Solidaritätstag für Alkoholiker
publiziert: Dienstag, 11. Nov 2003 / 09:21 Uhr

Bern - Alkohol am Arbeitsplatz ist noch immer ein Tabu. Fachstellen machen am 7. Solidaritätstag (Donnerstag 13. November) für Menschen mit Alkoholproblemen auf das Problem aufmerksam. Sie zeigen auf, wie sich Betriebe in der Alkoholprävention engagieren können.

In der Schweiz seien 600 000 Personen alkoholabhängig.
In der Schweiz seien 600 000 Personen alkoholabhängig.
In rund 25 Städten in der ganzen Schweiz finden am Donnerstag Aktionen verschiedenster Suchtpräventions- und Beratungsstellen statt, wie die Schweizerische Fachstelle für Alkohol- und andere Drogenprobleme (SFA) mitteilte. Die Palette reicht von Seminaren über Plakataktionen bis hin zu Saft-Bars und Informationsständen.

Die Anonymen Alkoholiker (AA) bieten zudem eine Hotline an: Alkoholkranke nehmen zwischen 10 und 21 Uhr Anrufe von Hilfesuchenden aus der ganzen Schweiz entgegen. Zudem findet in Zürich ein offenes Meeting für Alkoholkranke sowie deren Angehörige und Freunde statt.

Über eine Million Betroffene

In der Schweiz seien 600 000 Personen alkoholabhängig, schreiben die AA in einer Mitteilung. Zähle man die mitleidenden Angehörigen dazu, erhöhe sich die Zahl der Betroffenen auf über 1 Million.

Durchschnittlich jeder 20. Mitarbeitende in einem Unternehmen habe ein Alkoholproblem, ergänzt die SFA. Oft würden Alkoholabhängige jahrelang an ihrer Arbeitsstelle trinken, ohne dass es jemand wage, sie auf das Problem anzusprechen.

Alkoholabhängigkeit sei aber kein ausschliesslich individuelles Problem. Der Betrieb sollte dem Betroffenen deshalb die Chance geben, die Alkoholsucht zu bewältigen. Der Betrieb trage auch eine Mitverantwortung, da nicht selten der Arbeitsplatz selbst Strukturen schaffe, die zum Alkoholmissbrauch verleiten würden.

Betriebsklima unter die Lupe nehmen

Sich dem Problem "Alkohol am Arbeitsplatz" zu stellen, bedeute deshalb nicht nur, sich des Problems eines einzelnen alkoholabhängigen Mitarbeitenden anzunehmen, schreibt die SFA. Es bedeute auch, die eigene Betriebskultur und das Arbeitsklima kritisch unter die Lupe zu nehmen.

Getragen wird der Solidaritätstag von der SFA, dem Fachverband Sucht (Deutschschweiz), dem Groupement romand d'études sur l'alcoolisme et les toxicomanes GREAT (Westschweiz) und dem Centro di cura dell'alcolismo INGRADO (italienische Schweiz).

(bsk/sda)

 
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