Verbesserte Beratung für Schwangere
Spital Wallis eröffnet achtes Babyfenster der Schweiz
publiziert: Montag, 1. Feb 2016 / 13:33 Uhr
Die walliser Regierung bietet gleichzeizig bessere Hilfe für Mütter in Notlagen an.
Die walliser Regierung bietet gleichzeizig bessere Hilfe für Mütter in Notlagen an.

Sitten - In Sitten ist am Montag das achte Babyfenster der Schweiz eröffnet worden. Es handelt sich um das erste der Westschweiz. Das Wallis verbessert zugleich die Beratung von schwangeren Frauen in Notlagen.

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Die beiden Hilfsmassnahmen seien gleichzeitig vorangetrieben worden, sagte die Walliser Gesundheitsdirektorin Esther Waeber-Kalbermatten am Montag vor den Medien in Sitten. Die Regierung habe kein Babyfenster einrichten wollen, ohne bessere Hilfe für Mütter in Notlagen anzubieten.

Für diese Mütter wird auch die vertrauliche Geburt eingeführt, welche bereits in einigen Kantonen bekannt ist. Frauen können auf diese Weise im Spital ihr Kind anonym gebären und geniessen damit einen besonderen Schutz sowie medizinischen und psychologischen Beistand.

Auch die Ärzte kennen die Identität der Frau nicht, einzig das Zivilstandsamt verfügt über die Informationen. Das Babyfenster sei nur die Spitze des Eisbergs, sagte Eric Bonvin, Generaldirektor des Spitals Wallis, am Montag. Man müsse unbedingt zu einem früheren Zeitpunkt Hilfe anbieten können.

Das Wallis antwortet damit auf eine im Mai 2013 angenommene Motion des Kantonsparlaments. Auch eine ausserparlamentarische Kommission unter Vorsitz des Kantonsarztes hatte die beiden Hilfsmassnahmen empfohlen.

In Ausnahmefällen können Neugeborene dennoch im Babyfenster abgegeben werden, das in einer wenig frequentierten Passage eingerichtet wurde. Das Fenster befindet sich in der Nähe der Notaufnahme und der Pädiatrieabteilung.

Achtes Babyfenster der Schweiz

Sobald das Kleinkind in die Wiege im Babyfenster gelegt wurde und das Fenster wieder geschlossen wird, trifft beim Spitalpersonal ein Alarm ein. Nach fünf Minuten wird das Baby betreut. In der Zwischenzeit können Mütter den Ort verlassen und unerkannt bleiben.

Diese Mütter können innerhalb von drei Monaten auf ihren Entscheid zurückkommen. Sie werden zudem in Informationsbroschüren aufgefordert, ihre Identität dem Kanton anzugeben, damit das Kind seine Herkunft wissen kann, sobald es volljährig ist.

Die Informationsbroschüren wurden in sechs Sprachen verfasst und listen auch andere Unterstützungsmöglichkeiten für Mütter in Notlagen auf. Nach dem im November eröffnete Babyfenster im Basler Bethesda-Spital handelt es sich um das achte Babyfenster der Schweiz.

Das erste Babyfenster wurde 2001 in Einsiedeln eröffnet. Danach zogen Bern, Davos GR, Olten SO, Zollikon ZH und Bellinzona nach.

(bert/sda)

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