Soldaten vom Vorwurf des Massakers freigesprochen
publiziert: Samstag, 3. Jun 2006 / 07:50 Uhr

Washington - Das US-Militär hat Soldaten von dem Vorwurf freigesprochen, im März in der irakischen Stadt Ischaki absichtlich mehrere Zivilisten getötet zu haben.

Die Soldaten hätten einen Aufständischen verfolgt. (Archivbild)
Die Soldaten hätten einen Aufständischen verfolgt. (Archivbild)
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Eine Untersuchung habe kein Fehlverhalten ergeben, teilte das Militär am Freitag in Bagdad mit.

Die Soldaten hätten sich bei dem Einsatz an die Standard- Vorschriften gehalten.

Vorwürfe, die Soldaten hätten eine Familie in einem Haus regelrecht hingerichtet und dann versucht, dies mit Verweis auf einen Luftangriff zu vertuschen, seien absolut falsch.

Aufständischen verfolgt

Das US-Militär geht davon aus, dass bei der Verfolgung eines Aufständischen, der sich in das Haus geflüchtet habe, ein Rebell sowie zwei Frauen und ein Kind getötet wurden.

Allerdings sei nach der Untersuchung nicht auszuschliessen, dass bei dem Einsatz bis zu neun Menschen getötet worden seien.

Die genaue Zahl sei aber in den Trümmern des Hauses nicht mehr festzustellen. «Der Verlust unschuldigen Lebens ist tragisch und bedauerlich und wir bedauern, dass dies geschehen ist», hiess es in einer Erklärung.

Kopfschüsse

In dem Ischaki-Fall wurde untersucht, ob US-Soldaten am 15. März eine elfköpfige irakische Familie in einem Haus in der Stadt 100 Kilometer nördlich von Bagdad getötet haben.

Nach irakischen Polizeiangaben wurden die fünf Kinder und sechs Erwachsenen durch Kopfschüsse getötet.

Der britische Fernsehsender BBC hatte zuvor ein Video ausgestrahlt, das auf ein Massaker an Zivilisten hindeuten könnte.

Die US-Armee teilte nun mit, die US-Soldaten seien aus dem Haus beschossen worden, als sie ein mutmassliches Al-Kaida-Mitglied festnehmen wollten, was ihnen später gelang.

Mehrere Anklagen

Armee-Vertretern zufolge rief der Kommandant einen Kampfhelikopter zu Hilfe. Bei dem folgenden Raketenangriff sei ein Teil des Gebäudes zerstört worden.

Der Vorfall in Ischaki ist einer von mehreren, in denen US-Soldaten die absichtliche Tötung von Zivilisten im Irak vorgeworfen wird.

Im Mittelpunkt steht dabei ein mutmassliches Massaker im westirakischen Haditha. Dort sollen Militärermittlern zufolge Marine-Infanteristen im November 24 Zivilisten erschossen und dies später vertuscht haben.

(rr/sda)

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