laut Leopold auch, wieso die unmittelbar nach dem Vorfall von Ende März 2004 erfolgte Beschwerde des Rekruten erst jetzt untersucht wird. Er vermutet, dass sich der Rekrut nur bei den Schweizern beschwert habe, was sich als "Schlag ins Wasser" herausgestellt habe.

Gemäss dem Sprecher der Schweizer Militärjustiz sollen die Untersuchungen der schweizerischen und der österreichischen Militärjustiz Ende Januar 2005 abgeschlossen werden. Nähere Angaben zum Vorfall machte er nicht. Diese seien Gegenstand der Untersuchungen.

(fest/sda)

.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 21
Die Armee wächst in ihrem Ansehen.
Die Armee wächst in ihrem Ansehen.
In unsicheren Zeiten  Bern - Flüchtlingsströme, Terrorismus und Kriege verunsichern die Bevölkerung. Nie haben Schweizerinnen und Schweizer die weltpolitische Lage in den letzten Jahren so düster eingeschätzt wie heute. Mit der Unsicherheit wächst die Bedeutung der Armee. mehr lesen 1
Vermutlich Wirtschaftsspionage  Bern - Beim Cyber-Spionage-Angriff auf den bundeseigenen Rüstungskonzern RUAG sind mehr als 20 Gigabyte Daten entwendet worden. Darunter dürften auch ... mehr lesen  
Es sei konkret danach gesucht worden, welche Projekte die RUAG derzeit am laufen habe.
Frische Milch zum Frühstück bleibt für die Soldaten wohl ein Wunsch.
Ständeratskommission lehnt ab  Bern - Schweizer Soldaten sollen nicht ... mehr lesen  
Rede von Armeechef André Blattmann  Bern - Die Aufnahme einer umstrittenen Rede von Armeechef André Blattmann hat ein juristisches Nachspiel. ... mehr lesen   1
Vor Generalstabsoffizieren hatte sich Blattmann harsch über einen mutmasslichen Whistleblower geäussert. (Archivbild)
Titel Forum Teaser
  • melabela aus littau 1
    es geht nicht nur um homosexuelle ich bin eine frau und verheiratet mit einem mann. leider betrifft es ... So, 14.08.16 13:18
  • Pacino aus Brittnau 731
    Kirchliche Kreise . . . . . . hatten schon immer ein "spezielles" Verhältnis zu ... Do, 09.06.16 08:07
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Das wird die Deutschen aber traurig machen. Wenn man keinen Flughafen und keinen Bahnhof ... Mi, 08.06.16 17:49
  • Pacino aus Brittnau 731
    Demokratie quo vadis? Wenn die Demokratie den Stacheldraht in Osteuropa-, einen Wahlsieg von ... Mo, 06.06.16 07:55
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3945
    Es... muss darum gehen, die Kompetenz der Kleinbauern zu stärken. Das sorgt ... Do, 02.06.16 13:07
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Kindeswohl egal! Es geht doch vor allem um die eigenen Kinder der Betroffenen. Die ... Do, 02.06.16 08:10
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Verlust der Solidarität: Verlust der Demokratie! Vollständig und widerspruchsfrei beantworten lässt sich das wohl nicht. ... Mi, 01.06.16 00:18
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3945
    Unterstützung "Deshalb sind für die Sozialhilfe 267 Millionen Franken mehr und für ... Di, 31.05.16 10:38
 
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Mo Di
Zürich 11°C 21°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich trüb und nass
Basel 10°C 22°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt trüb und nass
St. Gallen 10°C 18°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig Wolkenfelder, kaum Regen trüb und nass
Bern 12°C 20°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt trüb und nass
Luzern 12°C 20°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig Wolkenfelder, kaum Regen trüb und nass
Genf 10°C 21°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich stark bewölkt, Regen
Lugano 13°C 21°C Wolkenfelder, kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig gewitterhaft gewitterhaft
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten