Ex-HSBC-Informatiker wird möglicherweise ausgeliefert
Spanien prüft Auslieferung von Datendieb an die Schweiz
publiziert: Samstag, 4. Aug 2012 / 12:43 Uhr / aktualisiert: Samstag, 4. Aug 2012 / 13:27 Uhr
HSBC Private Bank
HSBC Private Bank

Madrid - Die spanische Regierung hat am Freitag das Auslieferungsgesuch der Schweiz für Hervé Falciani angenommen und an die Justiz weiter geleitet. Der ehemalige Angestellte der Genfer Privatbank HSBC hatte vor rund fünf Jahren Kundendaten bei HSBC gestohlen und diese den französischen Behörden übergeben.

6 Meldungen im Zusammenhang
Der Ministerrat habe der juristischen Weiterverfolgung des Auslieferungsgesuchs gegen den französisch-Italienischen Doppelbürger zugestimmt, teilte die Regierung mit. Der französisch-italienische Doppelbürger Falciani war am 1. Juli auf Grund eines Schweizer Haftbefehls in Barcelona verhaftet worden.

Das Bundesamt für Justiz hatte ein Fahndungsgesuch gestellt, das sich auf einen Haftbefehl der Bundesanwaltschaft (BA) stützte. Im Zusammenhang mit dem Datendiebstahl führt die BA eine Strafuntersuchung gegen Falciani.

15'000 Kundendaten gestohlen

Falciani war bei der HSBC als Informatiker angestellt und hatte in den Jahren 2006 und 2007 Daten von rund 15'000 Kunden gestohlen. Diese übergab er den französischen Steuerbehörden und dem Staatsanwalt von Nizza, Eric de Montgolfier.

Die französische Justiz beschlagnahmte die Daten im Januar 2009. Die Sache geriet aber erst im Dezember 2009 an die Öffentlichkeit und führte zu einer diplomatischen Krise zwischen der Schweiz und Frankreich.

Paris stimmte der Rückgabe der Daten schliesslich zu. Diese wurden allerdings von der französischen Polizei vor der Rückgabe an die Schweiz manipuliert, wie die Bundesanwaltschaft im Mai bestätigt hatte.

Unzulässige Beweise

Dank der Daten eruierte Frankreich 3000 fehlbare Steuerpflichtige. Paris hatte die Daten zum grossen Leidwesen der Schweiz an weitere Länder weitergeleitet, damit auch diese ihre Steuersünder dingfest machen konnten.

Anfang Februar befand das Kassationsgericht in Paris als zweite Instanz allerdings, die Daten seien auf unstatthafte Weise beschafft worden und seien darum als Beweismittel in Steuerverfahren nicht zulässig. Damit wurde ein erster Entscheid des Pariser Appellationsgerichts bestätigt.

Gemäss informierten Kreisen war diese Tatsache den Steuerfahndern bewusst. Sie benutzten die Daten aber, um Bankkunden unter Druck zu setzen, damit sie sich selbst anzeigten und damit mit geringeren Sanktionen davonkamen.

(asu/sda)

?
Facebook
SMS
SMS
0
Forum
Kommentieren Sie jetzt diese news.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Bern - Der flüchtige Bankdatendieb Hervé Falciani ist von der Bundesanwaltschaft (BA) beim Bundesstrafgericht wegen ... mehr lesen
Falciani soll gemäss Anklage die Daten ab Oktober 2006 bis zu seiner vorübergehenden Festnahme im Dezember 2008 auf eigene Datenträger kopiert haben.
Hervé Falciani war früher Informatiker der Bank HSBC.
Bern/Madrid - Die spanische Justiz hat es am Mittwoch abgelehnt, den ehemaligen Informatiker der Bank HSBC in Genf, Hervé ... mehr lesen
Madrid - Die oberste spanische Justizbehörde hat die Freilassung von Hervé Falciani angeordnet, wie ein Sprecher am Dienstag der Nachrichtenagentur sda sagte. ... mehr lesen
Der ehemalige Informatiker soll an die Schweiz ausgeliefert werden.
Hervé Falciani hatte in den Jahren 2006 und 2007 Daten von Kunden der HSBC gestohlen.
Bern - Hervé Falciani, der bei der Genfer Privatbank HSCB Kundendaten gestohlen hatte, ist am 1. Juli in Barcelona verhaftet ... mehr lesen
Genf/Zürich - Für die Privatbank HSBC Suisse ist die Datenklau-Affäre um den Informatiker Hervé Falciani ein abgeschlossenes Kapitel. In Teilen Europas verlor das Genfer Institut im vergangenen Jahr aber immer noch Kundengelder. mehr lesen 
Weitere Artikel im Zusammenhang
Genf - Die Privatbank HSBC Schweiz hat über den im Dezember bekannt gewordenen Diebstahl von Kundendaten informiert. Vom Diebstahl betroffen waren die Daten von rund 15'000 Kunden, die vor Oktober 2006 ein Konto bei der Genfer Bank hatten. mehr lesen 
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 17
In den vergangenen Jahre haben von knapp 500'000 Einkommensmillionären nur 12'000 pro Jahr den Bundesstaat gewechselt.
In den vergangenen Jahre haben von knapp 500'000 Einkommensmillionären nur ...
Falsche Sichtweise  Selbst wenn sie hohe Steuerabgaben leisten müssen, leben reiche Amerikaner grösstenteils weiter in ihren angestammten Bundesstaaten und ziehen nicht in eine andere US-Region mit günstigeren Steuerbedingungen. mehr lesen 
Finanzminister Jack Lew. (Archivbild)
Neuer Anlauf im Kampf gegen US-Steuerflucht Washington - Die US-Regierung unternimmt einen neuen Anlauf, um die Regeln gegen Geldwäscherei und Steuerflucht zu verschärfen. ...
Gotthard steht im Zentrum  Bern - In Bern beginnt heute Montag die Sommersession der eidgenössischen Räte. In der ersten Woche steht allerdings nicht das Bundeshaus, sondern der Gotthard im Zentrum: Wegen der Eröffnung des Basistunnels findet am dritten Sessionstag keine Sitzung statt. mehr lesen  
Nationalrat genehmigt Millionen-Nachtragskredite Bern - Der Nationalrat hat am Dienstag die Staatsrechnung 2015 sowie die Nachtragskredite zum laufenden ... 1
Mit 124 zu 64 Stimmen genehmigte die grosse Kammer den Bundesbeschluss über den Nachtrag I zum Voranschlag 2016.
Titel Forum Teaser
  • Pacino aus Brittnau 731
    Kirchliche Kreise . . . . . . hatten schon immer ein "spezielles" Verhältnis zu ... Do, 09.06.16 08:07
  • Kassandra aus Frauenfeld 1778
    Das wird die Deutschen aber traurig machen. Wenn man keinen Flughafen und keinen Bahnhof ... Mi, 08.06.16 17:49
  • Pacino aus Brittnau 731
    Demokratie quo vadis? Wenn die Demokratie den Stacheldraht in Osteuropa-, einen Wahlsieg von ... Mo, 06.06.16 07:55
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3945
    Es... muss darum gehen, die Kompetenz der Kleinbauern zu stärken. Das sorgt ... Do, 02.06.16 13:07
  • Kassandra aus Frauenfeld 1778
    Kindeswohl egal! Es geht doch vor allem um die eigenen Kinder der Betroffenen. Die ... Do, 02.06.16 08:10
  • Kassandra aus Frauenfeld 1778
    Verlust der Solidarität: Verlust der Demokratie! Vollständig und widerspruchsfrei beantworten lässt sich das wohl nicht. ... Mi, 01.06.16 00:18
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3945
    Unterstützung "Deshalb sind für die Sozialhilfe 267 Millionen Franken mehr und für ... Di, 31.05.16 10:38
  • Pacino aus Brittnau 731
    Weltweiter Rechtsrutsch . . . . . . weil es die Grünen und die Linken mit ihrer endlosen ... Mo, 30.05.16 13:29
 
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Sa So
Zürich 15°C 24°C Wolkenfelder, kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig recht sonnig
Basel 15°C 26°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig recht sonnig
St. Gallen 15°C 23°C Wolkenfelder, kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig sonnig
Bern 15°C 25°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig sonnig
Luzern 15°C 25°C Wolkenfelder, kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig sonnig
Genf 14°C 27°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig recht sonnig
Lugano 18°C 28°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig recht sonnig
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten