Spanien nonstop in der Warteschlaufe
publiziert: Samstag, 3. Jun 2006 / 08:53 Uhr

Seit 28 Jahren ist Spanien beim weltweit wichtigsten Sport-Rendez-vous ohne Ausnahme vertreten.

Carles Puyol (rechts) ist der Inbegriff einer starken Defensive.
Carles Puyol (rechts) ist der Inbegriff einer starken Defensive.
Die Konstanz ist zweifelsfrei beeindruckend, ansonsten hinterliessen die Iberer an Endrunden aber kaum Spuren. Deshalb hat die «Selección» den erstmaligen Halbfinalvorstoss zum Ziel erklärt.

Die Rollen sind auf dem Papier eindeutig verteilt. Hinter dem Favoriten mit Weltauswahlbesetzung kommt am ehesten der Debütant aus der Ukraine für Position 2 und einen Platz im Feld der besten 16 der Welt in Frage.

Tunesien, 2004 Afrikameister, und die Saudis dürften auf diesem Niveau kein erheblicher Faktor sein.

Spanien: Rauls Verfassung

Luis Aragones Suarez steht eine auf allen Positionen erstklassig besetzte Equipe zur Verfügung. Im Herz der Abwehr steht mit Carles Puyol der Chef, der mit Barça die Champions League gewonnen und eine exzellente Saison gespielt hat.

Mit den «Liverpoolern» Luis Garcia und Xabi Alonso sowie Asier Del Horno (Chelsea) garantieren drei Schlüsselspieler von Liverpool wichtige Impulse einer ausländischen Top-Liga. Der Mannschaft ist defensive und offensive Qualität gleichermassen zu attestieren.

Zur Debatte könnte unter Umständen die Verfassung von Raul stehen. Von seiner im November erlittenen Kniebänderverletzung hat sich der 28-jährige Captain nicht restlos erholt. In den Medien kursierten Spekulationen, ob ihm Einsätze von Beginn weg zuzumuten sind. «Mit Raul auf dem Feld fühlen wir uns sicherer. Er ist unser Leader», zerstreute Sturmkonkurrent Fernando Torres indes alle Zweifel.

Ukraine: Blochin und «Sheva»

Viel dreht sich im Nationalteam um Dynamo Kiew; acht Spieler des renommiertesten Klubs der Ukraine gehören zum WM-Kader. Und doch stehen andere im Mittelpunkt: Andrej Schewtschenko (29) zieht auf dem Rasen das gesamte Interesse auf sich, neben dem Feld zieht Oleg Blochin die Trainerfäden.

«Sheva» sorgte seit Wochen für Schlagzeilen. Nach sieben Jahren bei Milan entschied sich der Ausnahmestürmer mit magischer Vista und einmaliger Abschlussstärke (126 Tore in 192 Spielen in der Serie A) zum Arbeitsplatzwechsel. Anzunehmen ist, dass er ab kommender Saison in London an der exquisiten Stamford Bridge für Chelsea Tore schiessen wird.

Zuvor will er seine Mannschaft «mindestens in den Achtelfinal führen». Gleiches hat Blochin vor. Der Teilzeit-Parlamentarier geniesst im seit 1991 souveränen Staat dank der ersten erfolgreichen Qualifikationskampagne einen unerhört hohen Stellenwert.

Tunesien: Star an der Linie

Im letzten Gruppenspiel der WM-Ausscheidung sicherte sich Tunesien in Rades mit einem 2:2 gegen das ungeschlagene Marokko vor 60 000 Supportern die dritte Endrundenteilnahme in Serie. Dass OK-Chef Franz Beckenbauer den Nordafrikanern «eine echte Achtelfinalchance» zumass, war nicht nur ein PR-Gag aus der Rubrik «Zu Gast bei Freunden».

Im Sturm ist vor zwei Jahren eingebürgerte Brasilianer Dos Santos (Toulouse) durchaus zum einen oder anderen Coup befähigt. Eine interessante Figur ist im rechten Abwehrcouloir engagiert: Hatem Trabelsi, der umworbene Offensiv-Verteidiger von Ajax Amsterdam. Den Prominentenstatus darf der Franzose Roger Lemerre beanspruchen.

Vor sechs Jahren coachte der 64-Jährige Frankreich zum EM-Titel. 2004 gewann er mit Tunesien den Final der Afrikameisterschaft; sonderlich populär ist der Mann ohne Emotionen beim Anhang gleichwohl nicht.

Saudi-Arabien: Der Weltrekordler im Tor

Beim letzten Gipfel der Elite in Südkorea und Japan präsentierten sich die Saudis in blamabler Form. Verwöhnt und nicht zweikampftauglich liessen sie sich beim 0:8 von einer deutschen Mannschaft vorführen, die gewiss nicht mit einer brillanten Offensivabteilung gesegnet war.

Marcos Paqueta, der mit Brasiliens Junioren-Auswahlen bereits zweimal WM-Gold gewann, hat sich während der Vorbereitung deshalb intensiv um die Abwehrarbeit gekümmert. Sollte er scheitern, wird im Königreich ab Sommer der 16. neue Trainer innerhalb der letzten zwölf Jahre vorgestellt.

Im Team der 23 «Inländer» gilt Sami Al-Jaber von Al Hilal als Superstar. Der 33-jährige Stürmer betritt die WM-Bühne wie Weltrekordler Mohammed Al-Deayea - der Keeper bestritt 181 Länderspiele - zum vierten Mal. Für die Araber spricht, dass sie in der Asienzone immerhin Südkorea (WM-Halbfinalist 2002) distanzierten.

Gruppe H:

Spanien. Gegründet: 1913. -- FIFA-Beitritt: 1904. -- FIFA-Ranking: 6. -- WM-Teilnahmen (11): 1934, 1950, 1962, 1966, 1978, 1982, 1986 (Viertelfinal), 1990 (Achtelfinal), 1994 (Viertelfinal), 1998, 2002 (Viertelfinal). -- Bilanz der Schweiz gegen Spanien: 18 Spiele/0 Siege/3 Unentschieden/15 Niederlagen. -- Letztes Spiel: Schweiz - Spanien 0:3 (WM-Achtelfinal in Washington/USA, 2. Juli 1994).

Ukraine. Gegründet: 1991. -- FIFA-Beitritt: 1992. -- FIFA-Ranking: 45. -- keine WM-Teilnahme; kein Spiel gegen die Schweiz.

Tunesien. Gegründet: 1956. -- FIFA-Beitritt: 1960. -- FIFA-Ranking: 28. -- WM-Teilnahmen (3): 1978, 1998, 2002. -- Bilanz der Schweiz gegen Tunesien: 2 Spiele/1 Sieg/1 Unentschieden. -- Letztes Spiel: Schweiz - Tunesien 1:1 (in Tunis, 15. November 2000/Tor für die Schweiz: Cantaluppi).

Saudi-Arabien. Gegründet: 1959. -- FIFA-Beitritt: 1959. -- FIFA-Ranking: 34. -- WM-Teilnahmen (3): 1994, 1998, 2002. -- kein Spiel gegen die Schweiz.

(rr/Si)

 
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