Spannung vor Schweiz-Finnland
publiziert: Mittwoch, 15. Feb 2006 / 13:01 Uhr / aktualisiert: Mittwoch, 15. Feb 2006 / 13:56 Uhr

Fünf Tage nach der Eröffnungsfeier gilt es in Turin auch für das Männer-Eishockeyteam erstmals ernst. (Die Schweizer starten heute Nachmittag gegen Finnland ins olympische Turnier.

Nati-Trainer Ralph Krueger strebt in jeder Partie mindestens einen Punkt an.
Nati-Trainer Ralph Krueger strebt in jeder Partie mindestens einen Punkt an.
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Danach folgen sich die weiteren Partien Schlag auf Schlag. Wenn sie ihre Ziele erreichen, bestreiten die Schweizer in Turin bis zum Viertelfinal sechs Spiele in acht Tagen. Nach der Partie gegen Finnland folgen die Auftritte gegen die Dreamteams aus Tschechien (Donnerstag) und Kanada (Samstag), die Olympiasieger von 1998 und 2002. Spätestens gegen Deutschland (am Sonntag) oder Italien (Dienstag) will das Krueger-Team die Viertelfinal-Tickets lösen.

Das stressige Programm -- die NHL wollte ihren Spielbetrieb nur um zwei Wochen unterbrechen -- beeinflusste Ralph Kruegers letzte Selektion von dieser Woche. An den letzten Weltmeisterschaften bildete Krueger seine Mannschaften stets aus 7 Verteidigern und 13 Stürmern. In Turin nominierte er einen zusätzlichen achten Verteidiger, weil «unsere Abwehr gegen diese Klassegegner enorm gefordert wird, weil Julien Vauclair noch nicht wieder hundertprozentig fit ist und Mark Streit in Montreal zuletzt nicht viel spielte» (Krueger). Krueger will Streit zumindest in den ersten Spielen nicht mit extrem viel Eiszeit «verheizen».

Ambühl würde nachnominiert

Wegen des strengen Wettkampfrhythmus wird Ralph Krueger auch bei Verletzungen rigoroser handeln als an Weltmeisterschaften, wo schon mal ein Spieler wegen Blessuren zwei Tage lang geschont werden konnte. Krueger: «Wenn sich einer verletzt, werden wir fragen: ´Kannst du morgen spielen?´ Lautet die Antwort nein, werden wir diesen Spieler opfern und Andres Ambühl nachnominieren». Ambühl musste am Montag als 13. Stürmer über die Klinge springen, blieb aber in einer Unterkunft ausserhalb des olympischen Dorfs in Turin und trainiert weiterhin mit der Mannschaft. Krueger: «Ambühl bleibt voll in der Mannschaft integriert. Wir verloren an den letzten Turnieren stets in den ersten drei Spielen irgendeinen Spieler wegen einer Verletzung.»

Während die Schweizer bei Olympia nahezu (nur Steinegger fehlt) in Bestbesetzung antreten können, wütete bei den Finnen, dem ersten Schweizer Gegner, die Verletzungshexe. Gegenüber dem Aufgebot vom 22. Dezember mussten sie acht Spieler ersetzen, unter ihnen die drei besten Torhüter (Miikka Kiprusoff, Kari Lehtonen, Pasi Nurminen). Von den vielen Absagen profitieren auch Petteri Nummelin (Lugano) und Niklas Hagman (Dallas, letzte Saison Davos), die nach den Absagen von Ossi Väänänen und Antti Miettinen erst in den letzten Tagen ihr Aufgebot erhielten.

Gerber als Nummer 1

Während den Finnen die Torhüterposition Sorgen bereitet, ist im Schweizer Team, was die Keeper angeht, alles klar: Martin Gerber ist als Nummer 1 gesetzt; David Aebischer wird angesichts des stressigen Spielplans ebenfalls zu Einsätzen kommen. Wer aber wann spielt, werden die Schweizer nie zum voraus bekanntgeben. Krueger: «Gerber und Aebischer praktizieren völlig unterschiedliche Stils. Wir wollen den Gegnern, die unsere Torhüter bestens kennen, nicht die Gelegenheit geben, sich im voraus auf den Goalie einstellen zu können.»

Um die Viertelfinals zu erreichen, müssen die Schweizer voraussichtlich Deutschland und Italien hinter sich lassen. «Wir wollen aber gegen jeden Gegner punkten», so Ralph Krueger. «Auch gegen die ganz Grossen liegen Punkte drin. Auch diese Teams müssen sich akklimatisieren, müssen sich finden. Und der Jetlag könnte für die NHL-Spieler zum Problem werden -- am ehesten im zweiten Spiel (gegen Tschechien).»

Die Deutschen erhielten vor Turnierbeginn Hiobsbotschaften. Sowohl Jochen Hecht als auch Marco Sturm mussten wegen Verletzungen auf die Reise nach Turin verzichten. Die deutsche Offensive, die sich in zwei Testspielen so schwer tat (0:1 gegen Österreich und 1:3 gegen Russland), hätte Verstärkung aus der NHL gut gebrauchen können. Nicht zu unterschätzen gilt es die Gastgeber. Italien überraschte am Montag mit einem 5:4-Erfolg über Lettland.

Die Schweizer Aufstellung:
Martin Gerber (David Aebischer); Mark Streit, Olivier Keller; Beat Forster, Seger; Blindenbacher, Bezina; Steve Hirschi, Julien Vauclair; Della Rossa, Martin Plüss, Patrick Fischer; Paterlini, Thomas Ziegler, Ivo Rüthemann; Romano Lemm, Jeannin, Adrian Wichser; Di Pietro, Conne, Jenni.

(von Rolf Bichsel, Turin/Si)

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