Sozialer Sprengstoff - Working Poor
publiziert: Montag, 17. Jan 2005 / 16:22 Uhr

Basel - Die wachsende Zahl der Working Poor in der Schweiz bedeutet sozialen Spengstoff, warnt eine Nationalfonds-Studie:

2 Meldungen im Zusammenhang
Die Empörung über Ungerechtigkeit nehme zu, und die Sozialhilfe sei am Anschlag. Deren Beiträge seien teilweise Billiglohn-Subventionen.

Bei den Familien mit mehreren Kindern sei der Anteil der Working Poor in den 90er-Jahren von elf auf 17 Prozent gestiegen.

Bei den Alleinerziehenden habe er sich von 15 auf 30 Prozent gar verdoppelt. Als wichtigste Merkmale nennt die Studie Nationalität (59% der Working Poor sind Ausländer) und Geschlecht (61% Frauen).

Tiefe Löhne bei Alleinerziehenden

Bei den Alleinerziehenden seien vor allem tiefe Löhne ein Armuts-Faktor, weil sich das Sozialsystem noch an der traditionellen Familie mit Vollzeitjob orientiere.

Probleme machten auch tiefe berufliche Qualifikationen sowie ein niedriger Ausgleich hoher Kinderkosten, wie die Autoren der Studie in Basel vor den Medien ausführten.

Die soziale Kluft wächst

Die wachsende soziale Kluft gefährde den sozialen Zusammenhalt, warnt Mitherausgeber Ueli Mäder. Die einen verdienten trotz harter Arbeit nicht genug zum Leben, andere bezögen exorbitante Löhne. Auch drohen laut der Studie mehr illegale Arbeit und Normenverstösse.

Laut Rolf Maegli, Vorsteher der Basler Sozialhilfe, kann man Sozialhilfe bei Dumpinglöhnen faktisch als Subvention betrachten: Missbrauch des Sozialwesens findet auch durch Arbeitgeber statt. Die Sozialhilfe sei bloss Indikator dessen, was in Staat und Wirtschaft nicht funktioniert; die Probleme lösen müsse daher die Politik.

Weniger als 1000 Franken zum Leben

Quantitative Basis der Studie bildet eine Befragung in den Kantonen Basel-Stadt und Freiburg von 255 aktuellen Working Poor sowie 140 ehemaligen.

Die Autoren definieren Working Poor als Erwerbstätige, denen nach Abzug der Wohn- und Gesundheitskosten weniger als 1000 Fr. im Monat zum Leben bleibt. In der Schweiz gab es im Jahr 2003 laut Bundesamt für Statistik (BFS) 231 000 Working Poor.

(sl/sda)

Lesen Sie hier mehr zum Thema
Lugano - Im Tessin zählen 12 500 ... mehr lesen
Der Kanton will gezielte Massnahmen zur Bekämpfung der Armut einleiten.
Ruth Lüthi findet die Armut in einem so reichen Land unwürdig.
Freiburg - Der Freiburger Grosse Rat ... mehr lesen
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 21
Die Fluchtroute auf der Seestrecke zwischen Nordafrika ...
Erschreckende Zahlven von der UNO  Berlin - Bei Bootsunglücken im zentralen Mittelmeer sind in der zurückliegenden Woche nach UNO-Angaben wahrscheinlich mindestens 880 Flüchtlinge umgekommen - und damit weit mehr als ohnehin schon befürchtet. mehr lesen 
Amnesty International berichtet  Kabul - Die Zahl der Binnenflüchtlinge hat sich wegen des Kriegs in Afghanistan in nur drei Jahren mehr als ... mehr lesen  
Afghanische Binnenflüchtlinge vegetierten unter «abscheulichen Bedingungen gerade so am Rande des Überlebens dahin». (Symbolbild)
Bereits 100 Objekte erfasst  Wil SG - Digitale Stadtpläne sollen künftig Menschen mit einer Behinderung die Orientierung erleichtern. ... mehr lesen  
Bei der Erstellung des Zugänglichkeitsplans in Wil werden auch Betroffene miteinbezogen.
Titel Forum Teaser
 
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Mi Do
Zürich -4°C 1°C Nebelfelderleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig Nebelfelder Nebelfelder
Basel -3°C 3°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig recht sonnig
St. Gallen -5°C 0°C Nebelfelderleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig Nebelfelder Nebelfelder
Bern -4°C 1°C Nebelfelderleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig Nebelfelder recht sonnig
Luzern -3°C 1°C Nebelfelderleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig Nebelfelder Nebelfelder
Genf -2°C 4°C Nebelfelderleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig recht sonnig
Lugano 1°C 7°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig sonnig
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten