Sotschi feierte mit Feuerwerk und Wodka
publiziert: Donnerstag, 5. Jul 2007 / 17:40 Uhr / aktualisiert: Donnerstag, 5. Jul 2007 / 17:56 Uhr

Mit Badeschlappen an den Füssen, Wodka-Bechern in den Händen und dem grössten Feuerwerk in Sotschis Geschichte über ihren Köpfen feierten Zehntausende Russen am Donnerstag die Ankunft der Olympischen Spiele am Schwarzen Meer.

Sotschi ist ein beliebter russischer Urlaubsort am Schwarzen Meer, in dem die Sau rausgelassen wird.
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In der 20 Grad lauen Sommernacht bejubelten Einheimische und Touristen bis in den Morgen den IOC-Entscheid, die Winterspiele 2014 in den Badekurort zu vergeben. Und sie huldigten Staatspräsident Wladimir Putin.

Auf dem zentralen Platz am «Simni»-(Winter)-Theater hatten russische Rockbands auf einem Open-Air-Konzert stundenlang die Stimmung angeheizt. Als um 03.23 Uhr (Ortszeit) IOC-Präsident Jacques Rogge «Sotschi» als Olympiaort 2014 aus einem Couvert zog, spielten sich chaotische Szenen auf den Treppen des Theaters ab.

Die meisten der etwa 100'000 Touristen hatten am Morgen danach auf ihren Strandliegen bei 30 Grad am nur wenig kälteren stahlblauen Schwarzen Meer ohnehin Zeit genug, Rausch und Blessuren zu kurieren.

Lohn für anstrengende Bewerbung

Russische Sportler und Politiker werteten die Zustimmung des IOC als Lohn für eine anstrengende Bewerbung. «Der Sieg Sotschis ist eine weltweite Anerkennung für das neue Russland», sagte Vize-Regierungschef Alexander Schukow in Guatemala-City.

Leonid Tiagatschew, Präsident des Nationalen Olympischen Komitees (NOK) Russlands und früherer alpiner Skitrainer, freute sich: «Der Entscheid hat bewiesen, dass wir mehr als nur sportliche Erfolge aufweisen können. Wir sind nicht nur wirtschaftlich und organisatorisch stark, sondern nehmen auch moralisch Einfluss auf die Ereignisse der Welt.»

Frust in Salzburg

Grosse Enttäuschung löste das Scheitern in Salzburg und im Berchtesgadener Land aus. Heinz Schaden, der Bürgermeister von Salzburg, klagte: «Wir haben unser Bestes gegeben. Aber es waren andere Parameter entscheidend. Es ist ein deutliches Signal. Die Kriterien des IOC sind andere als die, die wir haben, wie Expertise, Leidenschaft und Wiege des Wintersports. Vermutlich wird die Chance für kleine Länder, bei Olympia mitzuwirken, verschwindend gering.»

Stefan Kurz, der Bürgermeister der Gemeinde Schönau am Königssee (De), kritisierte das IOC: «Es gibt das Sprichwort: Geld regiert die Welt. Anscheinend hat es bei der Wahl zugetroffen.»

Schock in Südkorea

Geschockt zeigt man sich in Pyeongchang, das schon vor vier Jahren in Prag gescheitert war und Vancouver für 2010 den Vortritt lassen musste; der Olympiatraum hatte sich wieder nicht erfüllt. Die vorbereitete Feier verwandelte sich für die Einwohner der südkoreanischen Stadt in eine tränenreiche Enttäuschung. In den frühen Morgenstunden hatten sich vor dem Rathaus knapp 2000 Menschen versammelt, um den IOC-Entscheid live auf einem Grossbildschirm zu verfolgen.

Jeon Yong-kwan, Entwicklungsdirektor der Bewerbung, klagte: «Es ist fast so, als hätte man uns ein Messer in den Rücken gerammt. Ich kann es nicht fassen. Wir haben jahrelang gearbeitet, um unsere frühere Bewerbung zu verbessern. Wir haben alles gemacht, was das IOC von uns gefordert hat. Das war nicht nur Show. Ich glaube nicht, dass Sotschi in der Lage ist, alle Sportstätten fristgerecht zu errichten, auch wenn sie behaupten, dass sie das können.»

(fest/Si)

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