Empfang des diplomatischen Corps
Sommaruga überbringt Neujahrsgrüsse
publiziert: Mittwoch, 14. Jan 2015 / 21:08 Uhr
Simonetta Sommaruga stösst auf das neue Jahr an. (Archivbild)
Simonetta Sommaruga stösst auf das neue Jahr an. (Archivbild)

Bern - Simonetta Sommaruga hat am Mittwoch einen ihrer ersten grossen Auftritte im Präsidialjahr gehabt: Beim Neujahrsempfang des diplomatischen Corps sprach sie jedem Botschafter in der Schweiz persönlich ihre Wünsche aus.

3 Meldungen im Zusammenhang
Umrahmt wurde der Anlass traditionell von einer Zeremonie vor dem Bernerhof. Wo bis vor 90 Jahren Gäste aus nah und fern in luxuriösen Hotelzimmern nächtigten, strömen an diesem kalten Januarnachmittag Diplomaten aus aller Welt in Scharen herbei.

Der Bernerhof im Westflügel des Bundeshauses, heute Sitz des Eidgenössischen Finanzdepartements und Ort für Staatsempfänge, ist speziell herausgeputzt worden.

Botschafterinnen und Botschafter aus rund 170 Ländern werden erwartet. Schon lange bevor die ersten Diplomaten den roten Teppich betreten, trommelt und bläst die Schweizer Militärmusik. Polizisten sperren die Strasse ab, erste Schaulustige stehen hinter den Abschrankungen auf dem Trottoir in der Bundesgasse.

Um 14.44 Uhr trifft die Gastgeberin ein, Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga. Flankiert von Bundesratsweibeln und wenig beeindruckt ob der zeremoniellen Ehrerbietung, betritt sie den Bernerhof. Es ist kalt und windig. Die Musikkapelle scheint dies wenig zu stören. Sie steht weiter stramm und spielt praktisch pausenlos weiter.

Berner Marsch für weltweite Botschafter

Wenig später wähnt man sich im Mittelalter. Mehr als ein Dutzend Pferde traben auf den Vorplatz des Bernerhofs. Die Reiter präsentieren schwarze, federgeschmückte Hüte. Ihr Gewand enthält die Berner Kantonsfarben: rot, gelb, schwarz.

Dem Gestüt des Nationalen Pferdezentrums folgen wenig später die Mitglieder der Berner Stadtregierung. Präsident Alexander Tschäppät und seine Kolleginnen und Kollegen werden in den Hof kutschiert. Der Berner Marsch ertönt in einer 7-Minuten-Version.

Und dann endlich kommen sie, die eigentlichen Protagonisten des Tages. In meist schwarzen Limousinen fahren die diplomatischen Vertreter vor. Afrikanische Botschafterinnen in bunten Gewändern, Diplomaten im Scheichkostüm und westliche Botschafter in klassischen dunklen Anzügen schlendern über den roten Teppich.

Dazwischen der Nuntius, Vertreter des Heiligen Stuhls. Er gilt als der «dienstälteste» Botschafter. In dieser Funktion begrüsst er die Bundespräsidentin später im Namen aller Botschafter.

Frieden, Sicherheit und Wohlergehen

Bevor es so weit ist, werden draussen wie drinnen Hände geschüttelt, Nettigkeiten ausgetauscht und wird aufs neue Jahr angestossen. Es sind alle da: neben dem Nuntius und der Bundespräsidentin auch weitere Bundesräte sowie der Nationalrats- und der Ständeratspräsident.

«Ihnen und den Staaten, die Sie vertreten, darf ich die besten Wünsche des Bundesrates und der Schweizer Bevölkerung wie auch meine persönlichen Wünsche für Frieden, Sicherheit und Wohlergehen überbringen», sagt Sommaruga.

In ihrer Rede spricht die Bundespräsidentin die derzeit unruhigen Zeiten an - und verurteilt zum wiederholten Mal die Terroranschläge in Frankreich von vergangener Woche: «Wir sind immer noch schockiert über das feige Attentat von Paris.»

«Wir sind ein Haus in diesem globalen Dorf»

Die Schweiz gehöre zu den privilegierten Nationen, sagt Sommaruga. Ihre Stabilität sei auch auf die direkte Demokratie zurückzuführen. Doch auch die Diplomatie spiele eine entscheidende Rolle: Das Verhältnis der Schweiz zu ihren Nachbarn und zu Europa werde auch in diesem Jahr ein Schwerpunkt der Aussenpolitik sein.

«Als Land mit beschränktem politischem Einfluss und überproportional hoher Wirtschaftskraft sind wir auf funktionierende internationale Beziehungen angewiesen», spricht die Justizministerin zu den anwesenden Botschafterinnen und Botschaftern. «Wir sind ein Haus in diesem globalen Dorf.»

Auch der Nuntius ergreift nach der Zeremonie das Wort und spricht dem ebenfalls anwesenden Aussenminister Didier Burkhalter ein Sonderlob aus: Als Vorsitzender der OSZE habe er im vergangenen Jahr gezeigt, was mit Diplomatie erreicht werden könne.

(bg/sda)

Kommentieren Sie jetzt diese news.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Bern - Wie jedes Jahr haben die Vorsteher und Vorsteherinnen der diplomatischen ... mehr lesen
Johann Schneider-Ammann empfing die Gäste aus aller Welt für diese Zeremonie im Bundeshaus. (Archivbild)
Simonetta Sommaruga spricht über die Demokratie in der Schweiz. (Archivbild)
Bern - Bundespräsidentin ... mehr lesen 7
Bern - Die Präsidien im Bundeshaus ... mehr lesen
Sommaruga machte ein sehr gutes Resultat - das beste, das eine Frau je erzielt hat.
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 21
Johann Schneider-Ammann eröffnet den Gotthard-Basistunnel.
Johann Schneider-Ammann eröffnet den Gotthard-Basistunnel.
Beginn mit Segnung  Bern - Mit einem Treffen der Verkehrsminister der Alpenländer am Dienstagnachmittag werden die Feierlichkeiten zur Eröffnung des Gotthard-Basistunnels eingeläutet. Wenige Stunden später wird der Tunnel der SBB übergeben. mehr lesen 
353 Millionen Franken für den Asylbereich  Bern - Der Nationalrat hat am Dienstag die Staatsrechnung 2015 sowie die Nachtragskredite zum laufenden Budget deutlich genehmigt. Vor allem die zusätzlichen Kosten für das Asylwesen gaben aber im Rat zu reden. mehr lesen   1
Der Bundesrat müsse dafür sorgen, dass sich der Tunnel bezahlt mache.
Gotthard 2016  Altdorf - Die Alpen-Initiative fordert den Bundesrat auf, mit der Verlagerung der Gütertransporte von der Strasse auf die Schiene vorwärts zu machen. Die Mitglieder ... mehr lesen  
Titel Forum Teaser
  • melabela aus littau 1
    es geht nicht nur um homosexuelle ich bin eine frau und verheiratet mit einem mann. leider betrifft es ... So, 14.08.16 13:18
  • Pacino aus Brittnau 731
    Kirchliche Kreise . . . . . . hatten schon immer ein "spezielles" Verhältnis zu ... Do, 09.06.16 08:07
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Das wird die Deutschen aber traurig machen. Wenn man keinen Flughafen und keinen Bahnhof ... Mi, 08.06.16 17:49
  • Pacino aus Brittnau 731
    Demokratie quo vadis? Wenn die Demokratie den Stacheldraht in Osteuropa-, einen Wahlsieg von ... Mo, 06.06.16 07:55
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3945
    Es... muss darum gehen, die Kompetenz der Kleinbauern zu stärken. Das sorgt ... Do, 02.06.16 13:07
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Kindeswohl egal! Es geht doch vor allem um die eigenen Kinder der Betroffenen. Die ... Do, 02.06.16 08:10
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Verlust der Solidarität: Verlust der Demokratie! Vollständig und widerspruchsfrei beantworten lässt sich das wohl nicht. ... Mi, 01.06.16 00:18
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3945
    Unterstützung "Deshalb sind für die Sozialhilfe 267 Millionen Franken mehr und für ... Di, 31.05.16 10:38
 
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Do Fr
Zürich 11°C 19°C Wolkenfelder, kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig recht sonnig
Basel 8°C 20°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig recht sonnig
St. Gallen 9°C 16°C Wolkenfelder, kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig recht sonnig
Bern 7°C 19°C Schneeregenschauerleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig freundlich
Luzern 11°C 18°C wechselnd bewölktleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig recht sonnig
Genf 9°C 20°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig recht sonnig
Lugano 12°C 23°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig gewitterhaft
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten