«Spaltung der Christen ein Skandal»
publiziert: Donnerstag, 30. Nov 2006 / 18:24 Uhr / aktualisiert: Freitag, 1. Dez 2006 / 10:16 Uhr

Istanbul - Am dritten Tag seiner Türkei-Reise besuchte Papst Benedikt XVI. einen orthodoxen Gottesdienst und wandte sich gegen die Spaltung der Christen. Mit Patriarch Bartholomäus I. unterzeichnete er in Istanbul eine Erklärung, mit der die «Wiederherstellung der vollkommenen Einheit» angestrebt wird.

Papst Benedikt XVI. und Patriarch Bartholomäus I.
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In der prunkvoll ausgestatteten Patriarchatskirche St. Georg wohnte der Papst einem orthodoxen Gottesdienst bei, mit dem das Fest des Heiligen Andreas gefeiert wurde. Der Apostel Andreas ist der Patron des griechisch-orthodoxen Patriarchats von Konstantinopel.

Bruderkuss mit Bartholomäus

Benedikt bot den Orthodoxen Gespräche über die «Ausübung des Papstamtes» an. Das Angebot gilt als wichtiger Schritt, weil der Anspruch Roms auf umfassende Autorität das entscheidende Hindernis bei der Annäherung zwischen katholischer Kirche und den Orthodoxen ist.

Der Papst lud zu einem «brüderlichen Dialog» ein, «um die Art und Weise zu bestimmen, wie das Petrusamt heute ausgeübt werden könnte». Dabei bezog er sich auf seinen Vorgänger Johannes Paul II., der ein solches Angebot bereits 1995 gemacht hatte. Benedikt und Bartholomäus gaben sich einen Bruderkuss.

Spaltung als Skandal und Hindernis

Bartholomäus zeigte sich offen für eine Annäherung mit Rom. «Wir bekennen in Trauer, dass wir noch nicht im Stande sind, die heiligen Sakramente gemeinsam zu feiern», sagte der Patriarch. Benedikt betonte: «Die Spaltung der Christen ist ein Skandal für die Welt und ein Hindernis bei der Verkündung des Evangeliums.»

Als ein Höhepunkt der Papstreise stand am Nachmittag ein Besuch der Hagia Sophia und der Blauen Moschee an. Damit wollte Benedikt zu einem zentralen Thema seiner Reise zurückkehren: dem Werben um Dialog und Versöhnung mit der muslimischen Welt, die ihm seit seiner Islam-Rede in Regensburg misstrauisch begegnet.

(ht/sda)

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