Spanien
Spanien will Katalanen nicht über Abspaltung abstimmen lassen
publiziert: Samstag, 27. Sep 2014 / 13:10 Uhr / aktualisiert: Samstag, 27. Sep 2014 / 14:29 Uhr
Falls Madrid vor das Verfassungsgericht zieht, würde das Dekret der katalanischen Regionalregierung automatisch ausser Kraft gesetzt. (Symbolbild)
Falls Madrid vor das Verfassungsgericht zieht, würde das Dekret der katalanischen Regionalregierung automatisch ausser Kraft gesetzt. (Symbolbild)

Barcelona - Der katalanische Regionalpräsident Artur Mas hat am Samstag eine Volksabstimmung über die Unabhängigkeit Kataloniens von Spanien angesetzt. Die spanische Regierung will die Abstimmung jedoch verhindern.

8 Meldungen im Zusammenhang
"Ein solches Referendum wird nicht stattfinden, denn es ist illegal", sagte Vizeregierungschefin Soraya Sáenz de Santamaría am Samstag in Madrid. Die Regierung habe bereits erste Schritte eingeleitet, um eine solche Abstimmung vor dem Verfassungsgericht anzufechten.

Der katalanische Ministerpräsident hatte zuvor für den 9. November ein Referendum über eine Abspaltung der Region von Spanien angesetzt. In einer feierlichen Zeremonie in Barcelona unterzeichnete Mas ein entsprechendes Dekret.

Die Madrider Zentralregierung bedauere die Entscheidung zutiefst, sagte Sáenz de Santamaría. Sie bedeute eine Teilung der katalanischen Gesellschaft und entferne Katalonien von Europa.

Madrid will voraussichtlich am Montag auf einer Sondersitzung des Kabinetts über eine Verfassungsklage entscheiden. Eine Zulassung der Klage durch das Gericht bedeute, dass das Referendum automatisch ausgesetzt werde, wie die Vizeregierungschefin betonte. Damit dürfe dann Katalonien nichts unternehmen, um die Abstimmung vorzubereiten.

Abstimmung soll nicht bindend sein

Das Regionalparlament Kataloniens hatte am 18. September ein Gesetz verabschiedet, das die Organisation des Abspaltungs-Referendums vorsieht. Mas bezeichnete die Abstimmung damals als eine Möglichkeit, "die Meinung der Bürger" kennenzulernen. Das Ergebnis müsse nicht zwingend umgesetzt werden.

Katalonien zählt wirtschaftlich zu den stärksten Regionen Spaniens. Etwa ein Fünftel des spanischen Bruttoinlandsprodukts wird in der Region erwirtschaftet.

Die Katalanen, die stolz auf ihre eigene Sprache und ihre Kultur sind, beklagen seit langem hohe Transferzahlungen an Madrid bei vergleichsweise geringen Rückflüssen. Viele der 7,5 Millionen Einwohner der Region befürworten daher, dass Katalonien selbst Steuern erheben darf.

(flok/sda)

?
Facebook
SMS
SMS
0
Forum
Kommentieren Sie jetzt diese news.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Barcelona - «Abstimmung» statt «Referendum»: Anstelle des untersagten Unabhängigkeitsreferendums will ... mehr lesen
Bei der alternativen Abstimmung sollen den Katalanen dieselben Fragen gestellt werden wie beim ursprünglich geplanten Referendum.
Katalonien ist eine verhältnismässig wohlhabende Region im krisengeschüttelten Spanien.
Barcelona - Die Katalanen werden ... mehr lesen
Geht die spanischen Fussball-Meisterschaft bald ohne Klubs aus Barcelona vonstatten? mehr lesen
Kaum vorstellbar: die spanische Liga ohne Barça.
Barcelona - Angesichts der Bestrebungen zur Abspaltung Kataloniens von Spanien ... mehr lesen
Der spanische Ministerpräsident Mariano Rajoy.
Weitere Artikel im Zusammenhang
Madrid - Die spanische Regierung will die von Katalonien geplante ... mehr lesen
Die Regierung Rajoys nennt die Volksabstimmung illegal. (Archivbild)
Etwa 1,8 Millionen Spanier nahmen an der Demo teil. (Symbolbild)
Barcelona - In Barcelona haben am Donnerstag hunderttausende Katalanen für einen eigenen Staat demonstriert. Das Motto der ... mehr lesen
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 21
Der erste Wahlgang soll annuliert werden.
Der erste Wahlgang soll annuliert werden.
Untersuchungskommission empfiehlt Neuwahlen  Port-au-Prince - Angesichts Haitis anhaltender Wahlkrise hat eine unabhängige Untersuchungskommission Neuwahlen für das Präsidentenamt empfohlen. Der Leiter der Kommission, François Benoit, riet am Montag zur Annullierung des ersten Wahlgangs der Präsidentenwahl. mehr lesen 
Befürworter holen auf  London - Die Gegner eines Verbleibs Grossbritanniens in der EU holen einer neue Umfrage zufolge auf. In einer am Montag vorab verbreiteten Erhebung für den «Daily Telegraph» behaupten die Befürworter eines Verbleibs in der EU mit 51 gegen 46 Prozent zwar eine Mehrheit. mehr lesen  
Mit 55,8 Prozent der Stimmen  Orlando - Im US-Wahlkampf hat die libertäre Partei den ehemaligen Gouverneur Gary Johnson ... mehr lesen  
Titel Forum Teaser
  • keinschaf aus Wladiwostok 2826
    belustigend peinlich Das kommt schon fast in die Nähe der Verwechslung von Oekonomie mit ... Mi, 28.12.16 01:21
  • Unwichtiger aus Zürich 11
    Grammatik? Wie kann Stoltenberg denn Heute schon wissen, welche Entscheidungen am ... Sa, 22.10.16 10:59
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Der phallophile Blick eines cerebrophoben Schäfleins! Frau Stämpfli schrieb am Ende ... Mo, 26.09.16 17:32
  • keinschaf aus Wladiwostok 2826
    phallophobe Geschichtsrückblicke "Und die grösste Denkerin des 21. Jahrhunderts? Verdient ihr Geld mit ... Sa, 13.08.16 17:48
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Alle Demonstranten gefilmt. Der Erdogan lässt doch keine Domo gegen sich zu! Die ... Di, 21.06.16 16:42
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Konzernrecht? Konzernpfusch! Was ist denn das? Konzerne werden vorwiegend von Vollidioten geführt. ... Fr, 10.06.16 17:49
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Das wird die Deutschen aber traurig machen. Wenn man keinen Flughafen und keinen Bahnhof ... Mi, 08.06.16 17:49
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3945
    Der... Daesh (IS) kommt immer mehr unter Druck. Davon sind inzwischen auch ... Do, 02.06.16 19:22
Jonathan Mann moderiert auf CNN International immer samstags, um 20.00 Uhr, die US- Politsendung Political Mann.
CNN-News Was würde «Präsident Trump» tatsächlich bedeuten? Noch ist absolut nichts sicher, doch es ...
 
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Di Mi
Zürich -6°C -3°C Wolkenfelder, Flockenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt recht sonnig
Basel -4°C -1°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich freundlich
St. Gallen -5°C -5°C Wolkenfelder, Flockenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig Wolkenfelder, Flocken freundlich
Bern -11°C -3°C wechselnd bewölktleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt freundlich
Luzern -3°C -3°C Wolkenfelder, Flockenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt wechselnd bewölkt
Genf -5°C 0°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich freundlich
Lugano -2°C 5°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig recht sonnig
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten