Ski-Weltcup der Frauen:
Sonja Nef nur Elfte beim Riesen in Cortina d'Ampezzo
publiziert: Sonntag, 27. Jan 2002 / 13:19 Uhr / aktualisiert: Sonntag, 27. Jan 2002 / 19:47 Uhr

Cortina d'Ampezzo (It) - Das stolze Schweizer Riesenslalom-Team erlitt beim Weltcuprennen von Cortina eine bittere Niederlage. Weltmeisterin Sonja Nef wurde als Beste lediglich Elfte. Den ersten Sieg in ihrer Karriere errang die 22-jährige Norwegerin Stina Hofgard Nilsen.

Ausgerechnet kurz vor den Olympischen Spielen in Salt Lake City stürzten die Schweizerinnen in eine Formkrise. Sonja Nef war seit 15 Monaten nie mehr so schlecht klassiert; Lilian Kummer, die Saisonsiegerin von Lienz, fiel nach dem 23. Zwischenrang im 2. Lauf aus; Corinne Rey-Bellet, Fünfte vor einer Woche in Berchtesgaden, belegte Rang 22; Newcomerin Fränzi Aufdenblatten, Sechste in Berchtesgaden, blieb als 36. des ersten Durchgangs auf der Strecke.

Nef schwer enttäuscht

Im Oktober 2000 hatte Nef beim Saisonauftakt in Sölden Rang 15 belegt. Seither gewann sie acht Weltcup-Rennen, den WM-Titel und stand drei Mal auf dem Podest. Dazu kamen ein einziger Ausfall und zuletzt der 4. Rang von Berchtesgaden. «In Berchtesgaden bin ich schlecht gefahren, und hier fuhr ich schlecht. Ich bin schwer enttäuscht», sagte Nef. «Mir ging das Feingefühl auf dem Schnee ab, ich machte viele kleine Fehler.» Die Brechstange habe sie nach dem 11. Zwischenrang im zweiten Lauf nicht benützt: «Wenn du nicht gut drauf bist, machst du eben Fehler.» Die in Österreich lebende Appenzellerin glaubt nicht, dass ihre grippale Erkältung (womit auch Kummer und Aufdenblatten kämpften) einen Einfluss auf ihre Fahrt zeigten: «Ich hatte nicht das Gefühl, dass mir die Kraft ausging.»

Vor zwei Wochen bei ihrem Sieg in Maribor sei sie «so gut Ski gefahren wie noch nie -- und jetzt bin ich einfach nicht mehr mich selber. Schon am Start bringe ich die Stimmung nicht richtig hin», sagte Nef. Jetzt gibt es nur eines für die Schweizer Sportlerin des Jahres: «Zuhause in Ruhe analysieren. Alles andere ist unwichtig. Olympia und der Weltcup interessieren mich jetzt nicht: Ich will wieder in Form kommen.» In Österreich verbreitete Gerüchte, Nef probiere neue Skiversionen und -einstellungen, dementierte sie als Blödsinn. Immerhin führt Nef den Riesenslalom-Weltcup weiterhin an.

Überall Verunsicherung

Auch Lilian Kummer zeigt sich verunsichert und wollte ihrer Erkältung kein Gewicht beimessen: «Im ersten Lauf war ich immer zu früh dran und rutschte durch die Tore. Im zweiten versuchte ich, direkter zu fahren, obwohl der Kurs runder gesteckt war. Das erwies sich als Fehler.» Insgesamt verfüge sie noch immer nicht über die Sicherheit des letzten Winters, «obwohl in Lienz natürlich alles passte.»

Corinne Rey-Bellet, im Riesenslalom in aufsteigender Form, tat nun wieder einen Schritt zurück und war derart erbost, dass sie keine Interviews geben wollte. Und Fränzi Aufdenblatten, die noch wenig Erfahrung hat, merkte schon im dritten Tor, dass sie blockiert war. Sie konnte «die Ski einfach nicht laufen lassen.» Dabei schwärmte sie von der griffigen, gut präparierten Piste --wie übrigens auch Nef.

Nilsen wie Kummer

Mit Stina Hofgard Nilsen gab es im siebten Riesenslalom der Saison die zweite «neue» Siegerin (nach Kummer in Lienz). Nilsen war nach zwei 5. Rängen, Platz 3 in Maribor und Rang 2 in Berchtesgaden reif dafür. Sie stiess vom 3. Rang an die Spitze vor und überholte ihre Teamkollegin Andrine Flemmen (2.) sowie Gesamt- Weltcupleaderin Michaela Dorfmeister (4.). Als Beste der schweizerisch-liechtensteinischen Trainingsgruppe etablierte sich Birgit Heeb-Baltiner als Sechste.

Das Bestresultat der aus Bergen stammenden Stina (Vorname) Hofgard (Geschlechtsname der Mutter) Nilsen (Geschlechtsname des Vaters) vor dieser Saison war ein 6. Rang (2001 in Are). Sie erzielte im zweiten Lauf mit Nummer 28 die zweitbeste Zeit hinter Denise Karbon (It), die vom 30. auf den 9. Rang vorstiess. «Ich hoffte auf einen Podestrang, aber vom Sieg bin ich selbst überrascht», sagte Hofgard Nilsen, die mit 16 ins Skigymnasium Geilo eintrat und vor vier Jahren ihr erstes Weltcuprennen bestritt. Weltcup-Riesenslalom der Frauen in Cortina

Gesamtklassement:

1. Stina Hofgard Nilsen No Rossignol 2:44,37
2. Andrine Flemmen No Rossignol 2:44,97 0,60
3. Karen Putzer It Rossignol 2:45,28 0,91
4. Michaela Dorfmeister Ö Blizzard 2:45,36 0,99
5. Alexandra Meissnitzer Ö Völkl 2:45,44 1,07
6. Birgit Heeb-Batliner Lie Nordica 2:45,47 1,10
7. Eveline Rohregger Ö Nordica 2:45,64 1,27
8. Tina Maze Sln Rossignol 2:45,71 1,34
9. Denise Karbon It Salomon 2:45,98 1,61
10. Allison Forsyth Ka Rossignol 2:45,99 1,62

11. Sonja Nef (Sz), Völkl, 2,00 zurück.
12. Anna Ottosson (Sd), Dynastar, 2,06.
13. Janica Kostelic (Kro), Salomon, 2,11.
14. Sarah Schleper (USA), Rossignol, 2,17.
15. Kristina Koznick (USA), Völkl, 2,21.

16. Anja Pärson (Sd), Salomon, 2,24.
17. Silke Bachmann (It), Völkl, 2,34.
18. Renate Götschl (Ö), Salomon, 2,35.
19. Geneviève Simard (Ka), Rossignol, 2,86.
20. Ylva Nowen (Sd), Salomon, 2,93.
21. Alenka Dovzan (Sln), Rossignol, 2,97.
22. Corinne Rey-Bellet (Sz), Salomon, 3,27.
23. Britt Janyk (Ka), Salomon, 3,67.
24. Petra Haltmayr (De), Atomic, 3,85.
25. Hilde Gerg (De), Völkl, 4,13.
26. Silvia Berger (Ö), Völkl, 4,35.
27. Carole Montillet (Fr), Rossignol, 4,81.

(sk/news.ch)

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