Spielkarten aus dem Spätmittelalter gefunden
publiziert: Montag, 5. Mrz 2007 / 18:11 Uhr

Schaffhausen - 92 Spielkarten aus dem Spätmittelalter haben Wissenschaftler bei der Restaurierung einer alten Handschrift in Schaffhausen entdeckt. Dabei handelt es sich wahrscheinlich um das grösste Karten-Set, das je in der Schweiz gefunden wurde.

Nicht überliefert sei, wie mit den Karten gespielt worden sei, schreibt der Stadtarchivar.
Nicht überliefert sei, wie mit den Karten gespielt worden sei, schreibt der Stadtarchivar.
Die 92 Spielkarten aus dem frühen 16. Jahrhundert seien als Einbandmaterial eines Grundzins-Buches verwendet worden, schreibt das Schaffhauser Stadtarchiv in einer Medienmitteilung. Bisher seien in der Schweiz nie so viele spätmittelalterlichen Spielkarten in einem einzigen Buch gefunden worden.

Die aufgefundenen Karten seien zwischen 1520 und 1540 in Basel hergestellt worden. Sie befanden sich in mehreren Schichten übereinander verleimt unter dem Schweinslederbezug eines Grundzins-Buches des Spendamts. Diese Institution habe seit dem Mittelalter die Hausarmen der Stadt mit Geld- und Brotspenden unterstützt.

Schilten, Rosen, Schellen und Eicheln

Das Buch wurde zwischen 1526 und 1550 gebunden. Bei seiner Restaurierung wurden neben den Spielkarten auch Fragmente einer Pergamenthandschrift gefunden. Die seien wahrscheinlich in Folge der Reformation ausgeschieden und dann vom Buchbinder verwertet worden, schreibt das Stadtarchiv.

Die Farben der Spielkarten entsprechen bereits dem noch heute in der Deutschschweiz gebräuchlichen Kartenbild beim Jassen. Gefunden wurden 22 Schilten, 19 Rosen, 21 Schellen und 30 Eicheln.

Allerdings sei nicht überliefert, wie mit den Karten gespielt worden sei, schreibt der Stadtarchivar. Das Jassen sei erst Ende des 18. Jahrhunderts aus Holland in die Schweiz gekommen.

Unverkaufbar nach Spielverbot

Warum der Buchbinder die Spielkarten als Material für den Einband verwendete, ist nicht eindeutig zu klären. Möglicherweise habe er die Karten zusammen mit Papier aus Basel bestellt, konnte sie aber aufgrund der nach der Reformation 1530 erlassenen strengen Spielverbote nicht mehr verkaufen, schreibt das Stadtarchiv.

Eventuell handle es sich auch um gebrauchte Karten. Die Karten könnten wegen der Spielverbote eingesammelt und zusammen mit anderem alten Papier und Pergament beim Buchbinder werwendet worden sein.

(ht/sda)

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