Carrier IQ weiss alles
Spionage-App in Smartphones integriert
publiziert: Freitag, 2. Dez 2011 / 08:44 Uhr

Es klingt ein wenig nach Geheimdienst und Spionage: Offenbar bespitzelt eine Software der amerikanischen Firma Carrier IQ vor allem in den USA Millionen von Smartphones und sammelt umfangreiche Daten, um diese dann an Mobilfunk-Provider weiterzugeben.

5 Meldungen im Zusammenhang
Zu den Daten gehören durchaus sensible Dinge, denn die Carrier IQ-App kann unter anderem SMS mitlesen, den Verlauf der Google-Suche auslesen und sogar auf Login-Daten des Online-Bezahlsystems PayPal zugreifen. Herausgefunden hat diese Dinge Trevor Eckhart, selber App-Entwickler für das Google-Betriebssystem Android.

Eckhart hat das Verhalten der Software in einem Video festgehalten. In dem Video ist unter anderem zu sehen, wie die Software von Carrier IQ Suchanfragen und gewählte Telefonnummern schon beim Eintippen aufzeichnet. Die Daten würden dann an Server von Carrier IQ weitergeleitet, ebenso wie komplette SMS-Nachrichten. Abschalten könne man die Funktion meist nicht so ohne weiteres, weil sie Teil der Betriebssoftware des Telefons sei. Eckhart demonstrierte die Funktionsweise der Software auf einem Android-Smartphone von HTC, hat sie aber auch bei anderen Android-Herstellern und auf dem Blackberry gefunden. Eckhart ordnete die Software als «Rootkit» ein, der heimlich im Hintergrund den Anwender ausspioniere.

Carrier IQ zog Klage gegen Eckhart zurück

Carrier IQ, ein amerikanischer Dienstleister für Mobilfunk-Anbieter, betont, es würden keine Tastatureingaben aufgezeichnet, keine Überwachungs-Werkzeuge zur Verfügung gestellt und auch keine Inhalte von Korrespondenz wie E-Mail und SMS inspiziert. Die Technologie des Unternehmens sorge lediglich dafür, dass Netze von den Betreibern effizienter genutzt werden könnten. Dafür bekämen sie zum Beispiel Informationen über Verbindungsfehler und aktuelle Netzwerkprobleme. Genaue Angaben darüber welche Informationen dafür auf welche Weise ausgewertet werden, macht das Unternehmen nicht.

Nach Eckharts ersten Berichten über die Funktionsweise der Software überzog Carrier IQ ihn mit einer Unterlassungsklage und dem Vorwurf, urheberrechtlich geschütztes Material unrechtmässig genutzt zu haben. Nachdem sich die einflussreiche US-Bürgerrechtsorganisation EFF (Electronic Frontier Foundation) hinter den Experten stellte, nahm die Firma die Klage zurück.

Nach Angaben auf der Website von Carrier IQ kommt die Technologie auf mehr als 140 Millionen mobilen Geräten zum Einsatz. Unterdessen meldeten sich immer mehr Netzbetreiber und Handy-Hersteller zu Wort, die betonen, Dienste von Carrier IQ nicht zu nutzen. Darunter sind unter anderem der grösste US-Mobilfunkbetreiber Verizon Wireless sowie in Deutschland Vodafone und die Deutsche Telekom. Der weltgrösste Handy-Hersteller Nokia betonte ebenfalls, für seine Geräte gebe es keine Produkte von Carrier IQ.

(Steffen Herget/teltarif.ch)

Kommentieren Sie jetzt diese news.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
London - Die Enthüllungsplattform Wikileaks hat eine Kampagne gegen global ... mehr lesen
Wikileaks-Gründer Julian Assange.
Auch die Android-Smartphones melden Google regelmässig ihre Position.
Washington - Nicht nur die iPhones und iPads speichern fortlaufend die Aufenthaltsorte ihrer Nutzer in einer versteckten Datei, sondern auch Googles Android-Smartphones. mehr lesen
St. Gallen - Apple speichert jegliche ... mehr lesen
Gesammelte Daten eines iPhones innerhalb von einem Monat.
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 21
Beim Surfen im Internet werden digitale Spuren hinterlassen, in vielen Fällen nicht zum Vorteil der User.
Beim Surfen im Internet werden digitale ...
Lage in der Schweiz und International  Bern - Der 30. Halbjahresbericht der Melde- und Analysestelle Informationssicherung (MELANI) befasst sich mit den wichtigsten Cybervorfällen der zweiten Jahreshälfte 2019 in der Schweiz wie auch international. Schwerpunktthema im aktuellen Bericht bildet der Umgang und die Problematik von Personendaten im Netz. mehr lesen 
Kein Erfolg wegen fehlendem Domainnamen? Google Plus
Der passende Domainname fehlte  Nach einem grösseren Datenleck beim erfolglosen Social Media Projekt Google Plus zieht Google den Stecker. Die Gelegenheit scheint günstig diesen überfälligen Schritt zu vollziehen. Die ... mehr lesen  
Swiss Online Marketing und Swiss eBusiness Expo  Swiss Online Marketing und Swiss eBusiness Expo sind das jährliche Gipfeltreffen für Digital ... mehr lesen  
Die Besucher erwarten zwei kompakte Tage, an denen sich alles um Digital Marketing und E-Business dreht.
.
eGadgets news.ch geht in Klausur Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in ... 21
Domain Namen registrieren
Domain Name Registration
Zur Domain Registration erhalten Sie: Weiterleitung auf bestehende Website, E-Mail Weiterleitung, Online Administration, freundlichen Support per Telefon oder E-Mail ...
Domainsuche starten:


 
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Di Mi
Zürich 10°C 25°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig wolkig, aber kaum Regen
Basel 12°C 27°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich wolkig, aber kaum Regen
St. Gallen 11°C 22°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig wolkig, aber kaum Regen
Bern 11°C 25°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich wolkig, aber kaum Regen
Luzern 12°C 25°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig wolkig, aber kaum Regen
Genf 13°C 27°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich wechselnd bewölkt
Lugano 18°C 26°C wechselnd bewölktleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, aber kaum Regen gewitterhaft
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten