Pirmin Bischof ist Solothurner Ständerat
Solothurner Freisinnige erleiden historische Wahlschlappe
publiziert: Sonntag, 4. Dez 2011 / 13:00 Uhr / aktualisiert: Sonntag, 4. Dez 2011 / 14:42 Uhr
CVP-Nationalrat Pirmin Bischof zieht für den Kanton Solothurn ins Stöckli ein.
CVP-Nationalrat Pirmin Bischof zieht für den Kanton Solothurn ins Stöckli ein.

Solothurn - Die Solothurner FDP hat nach 163 Jahren ihren Ständeratssitz verloren. CVP-Nationalrat Pirmin Bischof eroberte am Sonntag in der Stichwahl den noch freien Sitz in der kleinen Kammer. FDP-Nationalrat Kurt Fluri unterlag deutlich.

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Das Volk wählte den 52-jährigen Rechtsanwalt Bischof im zweiten Anlauf mit 31'829 Stimmen in den Ständerat. Er eroberte 51,2 Prozent der gültigen Stimmen. Bischof gewann das Rennen damit deutlicher als erwartet.

Der 56-jährige Solothurner Stadtpräsident Fluri scheiterte mit 23'440 Stimmen (37,6 Prozent). Der parteilose Aussenseiter Peter Brudermann vereinte 6844 Stimmen auf sich. Die Wahlbeteiligung betrug 36,74 Prozent.

Die Solothurner FDP wird erstmals seit der Gründung des Bundesstaates 1848 nicht mehr im Ständerat vertreten sein. Die Niederlage hatte sich abgezeichnet: Bereits im ersten Wahlgang vor sechs Wochen lag Bischof deutlich vor Fluri.

In den vergangenen 20 Jahren war die FDP mit Ständerat Rolf Büttiker in der kleinen Kammer vertreten gewesen. Der 61-Jährige trat nicht zur Wiederwahl an.

FDP: «Das ist sehr schlimm»

Fluri zeigte sich enttäuscht, den historischen FDP-Sitz verloren zu haben. «Das ist sehr schlimm für mich und meine Partei», sagte er der Nachrichtenagentur sda. Der Verlust tue «sehr weh».

Zahlreiche SP-Politiker hätten ihn unterstützt, hielt Fluri fest. Offensichtlich seien viele SP-Wähler jedoch nicht an die Urne gegangen. Die FDP habe wohl Mühe, einen Kandidaten aus eigener Kraft in den Ständerat zu bringen. Vielleicht habe es auch an seiner Person gelegen.

FDP-Kantonalpräsident Christian Scheuermeyer führte ebenfalls die tiefe Wahlbeteiligung als Grund für die Niederlage an. Die SVP-Wähler seien wohl gar nicht und die SP-Wähler nur vereinzelt an die Urne gegangen. Die FDP sei in Solothurn kommunal und kantonal die stärkste Partei, national sei man jedoch massiv schwächer.

Grosse Freude bei CVP

«Ich bin sprachlos», sagte der frisch gewählte CVP-Ständerat Bischof der Nachrichtenagentur sda. «Ich freue mich darauf, den Kanton Solothurn zusammen mit Roberto Zanetti (SP) im Ständerat zu vertreten.»

Zanetti hatte bereits im ersten Wahlgang seine Wiederwahl geschafft. Der 57-Jährige übersprang das absolute Mehr um rund 600 Stimmen. «Dr rot Rübu», wie Zanetti im Volksmund genannt wird, gehört seit März 2010 dem Ständerat an.

Nachrücken im Nationalrat

Für Bischof als Nationalrat nachrücken wird Urs Schläfli aus Deitingen. Der 48-Jährige ist diplomierter Meisterlandwirt. Er gehört seit 2009 dem Solothurner Kantonsrat an. Bischof war seit 2007 Mitglied des Nationalrates gewesen.

(asu/sda)

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Gute Sache
Mit Pirmin Bischof hat sicher ein fähiger und guter Mann den Einzug in den SR geschafft. Jetzt mal unabhängig der Partei.
Ich finde ja auch This Jenny hervorragend oder Christine Egerszegi oder Keller-Suter.

Die FDP hat ein Wahrnehmungsproblem. Und zwar von ihrer eigenen Verfassung als Partei.
Es nützt nichts wenn man fähige Leute hat, die zum Teil auch gewählt wurden.
Der Grundton ist: Wir machen nichts falsch, wir bleiben auf diesem Kurs, das Volk versteht uns nicht.
Damit kann man nur bachab gehen und das zurecht.
Ausserdem haben viele begriffen, dass die FDP von Economisuisse diktiert wird und das sich neoliberales Gedankengut viel zu breit ausgeweitet hat innerhalb der Partei. Wer dies noch bestreitet verweigert die Realität.

Im Gegensatz zur SVP vermag es die FDP nicht dem Wähler Sand in die Augen zu streuen und kann somit keine Wähler mit Propaganda für sich gewinnen.

Was bleibt ist eine (noch) drittstärkste Partei die aber bereits nur noch genau gleichviele Parlamentarier stellt wie die CVP, nämlich 41.

Schneider-Ammann tut mir leid, zwar hat er mich als BR eher enttäuscht, aber sons war ich von ihm immer angetan. Als BR abgewählt zu werden hat er eigentlich nicht verdient, aber es wird richtigerweise so kommen, da die FDP ihren Anspruch auf den 2. Sitz verloren hat.

Pirmin Bischof sage ich eine grosse Zukunft voraus. Er könnte evtl. die Partei stabilisieren und eventuell sogar wieder auf die Gewinnerstrasse zurückbringen, wenn man ihn ans Ruder lässt.
Denn Darbellay sollte genau so wie Pelli schleunigst das Feld räumen.
Leider kann man aber bei beiden nicht davon ausgehen.
 
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