Spanischer Diplomat in Bagdad getötet
publiziert: Donnerstag, 9. Okt 2003 / 10:45 Uhr

Bagdad - Ein spanischer Diplomat ist vor seiner Wohnung in Iraks Hauptstadt Bagdad getötet worden. Zudem starben bei einer Explosion vor einer Polizeiwache bis zu 10 Menschen.

Augenzeugen vor dem Polizeigebäude berichteten, es habe sich um einen Selbstmordanschlag gehandelt.
Augenzeugen vor dem Polizeigebäude berichteten, es habe sich um einen Selbstmordanschlag gehandelt.
Bei den Toten handelt es sich nach Angaben eines Sprechers der Bagdader Polizei um 2 Polizisten und 5 Zivilisten. Ein US-Militärsprecher in Irak sprach gar von bis zu 10 Toten.

Mehrere Menschen seien verletzt worden, hiess es weiter. Es habe sich vermutlich um eine Autobombe gehandelt, berichteten der arabische TV-Sender El Dschasira und die Nachtrichtenagentur Reuters unter Berufung auf Augenzeugen.

Andere Augenzeugen berichteten, es habe sich um einen Selbstmordanschlag gehandelt. Ein Polizist habe ein Fahrzeug angehalten, als dieses auf die Wache zugerollt sei. Daraufhin sei die Explosion ausgelöst worden.

Die Explosion ereignete sich im Nordosten der Stadt im überwiegend von schiitischen Moslems bewohnten Viertel Sadr City. Sie folgte auf eine Serie von schiitischen Protestkundgebungen in Bagdad. Die Demonstranten forderten dabei die Freilassung eines am Montag von den US-Truppen verhafteten radikalen Predigers.

Den Anschlag auf den Spanier meldete die staatliche spanische Nachrichtenagentur EFE unter Berufung auf offizielle Stellen in Madrid. Der Attaché der spanischen Botschaft in Bagdad sei beim Verlassen seiner Wohnung getötet worden. Das Spanische Aussenministerium in Madrid bestätigte inzwischen den Tod des Diplomaten.

Spanien gehörte zu den europäischen Befürwortern des Irak-Kriegs. Im August war im Irak ein spanischer Offizier, der ebenfalls als Diplomat im Einsatz war, bei einem Anschlag getötet worden.

(bsk/sda)

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