Spannendes Bergsteiger-Drama auf der Piazza Grande
publiziert: Samstag, 9. Aug 2008 / 22:08 Uhr / aktualisiert: Samstag, 9. Aug 2008 / 22:27 Uhr

Locarno - Das konventionell gemachte, aber ungemein packende Bergsteiger-Drama «Nordwand» von Philipp Stölzl verbessert die Zwischenbilanz der Piazza Grande-Festivalsparte in Locarno. Eine Auszeichnung erhielt der deutsche Philosoph und Soziologe Jürgen Habermas.

Die Zwischenbilanz der traditionsreichen Festivalsparte fällt durchzogen aus.
Die Zwischenbilanz der traditionsreichen Festivalsparte fällt durchzogen aus.
«Nordwand» ist die Geschichte des tragisch gescheiterten Versuchs, 1936 «das letzte Problem der Alpen» zu lösen. Zwei deutsche und zwei österreichische Bergsteiger starben damals beim Wettbewerb um die Erstbesteigung der Eigernordwand.

Geschickt verknüpft Stölzl die Ereignisse im Berg mit dem politischen Umfeld. Seite an Seite mit Journalisten der Nazi-Medien verfolgt am Fusse des Eigers das jüdisch-österreichische Ehepaar Landauer durch Fernrohre das Spektakel -zunehmend skeptisch ob des «Gladiatorenkampfes».

Die Schweizer spielen eine Nebenrolle - als freundliche und hilfsbereite, letztlich aber feige Gastgeber und Bergführer. «Nordwand» ist eine deutsch-österreichisch-schweizerische Koprodukion.

Durchzogene Zwischenbilanz

Die Zwischenbilanz der traditionsreichen Festivalsparte fällt sowohl hinsichtlich der Zuschauerzahlen wie der Filme durchzogen aus. Als am Eröffnungsabend «Brideshead Revisited» mit Emma Thompson lief, waren von 8000 Sitzen nur 5500 besetzt. Der Film selbst vermochte als publikumsfreundlicher Streifen zu gefallen.

Der deutsche Philosoph und Soziologe Jürgen Habermas wurde in Ascona TI mit dem «Europapreis für politische Kultur» ausgezeichnet worden. Der von der Hans Ringier Stiftung verliehene Preis ist mit 50'000 Euro dotiert.

Habermas erhalte den Preis «als einer der grossen europäischen Intellektuellen», heisst es in einer Mitteilung der Stiftung.

Der Preis wurde im Rahmen des «Dîner républicain» im Castello del Sole in Ascona TI übergeben. Dieser Anlass fand zum 33. Mal im Rahmen des Internationalen Filmfestivals von Locarno statt.

Gelungene Wettbewerbsbeiträge aus der Romandie

Die beiden Schweizer Anwärter auf Preise in den Hauptkategorien des Filmfestivals sind von ihren Machern ins Rennen geschickt worden. Überzeugt haben sowohl der Dokfilm «La Forteresse» wie auch der Spielfilm «Un autre homme».

Fernand Melgars «La Forteresse» zeigt den schwierigen Alltag im Empfangszentrum für Asylsuchende in Vallorbe VD. Auf eine plakative politische Aussage verzichtet der Film. Er illustriert vielmehr, wie Asylsuchende ebenso wie Schweizer Angestellte in den Fängen des Systems um Würde und Menschlichkeit ringen. «La Forteresse» kandidiert in der Sparte «Filmmakers of the Present».

Im Internationalen Wettbewerb steht der Spielfilm «Un autre homme» von Lionel Baier. Der Schwarz/Weiss-Film kommt farbig daher und wechselt auf faszinierende Weise zwischen den Genres: Komödie, Drama, Emanzipationsgeschichte.

Erzählt wird vom jungen François (Robin Harsch), der ohne besondere Eignung - denn er erklärt, «man muss mir sagen, was ich denken soll» - Filmkritiker einer Lokalzeitung wird. Dabei lernt er die etablierte Kritikerin Rosa kennen und lässt sich auf eine demütigende sexuelle Beziehung mit ihr ein, wird zum Spielzeug.

Österreichischer Anwärter auf den Hauptpreis

Neben Baier rittert der österreichische Dramatiker Händl Klaus, der am Bielersee lebt, mit seinem ersten Spielfilm um einen Goldenen Leoparden. «März» ist eine dokumentarisch anmutende Trauerstudie über den Umgang eines kleinen Dorfes mit dem gemeinsamen Suizid dreier junger Männer. Sicher sei «März» «kein klassischer Unterhaltungsfilm, in den man massenhaft strömt. Aber er nimmt seine Zuschauer ernst», sagt der Regisseur.

Die Nachrichtenagentur APA sieht in dem Film von Händl Klaus, wiewohl schwere Kost, einen Anwärter auf den Hauptpreis. Die Leoparden werden in Locarno kommendes Wochenende verliehen.

(bert/sda)

keine Tickets aber leere Stühle?
Wenn ich diesen Satz lese: ....waren von 8000 Sitzen nur 5500 besetzt. ....bin ich doch etwas sehr erstaunt. Ich wohne selbst in Locarno und es ist nicht möglich Tickets zu kaufen, die Filme seien ausverkauft, da zu viele Pässe verkauft wurden. Seltsame Organisation......
2000 Filmplakate stehen zur Auswahl!
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