Ambulante medizinische Leistung
Spitäler äussern sich für neue Tarifstruktur
publiziert: Montag, 23. Mai 2016 / 10:42 Uhr
Der Spitalverband sieht eine Anpassung des Tarifs als notwendig.
Der Spitalverband sieht eine Anpassung des Tarifs als notwendig.

Bern - Vier Fünftel der Mitglieder des Spitalverbandes H+ stehen hinter der neuen Tarifstruktur für ambulante medizinische Leistungen. Ende Juni soll der neue Tarif beim Bundesrat zur Genehmigung eingereicht werden.

3 Meldungen im Zusammenhang
Die heute angewendete Tarifstruktur Tarmed sei seit rund zehn Jahren blockiert und vollkommen veraltet, gab der Spitalverband H+ am Montag an einer Medienkonferenz in Bern bekannt. Mit der neuen ambulanten Tarifstruktur mit der Bezeichnung ats-tms solle die Abgeltung der ambulanten Leistungen in den Arztpraxen sowie in Spitälern und Kliniken den reellen Kosten angepasst werden.

Die Notwendigkeit einer Anpassung hätten auch die Mitglieder des Spitalverbandes erkannt. In einer Mitgliederabstimmung hätten über 80 Prozent die neue Tarifstruktur sowie die Normierung zwischen der alten und der neuen Struktur befürwortet.

Damit werde gemäss der Verordnung über die Krankenversicherung sichergestellt, dass auf nationaler Ebene die Taxpunktvolumen vor und nach dem Modellwechsel gleich blieben, um Mehrkosten zu vermeiden.

Für den Präsidenten des Spitalverbandes H+, Charles Favre, ist eine neue Tarifstruktur unumgänglich, um eine gerechte Abgeltung im ambulanten Bereich zu erreichen. Damit könne auch ein erneuter Eingriff des Bundesrates in den Tarif verhindert werden. Es werde auch nicht mehr möglich sein, dass einzelne Tarifpartner die Weiterentwicklung des Tarifs blockieren könnten.

Neuer Tarif ist umstritten

Die neue Tarifstruktur wurde gemeinsam mit der Ärztevereinigung FMH und der Medizinaltarif-Kommission UVG sowie mit Unterstützung des Versicherer-Verbandes curafutura erarbeitet. Nicht dabei war der Krankenkassen-Dachverband santésuisse.

Er befürchtet durch die neue Tarifstruktur einen Kostenschub. Santésuisse fordert einen Kurswechsel und eine regelmässige Anpassung der Tarife. So will der Verband verhindern, dass Ärzte immer mehr Leistungen abrechnen und damit die Krankenkassenprämien in die Höhe treiben.

Die Ärztekammer der FMH hat den revidierten ambulanten Arzttarif befürwortet, führt aber eine Urabstimmung bei den rund 40'000 Mitgliedern des Verbandes durch. Vorbehalte hat die Ärztekammer, das «Parlament» des Verbandes, in Bezug auf die Normierungsvereinbarung geäussert. Diese soll sicherstellen, dass mit dem neuen Tarifsystem keine neuen Kosten entstehen.

In den Augen der Ärzte muss der Normierungsfaktor mittelfristig betriebswirtschaftlich korrigiert werden. Dies wiederum hat Kritik des Krankenkassenverbandes curafutura hervorgerufen. Diese von den Ärzten vorgebrachte Bedingungen für eine Zustimmung zur Revision hätten Mehrkosten von vier Milliarden Franken pro Jahr zur Folge.

(sda)

?
Facebook
SMS
SMS
0
Forum
Kommentieren Sie jetzt diese news.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Bern - Der Arzttarif Tarmed ist nicht ... mehr lesen
Santésuisse und fmCh hingegen haben noch kein spruchreifes Projekt.
Die Tarife müssen zwingend angepasst werden.
Bern - Fast 11 Milliarden Franken pro ... mehr lesen
Bern - Der Bundesrat lässt Hausärzten über eine Anpassung im Ärztetarif Tarmed 200 ... mehr lesen
Der Bundesrat will mit der seit 1. Oktober gültigen Tarifanpassung 200 Millionen Franken den Grundversorgern zukommen lassen, auf Kosten von Spezialärzten und Spitälern.
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 21
Das Berner Inselspital stellt die Proben für mehrere Forschungsprojekte und einem grösseren Forscherkreis zur Verfügung.
Das Berner Inselspital stellt die Proben für mehrere ...
Medizinische Forschung  Bern - Das Inselspital nimmt mit der «Liquid Biobank Bern» das derzeit modernste Tiefkühllager für Blut und andere flüssige Bioproben in der Schweiz in Betrieb. Die Biobank soll zur wichtigen Forschungsressource für massgeschneiderte Medizin werden. mehr lesen 
Wegen Zika - Acht Wochen nur geschützt  Genf - Touristen sollen nach ihrer Heimreise aus Zika-Gebieten mindestens acht Wochen auf ungeschützten Sex verzichten. Das riet die Weltgesundheitsorganisation WHO am Dienstag. mehr lesen  
98 neue, unbekannte und künstliche Rauschmittel  Lissabon - Immer mehr neue Rauschmittel halten Einzug in Europa. Der europäische Drogenmarkt sei «nach wie vor robust», teilte die Europäische Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht (EMCDDA) in ihrem am Dienstag in Lissabon veröffentlichten Jahresbericht 2016 mit. mehr lesen  
Erhöhtes Osteoporose-Risiko  Trondheim - In den letzten Wochen der Schwangerschaft gehört die Weitergabe von Kalzium an den Fötus ... mehr lesen  
Die Knochendichte eines Frühchens ist geringer.
Titel Forum Teaser
 
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Sa So
Zürich 8°C 20°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich stark bewölkt, Regen
Basel 10°C 20°C wechselnd bewölktleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig Wolkenfelder, kaum Regen bewölkt, etwas Regen
St. Gallen 14°C 17°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig bewölkt, etwas Regen
Bern 7°C 19°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig Wolkenfelder, kaum Regen gewittrige Regengüsse
Luzern 6°C 20°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich gewittrige Regengüsse
Genf 7°C 21°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt, Regen gewittrige Regengüsse
Lugano 11°C 19°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich Wolkenfelder, kaum Regen
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten