Spekulationen um Urheberschaft: Madrid verdächtigt ETA
publiziert: Donnerstag, 11. Mrz 2004 / 18:22 Uhr / aktualisiert: Donnerstag, 11. Mrz 2004 / 19:12 Uhr

Madrid/Bern - Die Urheberschaft der Anschläge von Madrid ist noch ungeklärt. Gleich nach den Explosionen vermuteten Behörden und Politiker die baskische Untergrundorganisation ETA dahinter. Ein El-Kaida-Hintergrund wurde aber kurzzeitig nicht ausgeschlossen.

Mariano Rajoy: Spitzenkandidat der Regierungspartei PP bei den Wahlen am Wochenende.
Mariano Rajoy: Spitzenkandidat der Regierungspartei PP bei den Wahlen am Wochenende.
"Wir schliessen gar nichts aus", sagte Spaniens Innenminister Angel Acebes vor den Medien auf die Frage, ob er glaube, dass die ETA oder die El Kaida für die Anschläge verantwortlich sei.

Für das Terrornetzwerk El Kaida sprach die fast zeitgleichen Serie von Explosionen, die für ETA-Anschläge ungewohnt hohen Zahl von Toten sowie das Anschlagsziel.

"Keinen Zweifel"

Wenig später kam Innenminister Acebes aber auf seine Bemerkung zurück und schloss islamistische Terroristen als Täter aus. Es gebe keine Hinweise auf eine Verbindung zum Terrornetzwerk El Kaida oder ähnlichen Gruppen, sagte er laut mehreren Nachrichtenagenturen vor Journalisten.

"Wir haben keine Zweifel, dass die baskische Terrororganisation ETA hinter diesem Massaker steht", ergänzte er. Bei den Bomben sei der üblicherweise von der ETA benutzte Sprengstoff verwendet worden. Äusserungen von Seiten der ETA-nahen Batasuna-Partei, wonach "arabische Widerstandskämpfer" für die Attentate verantwortlich sein könnten, wies der Minister als "Manipulation" zurück.

Batasuna verurteilt Anschläge

Der Batasuna-Vorsitzende Arnaldo Otegi hatte zuvor betont, die ETA stehe nicht hinter den Anschlägen. Dagegen spreche die Vorgehensweise. Die ETA habe immer vor bevorstehenden Sprengstoffanschlägen gewarnt. Seine Partei verurteile blinde Aktionen gegen die Zivilbevölkerung. Batasuna hat bisher noch nie Anschläge der ETA verurteilt.

Auch der Chef von Spaniens oppositionellen Sozialisten, José Luis Rodriguez Zapatero, vermutete aber die ETA als Urheber. "Die ETA hat versucht, sich in den Wahlkampf einzuschalten. Ich bitte alle Bürger, als Reaktion am Sonntag massiv zu den Urnen zu gehen", sagte er mit Blick auf die anstehenden Parlamentswahlen.

Spektakuläre Rückmeldung

Der deutsche Terrorexperte Rolf Tophoven wertete die Anschlagsserie als spektakuläre Rückmeldung der durch Fahndungserfolge bereits geschwächten ETA. Tophoven schloss gegenüber dem österreichischen Radiosender Ö1 eine direkte Verbindung der ETA mit militanten islamischen Extremisten aus.

Die politischen Anliegen der ETA seien nur auf Spanien fokussiert. Neu sei aber die "Dimension des Anschlags" mit ihrer hohen Anzahl der Toten. Offenbar näherten sich linksextremistische Terrorgruppen in Europa der Vorgangsweise islamischer Terroristen an.

(bsk/sda)

 
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