Somalischer Islamistenführer Scheikh Ahmed stellt sich in Kenia
publiziert: Montag, 22. Jan 2007 / 14:30 Uhr / aktualisiert: Montag, 22. Jan 2007 / 15:00 Uhr

Nairobi - Einer der führenden somalischen Islamisten hat sich den Behörden in Kenia gestellt. Sheikh Sharif Sheikh Ahmed befinde sich derzeit in Nairobi, hiess es in diplomatischen Kreisen.

Ahmed soll die Grenze im Nordosten Kenia überquert und um Asyl gebeten haben. Er befindet sich z.Zt. in Nairobi.
Ahmed soll die Grenze im Nordosten Kenia überquert und um Asyl gebeten haben. Er befindet sich z.Zt. in Nairobi.
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Ahmed war der Vorsitzende der Union der Islamischen Gerichte und gilt als einer der gemässigten Islamisten. Die USA hatten zuvor an die somalische Übergangsregierung appelliert, den Dialog mit gemässigten Islamisten aufzunehmen und die Regierung auf eine breitere Grundlage zu stellen.

Ahmed soll vor einigen Tagen die Grenze im Nordosten Kenia überquert und um Asyl gebeten haben. Der Anführer der Islamischen Gerichte, Sheikh Hassan Aweys, soll sich nach Saudi-Arabien abgesetzt haben. Die Organisation der Islamischen Gerichte hatte mit ihren Milizen vor dem Eingreifen äthiopischer Truppen weite Teile Somalis beherrscht.

Die kenianischen Behörden haben unterdessen etwa 40 mutmassliche Anhänger der Islamisten nach Mogadischu abgeschoben. Sie seien mit Augenbinden und Handfesseln von Sicherheitskräften der somalischen Übergangsregierung am Flughafen der somalischen Metropole in Empfang genommen worden, berichteten Augenzeugen.

Mutmassliche Islamisten festgenommen

Auf der kenianischen Insel Lamu wurden zudem 13 mutmassliche Anhänger der Islamisten mit ausländischen Pässen festgenommen, die sich aus Somalia abgesetzt hatten. Unter ihnen sollen ein Amerikaner, zwei Briten und mehrere Araber sein. Die US-Botschaft in Nairobi wollte sich dazu nicht äussern.

In Mogadischu wurden bei einem Feuergefecht zwischen Aufständischen und äthiopischen Soldaten mindestens zwei Menschen getötet. In den vergangenen Tagen hat es wiederholt Angriffe der Aufständischen gegen die äthiopischen Truppen gegeben.

Der äthiopische Ministerpräsident Meles Zenawi hatte den Abzug der Soldaten in den kommenden Tagen angekündigt. Für die geplante afrikanische Friedensmission hat bisher lediglich Uganda Truppen zugesagt.

(fest/sda)

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