Sommerliche Kulturgeschichte: Glacé gibt's seit 4000 Jahren
publiziert: Mittwoch, 9. Jul 2003 / 14:20 Uhr

Bern - Eiscrème ist eine jener segensreichen Erfindungen, die in China gemacht und von Marco Polo nach Europa gebracht worden sind. Vor etwa 4000 Jahren entdeckten die Chinesen, wie man Zuchtvieh melkt und weiterverarbeitet. Besonders beliebt war ein gewürzter Milchreis, der in Schnee gepackt wurde, bis er fest war.

Allmählich perfektionierten die Chinesen die Milchwirtschaft und die Herstellung von Gefrorenem.

Um den erhöhten Bedarf zu decken, wurden bessere Methoden entwickelt, um Eis aus den Bergen zu transportieren und zu konservieren.

Durch Beimischung von Saft und Fruchtmark unter das Milchreis-Eis entstand das erste Fruchteis.

Im 13. Jahrhundert konnte jedermann in den Strassen Pekings Eis vom Handkarren kaufen.

Im 14. Jahrhundert tauchte dank Marco Polo und dem toskanischen Zuckerbäcker Bernardo Buontalenti das erste Glacé auch in Italien auf.

Da Eiskeller teuer waren, blieb das Dessert vorerst in Europa noch den Reichen vorbehalten.

Glacé als Vorzeigeprodukt

Katharina von Medici brachte die kühle Süssspeise von Florenz nach Frankreich, auch in einer weiterentwickelten Version auf Rahmbasis, die unseren heutigen Glacés schon ziemlich nahe kam.

Während ihrer 30-tägigen Hochzeitsfeier mit dem späteren König Heinrich II. 1533 liess Katharina jeden Tag ein anderes Fruchteis servieren, um so richtig schön vor dem versammelten europäischen Hochadel mit ihrer Esskultur anzugeben.

Dem in Rom lebenden spanischen Physiker Blasius Villafranca gelang 1560 die Entdeckung, dass etwas schneller gefriert, wenn man dem kühlenden Eis drum herum Salpeter beigibt.

In Florenz entstand die erste vollkommen feste Glacé und in Frankreich wurde die "Bombe glacée", die Eisbombe aus verschiedenen Aroma-Schichten erfunden.

Die Stunde des Glacéstengels

Im 19. Jahrhundert wurden auch in Europa die Eiskarren gebräuchlich. Als Strassenhändler wirkten vornehmlich italienische Gastarbeiter.

In Grossbritannien wurden sie "Hokey-pokey men" genannt, eine Verballhornung ihres Ausrufs "Ecco un poco" (hier ein bisschen).

1920 schlug die Stunde des Glacéstengels. Erfunden wurde er vom Ladenbesitzer Harry Burt aus Youngstown, Ohio.

Burt, der Süssigkeiten und Eiscrème verkaufte, experimentierte drei Jahre lang mit Schokoguss, Eis und Stöckchen, bis er den "Good Humour Sucker", den Gute-Laune-Lutscher, patentieren lassen konnte.

(Irene Widmer, Quelle: sfd)

 
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